Belarus

Seit dem Jahr 2005 unterstützt der BSV Bildungsarbeit gegen Gewalt und BürgerInnenrechtsarbeit in Belarus. Dabei geht es dem BSV darum, gewaltfreie Freiwilligengruppen in ihren Initiativen und ihrer Selbstorganisation zu unterstützen.

Eine Demokratisierung von unten kann so zur Entwicklung einer emanzipierten und gewaltfreien Gesellschaft führen.

Unser Haus für BürgerInnenrechte

Auch in einer Diktatur ist politisches Engagement möglich und notwendig. Die Bewegung Nasch Dom (russisch für "Unser Haus") hat seit 2005 Gruppen in 15 Städten gegründet, um die Interessen der BürgerInnen gegenüber  den staatlichen Einrichtungen vertreten und so Demokratie praktisch leben zu können.

Auf Anregung und Druck von Nasch Dom haben mehrere Städte die vernachlässigte Instandhaltung von Hausfluren wieder aufgenommen, Bushaltestellen eingerichtet und Straßen asphaltiert. Mehr...

Bildung gegen Gewalt / interaktives Lernen

Zusammen mit unseren belarussischen Partnern, einem unabhängigen Trainingswerk und dem städtischen Lehrerweiterbildungsinstitut (IPK) in Minsk wurde in 2006 ein Kurs in konstruktiver Konfliktbearbeitung für Lehrer konzipiert und für den Einsatz an den IPKs lizensiert.

An 15 Minsker Schulen werden seitdem Modellprojekte zu Zivilcourage, Konflikttraining, Gewaltprävention etc. bis hin zu Streitschlichtungssystemen begleitet. Mehr...

Einführung des Zivildienstes in Belarus

Fast zwanzig Jahren nach der Verankerung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung in der belarussischen Verfassung gibt es immer noch keine gesetzliche Umsetzung. Kriegsdienstverweigerer müssen zum Militär oder ins Gefängnis.

Mit der Gründung einer Kampagne für die Einführung eines Zivildienstes ist in 2010 endlich Bewegung in die Sache gekommen. Präsident Lukaschenko sprach sich öffentlich für die Ausarbeitung eines Zivildienstgesetzes aus. Erstmals wurden zudem Urteile gegen Kriegsdienstverweigerer in höheren Instanzen wieder aufgehoben. Mehr...

Abgeschlossene Projekte:

Belarussisches Monitoring beim Castor Transport (2010)

Im November 2010 lud der BSV ca. 30 belarussische GraswurzelaktivistInnen zum Protestmonitoring ins Wendland ein. Die Teilnehmenden erlebten mit, wie gewaltfreie Blockaden organisiert, in Trainings geübt und auf der Straße durchgeführt werden. Sie hatten die Möglichkeit mit AktivistInnen zu sprechen, sich mit ihnen zu vernetzen und kreative Ideen des Straßenprotests im Wendland kennenzulernen.
Vielen Dank an alle freiwilligen HelferInnen und X-tausendmal quer, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre!

Hier finden sich die Ankündigung des Projektes und der Lifeticker.

Zivilcourage für Menschenrechte (2005/2006)

Was ist Zivilcourage?“ Unter dieser Frage recherchierten 15 junge Erwachsene aus Weißrussland und Deutschland in ihrer Umgebung nach historischen und aktuellen Beispielen zivilcouragierten Handelns. Weiter...