RB 023

SOZIALE
VERTEIDIGUNG

Konflikte gewaltfrei austragen - Militär und Rüstung abschaffen

Rundbrief 3/2002 des BSV

Redaktion Peter Betz

Schwarzer Weg 8, 32423 Minden (Herausgeber)

V.i.S.d.P. Konrad Tempel

Kostenlos Auflage: 6.500

Druck: ART & IMAGE, Minden

Tel. 0571/29456 Fax 0571/23019

Erscheinungsweise: vierteljährlich

SPK Mi-Lü, BLZ 49050101, Nr. 89420814  

Redaktionsschluß für 1/02, 15. 12. 2001

E-Mail: info(at)soziale-verteidigung.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Internet:http://www.soziale-verteidigung.de

Inhalt

Lieber Leser, liebe Leserin!
Nonviolent Peaceforce
Interview mit Christine Schweitzer
NRW-Projekt: Konstruktive Konfliktbearbeitung in Kommunen
Neuerscheinung: Theodor Ebert
Ausbildung in Mediation ab September 2003
Aberwitzige Zeit - Anmerkungen zu den Wellen kollektiver Unvernunft
Dekadenwein
Aus der Arbeit des IFGK: Forschungstag Gütekraft
IFGK - Reise nach Osijek
Luft holen für langen Atem: Castor rollt wieder
Jahrestagung


Lieber Leser, liebe Leserin!

Vielen Dank für Ihre wirklich ungewöhnlich gute Mitarbeit bei der Kampagne "1 Euro für Programme zur Zivilen Konfliktbearbeitung in Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen". Wir haben über 1300 Unterschriften gesammelt und werden diese im nächsten Jahr dem Bildungsministerium mit hoffentlich großem Medieninteresse überreichen.

Aufregende Zeiten in der Geschäftsstelle des BSV sind wir gewohnt, doch im Augenblick sind wir wie elektrisiert. Wir rufen auf, massenhaft am 14.12. in Frankfurt im Rahmen der

Irak-Krise und den damit verbundenen Aktivitäten des BSV u.a. in der "Resist - Sich dem Irak Krieg widersetzen" Kampagne, www.resistthewar.de, sich dem Irak Krieg tatsächlich zu widersetzen, Unterschriftenlisten und nähere Informationen in der Geschäftsstelle des BSV. Diese Aufgabe und die vielfältige Arbeit rund um die Gründungsversammlung der Nonviolent Peaceforce und nicht zuletzt unsere Aufgabe hier im Lande, den rechtsradikalen Tendenzen mit Trainings und Information zu begegnen, all das sind wichtige Aufgaben, die wir nur mit Ihrer Hilfe durchführen können. Falls Sie noch ein interessantes und ausgefallenes Weihnachtsgeschenk brauchen, lesen Sie auf Seite 6 unser neues Angebot für einen Dekadenwein. Ich danke Ihnen sehr herzlich und wünsche Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

Peter Betz


Nonviolent Peaceforce gegründet

Pilotprojekt in Sri Lanka

Delhi, Sonntag Abend, den 1.12.02. Die Gründungskonferenz der Nonviolent Peaceforce verläuft aufregend, intensiv, kontrovers und produktiv. Es berichten Henry Stahl und Konrad Tempel.

In einem schwierigen Meinungsbildungsprozess haben wir uns gerade - mehrheitlich - dafür entschieden, das erste Pilotprojekt nicht in Isräl\Palästina oder Guatemala, sondern in Sri Lanka durchzuführen, um die dortigen Friedensvereinbarungen zu stützen und Raum für einvernehmliche, gewaltfreie Regelungen zu schaffen (34:25 Delegiertenstimmen). Den Beratungen lagen ausführliche Vor-Ort-Analysen zu-grunde, die in einer mehrstufigen Erörterung reflektiert wurden. Die anfänglich tiefe Meinungsverschiedenheit darüber wurde durch das Bemühen überwunden, nicht in Gewinner- und Verlierverhaltungen zu fallen und die gemeinsame Vision als das Wichtigere anzusehen.

Allerdings wurde sehr deutlich, dass die Studien in den drei Regionen z.T. unerfüllbare Hoffnungen geweckt haben und dass manche TeilnehmerInnen mit unerfüllbaren Erwartungen gekommen waren. Einen erheblichen Anteil am insgesamt guten Ertrag der Konferenz hat Christine Schweitzer (früher BSV-Geschäftsführerin), die u.a. die Forschungen für die Machbarkeitsstudie geleitet und die Kriterien für die Projektauswahl erarbeitet hat.

Einmütigkeit bestand über den gemeinsamen Auftrag: "Die Mission der Gewaltfreien Peaceforce ist die Schaffung einer trainierten, internationalen zivilen "peaceforce" zu ermöglichen. Die Nonviolent Peaceforce soll in Konfliktregionen entsandt werden, um Tod und Zerstörung zu verhindern und Menschenrechte zu schützen, um auf diese Weise Raum zu schaffen, damit lokale Gruppen gewaltfrei kämpfen, in Dialog eintreten und friedliche Lösungen suchen können."

Knapp die Hälfte der 120 TeilnehmerInnen aus 47 Ländern ist unter 40, viele von ihnen haben als gewaltfreie Menschenrechts- und Friedensaktivisten in Asien, Afrika und Nord- und Südamerika Gefängnis-Erfahrungen. 18 Interessenten war das Visum verweigert worden. Im neuen International Governance Council kommen die meisten VertreterInnen aus Afrika, Asien und Südamerika. Das bisherige zentrale Büro wird nicht in Nordamerika bleiben. Die vier deutschen Delegierten von forumZFD und BSV stimmten in allen grundlegenden Fragen überein und bereiten zur Zeit künftige Arbeitsschritte und einen gemeinsamen Bericht vor, der ab Januar im Internet abgerufen werden kann.

Kelly Campbell (30), Schwägerin von Craig Amundson, der am 11. September 2001 im Pentagon starb, ist Mitbegründerin der Gruppe "September 11 th Families for Peaceful Tomorrows", die unmittelbar nach den Attentaten dem aufgekommenen Vergeltungsdenken entgegen trat "Nicht in unserem Namen":

Frage: Was hat Dich nach Indien geführt?

Kelly: Eine der am meisten gestellten Fragen an uns war: "Welche Alternativen zum Krieg gibt es denn?"

Wir halten für nötig, auf greifbare, konkrete Alternativen zur gewaltsamen Konfliktaustragung hinzuweisen. Wir denken, dass die Peaceforce einen anspruchsvollen, aber gangbaren Weg aufzeigt. Mein Mann und ich sind hierhergekommen, weil es uns darum ging, in unserem Bemühen um gewaltfreie Antworten auf den Terrorismus voranzukommen.

Frage: Kannst Du noch mehr zur Verknüpfung Eurer aktuellen politischen Arbeit mit der Peaceforce sagen?

Kelly: Wir wollen unseren Schmerz in Aktivitäten für den Frieden umwandeln. Wir möchten die Gemeinsamkeiten zwischen uns Menschen in aller Welt identifizieren, die wie wir durch Gewalt und Krieg verletzt worden sind. Vor allem suchen wir die amerikanische Öffentlichkeit mit dieser Problematik zu erreichen. Im letzten Jahr haben wir auf das Leiden der Zivilbevölkerung Afghanistans aufmerksam gemacht, das durch die amerikanischen Militäraktionen hervorgerufen wurde. Einige von uns sind zweimal in Afghanistan gewesen, um mit betroffenenen Familien zu reden, und haben dann von unserer Regierung gefordert, für die zivilen Opfer und Zerstörungen Entschädigungen zu zahlen. Zudem haben wir daran mitgearbeitet, die Opposition gegen den geplanten Irak-Krieg zu organisieren. Zusammen mit anderen Kriegsopfern und mit Menschen, die für die Überwindung einer gewalttätigen, regressiven Politik arbeiten, wollen wir neue Möglichkeiten zur friedlichen Konfliktlösung entwickeln.

Im nächsten Rundbrief bringen wir neben einem detaillieren Bericht mit kritischen Fragen zur Peaceforce ein weiteres Interview mit zwei US-Amerikanern, die aus Bagdad zu dieser Konferenz gekommen sind. Sie werden am 2.12.02 in den Irak zum dortigen Friedens-Team zurückfliegen, in dem z.Zt. 16 TeilnehmerInnen und bis Weihnachten über 40 Menschen verschiedener Nationen die auf Frieden setzende Zivilgesellschaft repräsentieren.

Eine Friedensmission des Versöhnungsbundes nach Bagdad, die der BSV intensiv unterstützt hat, ist am 4.12.02 zurückgekehrt, nähere Informationen zur Reise und der anschließenden Rundreise der TeilnehmerInnen in der Geschäftsstelle des BSV.


Interview mit Christine Schweitzer,

Nonviolent Peaceforce:

Wie schätzt Du die internationale Resonanz auf das Nonviolent Peaceforce-Konzept ein?

Christine Schweitzer: Die Resonanz ist sehr groß. Bis zum Zeitpunkt dieses Interviews (Mitte Oktober 2002) haben schon über fünfzig Organisationen aus allen Kontinenten beschlossen, Mitglied bei Nonviolent Peaceforce zu werden, und wir rechnen damit, dass diese Zahl sich noch deutlich erhöhen wird. Besonders ermutigt sind wir durch das große Interesse in Ländern der südlichen Hemisphäre. Hier haben vor allem die Besuche von David Hartsough und David Grant, die teilweise monatelang unterwegs waren, um Kontakte zu knüpfen, eine wesentliche Rolle gespielt. Auch die meisten europäischen Zivilen Friedensdienste sind interessiert, und etliche von ihnen sind ebenfalls Mitglied bei NP geworden.

Rechnest Du mit Auswirkungen auf die Überlegungen über ein Europäisches Friedenskorps innerhalb des Europäischen Parlamentes?

CS: Diese Frage ist schwer zu beantworten. Das Europaparlament hat der Initiative der Europa-GRÜNEN, ein solches Friedenskorps einzurichten, ja schon vor längerem zugestimmt, aber jetzt scheint das Konzept in irgendwelchen Ausschüssen versandet zu sein. Aber unabhängig davon haben wir in Brüssel schon recht viel Unterstützung von Seiten verschiedener ParlamentarierInnen erfahren. Wir werden uns gewiss auch um finanzielle Unterstützung des Pilotprojektes durch Mittel der Europäischen Kommission bemühen. Das heißt, dass wir nicht darauf angewiesen sind, ob aus dem Friedenskorps noch mal etwas wird oder nicht.

Welche Wünsche hast Du an die beiden deutschen Mitgliedsorganisationen?

CS: Die Wunschliste an die Mitgliedorganisationen ist natürlich lang. Am vorrangigsten hier in Deutschland scheint mir zu sein eine Klärung, wer für Nonviolent Peaceforce in Deutschland nach BewerberInnen für das Pilotbesuch sucht (Werbung, evtl. auch Beteiligung an den Assessment-Wochenenden), und ob eine der beiden Mitglieder bereit ist, für Nonviolent Peaceforce Finanzierungsanträge bei öffentlichen Stellen und privaten Stiftungen zu stellen. Deutschland ist nunmal eines der reichen Länder der Welt, und es wäre schön, wenn sich dies auch in einer finanziellen Förderung für Nonviolent Peaceforce ausdrücken würde.

Glaubst Du, dass das Projekt erfolgreich sein wird, dass sich die Pläne umsetzen lassen?

CS: Die größte Unbekannte hier ist sicherlich die Frage der Finanzierung. Schon für das nächste Jahr werden wir über 5 Mio EURO benötigen; im Jahr darauf mindestens das Doppelte. Und es gilt natürlich noch viele weitere Stolpersteine zu überwinden. Aber ich bin sicher, dass alle Beteiligten ihr Bestmöglichstes geben werden, damit Nonviolent Peaceforce erfolgreich sein wird.


NRW-Projekt: Konstruktive Konfliktbearbeitung in Kommunen

Seit 2001 werden im gemeinsamen Projekt des Bund für Soziale Verteidigung und des Versöhnungsbundes MultiplikatorInnen in Kommunen und Regionen fortgebildet.

Am Ende dieses Jahres werden 11 zehntägige Fortbildungen abgeschlossen sein. Insgesamt werden rund 180 Teilnehmende die Veranstaltungen besucht haben. Kooperationspartner waren in

    • Brühl das Jugendamt der Stadt
    • Vlotho das AKE Bildungswerk in Zusammenarbeit mit dem Jugendhof Vlotho (Landschaftsverband Lippe) - 2001 und 2002
    • Bad Oeynhausen, das Amt für Jugend und Soziales
    • Iserlohn die Evangelische Akademie - 2001 und 2002
    • Hüllhorst das Jugendamt und Kreisjugendamt
    • Kreis Viersen das Kreisjugendamt
    • Preußisch-Oldendorf das Jugendamt
    • Königswinter/Rhöndorf der Landschaftsverband Rheinland und das Bildungswerk UMBRUCH
    • Ehringerfeld die Arbeitgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, Landesstelle NRW.

Drei Projektsäulen

Das Konzept beinhaltet neben der Qualifizierung von MultiplikatorInnen (Säule 1), die Begleitung der MutliplikatorInnen in der Phase des Praxistransfers (Säule 2) und die Beratung von Kommunen bei der Entwicklung von Netzwerken zur Gewaltprävention, insbesondere auch im Fall konkreter Gewaltvorkommnisse (Säule 3).

Gespräche im Landtag NRW über Fortsetzung des Projektes

Das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Ministerin Frau Bärbel Höhn) gefördert. Um für die Fortsetzung des Projektes auch im nächsten Jahr zu werben, wurden mit VertreterInnen der Landtagsfraktionen der SPD, CDU und Bündnis90/Grüne vor wenigen Tagen Gespräche geführt, die uns Hoffnung machen.

Informationsbroschüre

Eine Informationsbroschüre kann kostenlos beim Organisationsreferenten des Projektes Armin Torbecke in der Geschäftsstelle des BSV, Schwarzer Weg 8, 32423 Minden, 0571/29456 und Fax 0571/23019, info(at)soziale-verteidigung.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können angefordert werden.


Neuerscheinung

Theodor Ebert: Militärische Gewalt als ultima ratio? Pazifistische Positionen in der aktuellen Diskussion von

Theodor Ebert, Professor für Politische Wissenschaft an der TU Berlin, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Bundes für Soziale Verteidigung, setzt sich in zwei Vorträgen im Rahmen der ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt mit aktuellen Fragen an die Ideen von Gewaltfreiheit und Pazifismus auseinander.
Inhalt:

    • Vortrag „Militärische Gewalt als ultima ratio?"
    • "Das Vermächtnis Martin Luther Kings für die ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt."

Das Buch ist in der Geschäftsstelle des BSV erhältlich und kostet 5 Euro plus Versandkosten.


Ausbildung in Mediation ab September 2003

Im Herbst 2003 startet die 2jährige berufsbegleitende Ausbildung in Mediation als Kooperationsprojekt zwischen dem Bund für soziale Verteidigung und FairÆnd, Praxis für Konfliktberatung, Mediation, Supervision und Weiterbildung. Die Ausbildung orientiert sich an den Ausbildungsrichtlinien des Bundesverbands Mediation und bietet die Voraussetzungen für die Anerkennung als MediatorInnen.

Inhaltlicher Rahmen:

    • Ausbildung in Mediation
    • FachreferentInnen für spezifische Anwendungsfelder der Mediation
    • Supervision von Praxisfällen
    • Begleitung bei der Praxisentwicklung
    • Intervision (selbstorganisierte Lerngruppen)

Umfang: 11 dreitäge Blöcke (Zeitraum Herbst 2003 - Herbst 2005); zusätzlich 3 Tage Intervision

Termine in 2003/2004:

11.-13.09.03; 13.-15.11.03; 22.-24.01.04; 25.-27.03.04; 03.-05.06.04; 23.-25.09.04; 02.-04.12.04; Termine in 2005 werden noch festgelegt.

Kosten: 2.880 Euro
(Ratenzahlung möglich; 24 Raten à 120)
Kontakt und Information bei den ReferentInnen:
Heike Blum, Tel: 02236-379179, email: heikeblum(at)aol.comDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Detlef Beck, Tel: 05731-798425, email: detlefbeck(at)t-online.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können


Aberwitzige Zeit

Anmerkungen zu den Wellen kollektiver Unvernunft

In den letzten Monaten häufen sich Ereignisse, die ein normaler menschlicher Verstand nicht glauben will, die aber dennoch harte Wirklichkeit sind. Auf meinem Schreibtisch liegt ein kleiner Stapel von Meldungen, deren jede einzelne mich nicht so sehr an meiner eigenen Fähigkeit zweifeln lässt, alles richtig zu verstehen, sondern an der Vernunft anderer.

Natürlich weiß ich, dass jedes soziale Verhalten durch viele unterschiedliche Motive gespeist ist und dass es anmaßend wäre, so zu tun, als wäre nicht auch ich zu absurden Entscheidungen und Handlungen fähig. Und dennoch fühle ich mich als Zeitgenosse sehr unwohl in meiner Haut angesichts von Ereignissen, die ich mit dem altmodischen Wort ‚aberwitzig' belegen kann.

Aberwitzige Ereignisse

Ich liste ein paar von ihnen in zeitlicher Reihenfolge auf:

    • Mit dem Wissen, dass die Londoner Friedensdemonstrationen der 60er Jahre mit Bertrand Russell Hunderttausende mobilisiert und mit dazu beigetragen haben, schlimmere Entwicklungen zu verhindern, höre ich von der ‚größten Demonstration der englischen Geschichte': 400.000 Menschen gingen in diesem Herbst zugunsten der grausamen Fuchsjagd auf die Straße.
    • Als Südtirol-Fan habe ich mit Aufmerksamkeit ein Referendum verfolgt, das von einer kleinen italienischen Partei initiiert worden war. Der vor einigen Jahren in ‚Friedensplatz' umbenannte Bozener ‚Siegesplatz' (mit einem für ein normales Gemüt kaum zu ertragenden faschistischen Siegesdenkmal) solle wieder ‚Siegesplatz' heißen. Das Ergebnis: über 69% der Bozener entschieden sich bei einer Beteiligung von fast 70% für eine Rückbenennung - trotz eines breiten Bündnisses zwischen der konservativen, in Südtirol regierenden Südtiroler Volkspartei, Grünen und Umweltgruppen und Kommunisten, die NEIN für richtig hielten.
    • Zugegebenermaßen nicht unerwartet, gaben Anfang Oktober der US-Kongreß und der Senat dem Präsidenten die Ermächtigung, ggf. Krieg gegen den Irak zu führen, nur 35 Senatoren blieben unbeeindruckt von den ‚Beweisen' gegen den irakischen Diktator. Auch wenn fast niemand es ausspricht: mit "Ermächtigungen" haben wir in faschistischer Zeit lehrreiche Erfahrungen machen müssen, und die unvorsichtigen, gleichwohl nicht aus der Luft gegriffenen Äußerungen unserer Justizministerin belegen die Problematik solcher Ermächtigungen ebenso wie die klaren Warnungen des ehemaligen US-Justizministers und Generalstaatsanwalts Ramsey Clark.

Zeichen kollektiver Unvernunft

Sind dies alles nicht Zeichen kollektiver Unvernunft? Es ist wahr: Nicht erst unser Jahrhundert hat solche Unvernunft hervorgebracht, die Geschichte ist voll von Phänomenen, für die unser Verstand unter Berücksichtigung relevanter gesellschaftlicher Faktoren und bei größtmöglicher Einfühlung keine im humanen Sinn einleuchtende Erklärungen findet. Shakespeare, der die sozialen Verwerfungen und politischen Irrationalitäten seiner Zeit gut kannte, läßt Hamlet sagen: "Die Zeit ist aus den Fugen geraten".

Für eine humanere Gestaltung der Welt

Aber es ist für uns, die wir seit vielen Jahren für eine humanere Gestaltung der Welt einstehen, als viele Herrschende es wollen, immer wieder bitter zu sehen, dass neben allen bewegenden Erkenntnissen über unsere Existenz, allen nützlichen technischen Erfindungen und allem wunderbaren Fortschritt zugunsten der Benachteiligten neu und neu das triumphiert, was wir überwunden geglaubt haben.

Es nützt nichts, die - erfreuliche - Abwehr jeglicher Bevormundung und die - weniger erfreuliche - veränderungsresistente konservative Mentalität vieler Engländer als Beweggründe für das Festhalten an dem grausamen Ritual der Fuchsjagd zu erkennen; es nützt nichts, die latenten Spannungen in Bozen zwischen der italienisch-sprachigen Mehrheit und den Deutschsprachigen (und in Südtirol Bestimmenden) und die um sich greifende „Berlusconi-Mentalität" anzuführen (der Ministerpräsident, z.Zt. selbst vor Gericht, hat gerade ein Gesetz durchgebracht, das Angeklagten ab sofort die Möglichkeit einräumt, ‚wegen Richter-Befangenheit' den Gerichtsort beeinflussen zu können); und es nützt auch nichts zu wissen, dass die Herstellung von ‚Beweisen', die sich nachträglich als manipuliert herausstellen wie beim Golfkrieg, - leider - zum Repertoire amerikanischer (Militär-)Politik gehört und dass weit über 50% der US-Parlamentarier über keinen Reisepass verfügen, ihre Welt also nie von außen gesehen haben und deshalb den offiziellen ‚guten Argumenten' vertrauen.

Es liegt schwer auf dem Magen

Natürlich hilft das Jammern über all dies Elend nichts. Ich räume ein: früher haben mich solche Fakten viel weniger berührt. Aber je älter ich werde, desto fassungsloser reagiere ich auf entsprechende ‚Neuigkeiten', und ich vermute, dass nicht wenigen von uns schwer auf dem Magen liegt, was hier angeführt ist.

Um das Maß vollzumachen, finde ich in meinen Papierstapeln einen sorgsam aufgehobenen, aber verkramten Artikel wieder. Es handelt sich um einen Text aus der Februar-Ausgabe von "E+Z / Entwicklung und Zusammenarbeit", herausgegeben von der Bonner Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung: "Das Militär zivilisieren / Der öffentliche Dialog mit den Sicherheitskräften trägt zur Stabilisierung junger Demokratien bei".

Natürlich ist es erfreulich, dass - wie darin berichtet wird - z.B. in Lateinamerika seit 1994 ein "Dialog zwischen Militär, Polizei, Geheimdiensten auf der einen, zivilen Regierungen und Zivilgesellschaft auf der anderen Seite" stattfindet und dass es im Rahmen des Programms zur Demokratisierung von Sicherheitskräften Bemühungen gibt "deren Bewusstsein für Rechtsstaat, Demokratie und Menschenrechte" zu fördern. Der eine oder andere führende Angehörige des Militärs ist sicher lernfähig wie der ehemalige General Gert Bastian und die kriegskritischen Offiziere vom Darmstädter Signal. Es kommen also auch in problematischen Strukturen neue Ansätze auf. Aber kann jemand im Ernst annehmen, die innere Verfassung des Militärs - im Laufe der Geschichte ausgebildet und aufs immer neue dokumentiert - könnte sich so ändern, dass das beweisbar Negative nicht mehr dominiert?

Wir müssen keine Satiriker sein, um darauf hinzuweisen, dass auch ein schafs-ähnlich ausstaffierter Löwe ein Raubtier bleibt und dass Tünche noch nie das wahre Wesen eines Phänomens hat verdecken können. Es mag guten Willen haben, wer eine Zivilisierung des Militärs anstrebt; aber es gibt viele gute Gründe daran zu zweifeln, dass dieser Weg tatsächlich nach vorn und zur überfälligen Überwindung militärischen Denkens führt.

Hellere Zeiten in Sicht?

Also: Wir leben zwar in einer aberwitzigen, manchmal erschreckend absurden Zeit. Aber wir leben mit einer Perspektive, die darauf zielt, Rüstung und Militär wie kollektive Unvernunft in anderen Ausprägungen als Geißeln der Menschheit zu erkennen und schrittweise hinter uns zu lassen. Auf alle Wellen von kollektiver Unvernunft folgen Zeiten vernünftiger Ausrichtung, wofür Günther Grass, Jimmy Carter und die durch den Alternativen Nobelpreis Ausgezeichneten Garanten sind. Nach verdunkelten Zeiten kommen auch für uns hellere Zeiten, wenn wir dem Aberwitz standhalten, unsere Visionen nicht aufgeben, selbstbewusst und offensiv nach vorn sehen und mit anderen im stärkenden Austausch bleiben. Oder nicht?

Konrad Tempel

PS. Gute Gelegenheit zur gegenseitigen Stärkung bietet in diesem Sinn die BSV-Jahrestagung "Selbstbewusst und offensiv: für konstruktiven Dialog und gegen die Option von Friedenskriegen", Bonn, 14.-16. Februar 2003


Dekadenwein

Das Etikett dieses Weines mit seinem besonderen Anliegen, die grafischen Symbole der Friedensvereine Bund für Soziale Verteidigung und Versöhnungsbund, der Hinweis auf die Dekade der Gewaltfreiheit, all das macht diesen Wein zu einem hervorragenden Geschenk. Wir bieten Ihnen hiermit den "Dekadenwein - Für eine Kultur der Gewaltfreiheit und des Friedens" zu einem Preis von 6,- Euro an. Mit der Hälfte, also 3,- Euro, unterstützen Sie direkt die Friedensarbeit. Bestellungen bitte an das BSV-Büro. Bestellungen bis zum 20.12.02 werden noch vor Weihnachten postaufgeliefert.

Ein 1997er Qualitätswein mit Prädikat, Mosel-Saar-Ruwer "Winninger Röttgen Riesling Spätlese Halbtrocken", 11,0 %vol Amtl. Prüfnummer 1658128898 vom Weingut Löwensteinhof


Aus der Arbeit des IFGK:
Forschungstag Gütekraft

Am 11. Mai 2002 kamen bei der Jahrestagung des Versöhnungsbundes in Bonn 23 Interessierte zusammen zum ersten Forschungstag Gütekraft, beim IFGK - Treffen von Dr. Barbara Müller vorgeschlagen und mit der Arbeitsgruppe Gütekraft (www.guetekraft.net) gemeinsam veranstaltet. Barbara Müller moderierte den Tag brillant und professionell und erstellte ein ausführliches Protokoll (zu bestellen bei M. Arnold, Martin.Arnold(at)t-online.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können ), Tel. 0201 255282, aus dem auch dieser Bericht schöpft.

Das Wissen von der Gütekraft soll durch Forschung vertieft und später durch geeignete Medien verbreitet werden. In Bonn ging es um den Stand der Gütekraftforschung und die Frage: Welches sind die nächsten inhaltlichen und organisatorischen Schritte?

Burkhard Bläsi, Diplompsychologe aus Konstanz, stellte die Ergebnisse seines Buches Konflikttransformation durch Gütekraft (Vorwort Johan Galtung. Lit 2001. 10,90 Euro beim BSV best.!) vor und machte Vorschläge, seine Theorie zu prüfen und weiter zu entwickeln. "Zum Stand des Forschungsprozesses zur Gütekraft" führte Prof. Dr. Ulrich Wagner, Marburg, ein.

Die Gespräche drehten sich vor allem um Grundfragen zum Verstehen der Gütekraft. Viele neue Forschungsfragen zeigten sich wie: Welche Rolle spielen Werte (wie Gerechtigkeit) oder Wertebewusstsein bei gütekräftigem Handeln? Bedeutet "mehr" Bezug auf Werte (statt Taktik) ein "Mehr" an Wirkung? Welche "Werte" gehören zu gütekräftigem Handeln?"

Weitere universitäre Abschlussarbeiten sind willkommen. Beratung unter www.ifgk.de

Martin Arnold


Reise nach Osijek

Grüße an alle BSV Leute und ein herzliches Dankeschön habe ich von meiner Reise nach Osijek, die diesmal eine Einladung zum Fest war, mitgebracht.

Mitgebracht habe ich auch ein Zertifikat, auf dem zwar mein Name steht, das aber uns allen gilt. Der Text in der Übersetzung:

„Das Zentrum für Friede, Gewaltfreiheit und Menschenrechte Osijek verleiht anlässlich seines 10-jährigen Bestehens dieses Zertifikat als Würdigung für langjährige Unterstützung, für Freundschaft und stetige Ermutigung um die Kultur des Friedens zu verbreiten".

Es war schön, wieder einmal in der Stadt Osijek zu sein - in der jetzt nach 10 Jahren glücklicherweise kaum mehr etwas von der Trostlosigkeit und Verwundbarkeit, die ich im März 91 vorfand zu sehen und zu spüren ist.

Aus der kleinen Gruppe von damals (und die meisten davon habe ich wiedergesehen weil sie immer noch dabei sind) ist eine große und aktive Gemeinschaft geworden.

Der Wille und die unerschütterliche Hoffnung und Bereitschaft, dem Krieg und der Zerstörung etwas entgegenzusetzen und mit den MitbürgerInnen dieses zu

gestalten hat sie durch die vielen Jahre harter Arbeit, mancher Rückschläge, vieler Anfeindungen geführt. Bis dahin, dass sie jetzt ein großes Büro im Zentrum der Stadt haben und das vom Rathaus finanziert wird.

14 Computer habe ich gezählt, ein ständiges Kommen und Gehen von Ehren- und Hauptamtlichen.

Während der vergangenen 10 Jahre gab es viele Kontakte in fast alle Welt und aus vielen westlichen Ländern kamen immer wieder TrainerInnen und MutmacherInnen, manche fast jedes Jahr, deren Anregungen mit Engagement und Kreativität umgesetzt wurden.

Aus dem Katalog der Aktivitäten einige Stichworte: Aufbau eines Zuhör-Projektes und Ausbildung von MitarbeiterInnen, die auch in der Region Ostslawoniens mit dieser Methode viel zum Verständnis und Entspannung beigetragen haben; Entwicklung von Arbeitsgruppen (Selbsthilfe, politische Bewusstseinsbildung usw) für Frauen; Organisation von Jugendbegegnungen (mit serbischen und ungarischen Jugendlichen) und jährlichen Kulturtagen; Beratung für RückkehrerInnen, ethnische Minderheiten in der Stadt, Traumatisierten, ehemalige Soldaten; und nicht zuletzt extensive Trainings in Friedensarbeit für alle MitarbeiterInnen.

Eine Idee: warum nicht gelegentlich bei Trainings hier von diesen vielfältigen Erfahrungen profitieren, sprich: TrainerInnen aus Osijek einladen?!!

Natürlich, es raucht und zischt an so vielen Ecken dieser Welt und immer wieder wird unser Engagement erneut herausgefordert. Trotzdem sollten wir weiter zu den Leuten in Kroatien stehen - mir fällt gerade der Begriff „Brandwache" ein, wachen, dass der Funke nicht wieder überspringt.

Traude Rebmann


Luft holen für langen Atem

Der Widerstand gegen den Castor setzt auf Lebensfreude statt auf Konfrontation

Im November rollte wieder ein Castor-Transport nach Gorleben, diesmal mit gleich zwölf Behältern. Die politischen und medialen Rahmenbedingungen waren schwieriger denn je. Wir sprachen kurz nach dem Tag X mit Jochen Stay von "X-tausendmal quer" über die Frage, wie der wendländische Widerstand damit umgegangen ist.

In den Medien war relativ wenig vom Widerstand gegen den Castor zu hören.

Unsere politischen Argumente sind zwar richtig, aber nicht neu, auch das Fehlen von spektakulären Gewalt-Szenen ist unattraktiv für die Presse. Berücksichtigt man all diese Faktoren, können wir mit der jetzigen Berichterstattung sogar noch sehr zufrieden sein. Besonders positiv ist, dass ein Teil der Presse wieder mehr darüber berichtet, worum es im Wendland eigentlich geht, nämlich die ungelöste Atommüll-Entsorgung.

Nachdem beim Castor-Transport im November 2001 viele recht frustriert waren, weil weniger Leute mitgemacht haben - wie war die Stimmung diesmal?

Unglaublich gut. Das hatte meines Erachtens drei Gründe: Zum einen, weil die Zahl der Aktiven nicht zurückgegangen ist. Bei der Blockade von "X-tausendmal quer" in Laase haben sich beispielsweise genauso viele Menschen beteiligt wie im Frühjahr 2001 in Wendisch Evern, nämlich 1.200, und das mitten in der Nacht und bei kalten Temperaturen. Auch die vielen Blockaden während der Fahrt des Castor-Zuges quer durch die Republik haben viele ermutigt.

Zweitens ist es durch eine langangelegte Kampagne zum Schutz der Grundrechte und gegen den polizeilich verordneten Ausnahmezustand gelungen, sich wieder mehr Bewegungsspielraum zu nehmen. Mit Unterstützung namhafter BürgerInnenrechtsorganisationen war es möglich, dass deutlich weniger Demonstrationen und Camps verboten wurden, als vor einem Jahr.

Und schließlich lag es daran, dass unsere politischen Ziele derzeit nicht so hochgesteckt sind. Letztes Jahr dachten viele noch, es sei möglich, den unseligen Atomkonsens schnell wieder zu knacken. Dieses Mal war Widerstand mit viel Herz und Humor angesagt.

Kannst Du ein Beispiel nennen?

Ja, am deutlichsten wurde dies bei einer Aktion der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Die hatten auf einem Acker in der Nähe der Transportstrecke mit vielen Treckern das Dorf „Alt-Bräsig" gegründet. Die Polizei befürchtete Blockaden und leuchtete am Abend das Feld zwischen Treckern und Castor-Strecke mit riesigen Lichtmasten aus. Da beschlossen die Bauern, dieses Feld als Fußballstadion zu nutzen, mit der größten Flutlichtanlage im Wendland und mit ZuschauerInnen aus der ganzen Republik. Es war ein Riesenspaß, und die mit Räumpanzern und Wasserwerfern angerückte Polizei war ziemlich ratlos.

Es wurde diesmal also viel dafür getan, dass der schon sprichwörtliche lange Atem des wendländischen Widertandes nicht ausgeht. Schließlich wird der Streit um Gorleben noch viele Jahre weitergehen. Noch längst ist das Endlager im Salzstock nicht verhindert. Die Castor-Transporte sollen noch lange rollen und die bisher angefallene Atommüllmenge wird sich bis zum vorgesehenen Ende der AKWs in etwa 30 Jahren noch verdreifachen. So gesehen war es genau richtig, diesmal nicht auf kurzfristigen Erfolg zu setzen, sondern durch die gute Stimmung dafür zu sorgen, dass beim nächsten Castor die Zahl der Aktiven wieder ansteigt.

Wie meinst Du das?

Na, endlich lässt sich wieder guten Gewissens sagen: Wer in anderen Bewegungen aktiv ist und einmal etwas neuen Mut für die eigene langwierige politische Arbeit braucht, sollte den nächsten Castor-Transport nicht verpassen. Dass die Menschen im Wendland sich nach über 25 Jahren Gorleben-Konflikt auch von 16.000 PolizistInnen und zwölf Castor-Behältern nicht ihren Lebensmut nehmen lassen, das ist so außergewöhnlich, dass es sich niemand entgehen lassen sollte.

Jochen Stay wird als „Bewegungsarbeiter" von einigen UnterstützerInnen finanziert und freut sich, wenn dieser Kreis noch wächst. Infos: www.bewegungsstiftung.de oder bei j.stay(at)jpberlin.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können oder Tel.: 05841-4521 www.x1000malquer.de


Einladung zur Jahrestagung und Mitglieder - Versammlung des BSV:

Freitag, 14.2. bis Sonntag, 16.2.2003 im Haus Venusberg, Haager Weg 28-30, 53127 Bonn, Tel. 0228/289910.

Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit UMBRUCH, Bildungswerk für Friedenspolitik und gewaltfreie Veränderung durchgeführt.

Selbstbewusst und offensiv: Für konstruktiven Dialog und gegen die Option von Friedens-Kriegen

Fr 19.30 - 20.30 Vorstellungsrunde

20.30 - 21.30 Selbstbewusst und offensiv genug? JA oder NEIN

Streitgespräch auf dem Podium zu bisherigen Strategien der Alternativ-Bewegung (mit Öffnung zu den Tischgruppen)

Sa 9.00 - 10.00 Selbstbewusst und offensiv nach vorn denken!

Kontroverse Voten auf dem Podium für mehr 'Biss' gegenüber den Herrschenden (anschließend weitere Voten aus dem Plenum)

Sa 10.30 - 12.00 Plenum

Diskussion zur aktuellen Gewalt-Situation - Analysen und Meinungen: Für Dialog und gegen Friedenskriege

Sa 14.30 - 16.00 Gesprächsgruppen mit Eingangs-Statements:

A zur Militarisierung der deutschen Außenpolitik
B zu Rüstung und Militär
C zur innergesellschaftlichen MultiplikatorInnen-Arbeit für konstruktives Streiten
D zum Wirken des ZFD in zivil-gesellschaftlicher Verantwortung
E zur Nonviolent Peaceforce

Sa 16.40 - 18.00 Selbstbewusst und offensiv: Übersicht über das breite Ideen-Spektrum für BSV oder einzelne und Ausblick
(jede Gesprächsgruppe stellt 2-3 Ideen für "offensives" Agieren des BSV vor) Perspektiv-Diskussion

Alle Mitglieder und Gäste sind herzlich eingeladen, auf Wandzeitungen Vorhaben vorzustellen, in denen sie gerade engagiert sind und auf die sie die Anwesenden aufmerksam machen möchten.

Tagesordnung der Mitglieder-Versammlung

MV 1 Samstag 19.30 - 21.30 h

1 Begrüßung u.a.
2 Rückblick auf acht Jahre BSV-Arbeit
3 Befragung der KandidatInnen für die Vorstandsämter
4 Die politisch-inhaltliche Arbeit / Erörterung: Berichte der BSV-AGs:

(1) Vorhaben Erkundung Israel

MV 2 Sonntag 9 - 12.30 h

4 Die politisch-inhaltliche Arbeit / Erörterung (Fortsetzung)

Berichte der BSV-AGs: (2) Netzwerk Friedenssteuer / (3) Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung / (4) Nonviolent Peaceforce / (5) Wege aus der Gewalt / (6) Soziales Verteidigen / (7) Friedensstützpunkte - Jahresbericht des Vorstands und der Geschäftsstelle (wird mit der Einladung verschickt) sowie weitere Berichte zur päd. Arbeit

5 Finanzen / Erörterung

5.1. Finanzbericht
5.2. Bericht der Kassenprüfer / Entlastung des Vorstands
5.3. Haushaltsvoranschlag

6 Wahlen

6.1. zwei Vorsitzende
6.2. fünf weitere Vorstands-Mitglieder
6.3. zwei Kassenprüfer

7 Bestätigung der BSV-AGs

8 Zur künftigen Arbeit des BSV

12.30 Ende mit dem gemeinsamen Mittagessen