RB 021

SOZIALE
VERTEIDIGUNG

Konflikte gewaltfrei austragen - Militär und Rüstung abschaffen

Rundbrief 1/2002 des BSV

Redaktion Peter Betz

Schwarzer Weg 8, 32423 Minden (Herausgeber)

V.i.S.d.P. Konrad Tempel

Kostenlos Auflage: 6.500

Druck: ART & IMAGE, Minden

Tel. 0571/29456 Fax 0571/23019

Erscheinungsweise: vierteljährlich

SPK Mi-Lü, BLZ 49050101, Nr. 89420814  

Redaktionsschluß für 1/02, 15. 12. 2001

E-Mail: info(at)soziale-verteidigung.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Internet:http://www.soziale-verteidigung.de

Liebe Leserin, lieber Leser!

Das BSV Team wünscht Ihnen von ganzem Herzen ein friedliches und gesundes neues Jahr 2002.

Nach alldem was seit dem September passiert ist, wollen wir uns vom 22.-24.März im Rahmen unsere Jahrestagung über pazifistische Gegenstrategien austauschen. Wir laden Sie herzlich dazu ein. Mehr dazu auf Seite 8.

Leider hat sich Christine Schweitzer entschlossen, den BSV zu verlassen. Wir bedauern sehr, sie zu verlieren und danken ihr für ihre überaus wertvolle Arbeit, die wir sehr vermissen werden. Sie arbeitet künftig wissenschaftlich für das IFGK und ist weiterhin als Research and Planing Director der Nonviolent Peaceforce tätig. Bitte beachten Sie dazu unsere Stellenanzeige in diesem Rundbrief. Für die vielen Projekte und Vorhaben (z.B. planen wir eine Intern. Tagung in 2004 "Alternativen zum Militär") im BSV brauchen wir auch weiterhin viele Menschen, die mitmachen und uns unterstützen. Nur durch Ihre Unterstützung wird die Arbeit des BSV erst möglich. Noch einmal vielen Dank.

Peter Betz


Aus dem Inhalt
Geschäftsführende/n Referent/in gesucht
Viel zu simpel, Herr Staatsminister
Kosovo: "Aufruf zu Straftaten": endgültiger Freispruch
Abstimmungsniederlage - dennoch großer Erfolg
MultiplikatorInnen - Training
Wegweiser: Konfliktbearbeitung in Deutschland
BSV Projekt in NRW - Pilotphase erfolgreich gestartet
Krieg, Geld und Gewissen
Gewaltfrei intervenieren - von Barbara Müller
Pazifistische Rede mit Suspendierung und Versetzung "beantwortet"
Neues Projekt "Praxistranfer - Auf dem Weg ins freundliche Klassenzimmer"
Erfolge, die Mut machen
Studientag am 2. März 2002
Einladung zur Jahrestagung und Mitglieder - Versammlung des BSV
Anmeldung zur Jahrestagung und Mitglieder - Versammlung des BSV

Der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) - "Konflikte gewaltfrei austragen / Rüstung und Militär abschaffen" - eine bundesweite Organisation der Friedensbewegung mit Sitz in Minden - sucht eine/n

Geschäftsführende/n Referent/in
für den Bereich: Pazifismus/ Militärkritik.

Sie sind in der Lage, die folgenden Aufgaben selbstständig und eigen-verantwortlich zu bewältigen:

Sie vertreten den BSV in Gremien sozialer Bewegungen und gegenüber Verwaltungen und Öffentlichkeit im weitesten Sinn.

    • Sie organisieren Veranstaltungen und erstellen Materialien u.a. für die Öffentlichkeitsarbeit.
    • Sie übernehmen Mitverantwortung bei der gemeinsamen Finanzplanung und strategischen Entwicklung. Sie stehen ab 1.4. oder später zur Verfügung.
    Sie bringen ein: positive Einstellung zu Gewaltfreiheit und Pazifismus, Teamfähigkeit, hohe Kommunikations-kompetenz, Erfahrungen in sozialen Bewegungen, politisch-konzeptionelles Denken und Organisationstalent, Kreativität und Flexibilität, professionelles Auftreten, gutes Englisch, flüssigen Schreibstil sowie den Willen, dem Pazifismus im Rahmen der Tätigkeit für den BSV ein "Gesicht" zu geben.

Wir bieten Ihnen: einen weitgehend selbst zu gestaltenden Arbeitsplatz gemäß interner Absprache, eine Unterstützungsstruktur von haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeit.

Die Bezahlung wird angelehnt an den BAT IV in einer bis zu 75% Stelle.

Bewerbungen bitte bis zum 10. 2. 2002 an die Geschäftsstelle in Minden, Ringstr. 9a, 32423 Minden, Tel. 057129456, Fax 0571/23019, e-mail: info(at)soziale-verteidigung.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können


Viel zu simpel, Herr Staatsminister

Ludger Volmer, grüner Staatsminister im Auswärtigen Amt hat im Januar ' 02 einen "neuen politischen Pazifismus" propagiert, der Verantwortung und Risiken mittragen und ein bißchen Krieg akzeptieren müsse. Nicht nur der BSV, sondern auch Reinhard Voß, Generalsekretär von Pax Christi, und Wolfgang Gehrcke, außenpolitischer Sprecher der PDS, haben vehement widersprochen

Wir verzichten auf den vollständigen Abdruck unserer eigenen Stellungnahme und bringen dafür im folgenden Auszüge aus den Voten unserer Weggefährten, um zu verdeutlichen, wie kraftvoll und profund pazifistische Positionen in die Öffentlichkeit hineinwirken können.

B S V 10.1.02:

... Unser Verständnis von Pazifismus fußt nicht auf einem Gegensatz von Gesinnung und Verantwortung, sondern schließt beides ein. Es ist ein lang andauerndes Missverständnis in den Reihen von Bündnis90/Grüne, dass Gewaltfreiheit bedeute, keine Verantwortung, keine Risiken tragen zu wollen. Gewaltfreies oder pazifistisches Handeln übernimmt Verantwortung in und für Situationen und gibt sich nicht der Illusion hin, dass solches Handeln nicht auch Menschenleben fordert. Wer für nichtmilitärisches Handeln eintritt, übersieht weder, das dies in letzter Konsequenz auch den Tod von Menschen bedeuten kann, noch, dass es hier genauso wenig eine Erfolgsgarantie geben kann wie beim Einsatz von Militär. Der erfolgreiche gewaltfreie Widerstand von Gandhi gegen die englischen Kolonialherren ging genauso wenig ohne Opfer ab wie die Revolution auf den Philippinen 1986 ..... Pazifismus heißt für uns, den Weg ziviler Konfliktaus-tragung zu gehen und alle möglichen Ressourcen für möglichst gewaltfreie Optionen zu mobilisieren und einzusetzen ..... Mit der Versicherung der blinden Gefolgschaft der deutschen an die US-Regierung hat die Bundesregierung jetzt sogar auf eine eigene Lagebeurteilung und die Entwicklung möglicher Alternativen von vornherein verzichtet.

Warum, so fragen wir die Bündnis90/Grünen und die SPD gleich mit, wird nicht viel stärker in die Entwicklung von Alternativen zur zivilen Konfliktbewältigung investiert und warum werden nicht viel intensiver die Programme ziviler Konfliktbearbeitung im innergesellschaftlichen Bereich unterstützt? ..... Schnelle und umfassende Antworten auf schwierige Fragen und Probleme zu fordern, hat auch etwas mit Realitätsverdrängung zu tun.

Wolfgang Gehrke:

Schon Bertha von Suttner, Carl von Ossietzky oder Helene Stöcker mussten sich anhören, dass ihre Politik untauglich sei für die Realität, als Idealisten wurden Albert Schweitzer, Albert Einstein, Bertrand Russell, Martin Luther King, Mahatma Gandhi und die ungezählten Pazifistinnen und Pazifisten der vergangenen 100 Jahre abgestempelt.....

Er kommt sogar der These von Heiner Geißler bedenklich nah, der auf dem Höhepunkt der Bewegung gegen den

Nato-Doppelbeschluss behauptete, der Pazifismus habe Auschwitz erst möglich gemacht, weil er die Verteidigungsbereitschaft der westlichen Demokratien gegenüber Hitler geschwächt habe .... Anders der Grünen-Politiker Volmer heute. Er will die Traditionen der Friedensbewegung für die Politik der Bundesregierung vereinnahmen.....

1/ (Die Thesen Ludger Volmers (Frankfurter Rundschau 7.1.02) , die vollständigen Reaktionen von Reinhard Voß, von Wolfgang Gehrcke (Frankfurter Rundschau 16.1.02) und vom BSV sind über unsere Internet Adresse erhältlich.)

Im "humanitären Krieg" geht es angeblich nicht um Macht, Einflusssphären, Reichtum oder Rohstoffe, sondern um - Menschlichkeit.... Militäreinsätze sind altruistisch. Unter Rot-Grün .... wird deutsche Kriegsbeteiligung zu einer Sache der Moral, und über Interessen wird nicht mehr geredet. Das entmündigt den Bürger, das schadet der Demokratie. Sie wird zur "wehrhaften Demokratie", die dem Bürger misstraut, die den Souverän zum verdächtigen Subjekt macht.

Reinhard Voß:

Wann, wenn nicht jetzt, ist Pazifismus gefragt.

I. Sich wehren gegen Vereinnahmung

... (der politische Pazifismus) engagiert sich etwa durch zivile Konfliktbearbeitung, zivile Friedensdienste, Trauma- und Versöhnungsarbeit im Umfeld politisch-militärischer Konflikte - in der Prävention, im Konflikt selbst und in Nachsorge und Wiederaufbau.

In der Nachkriegszeit scheut er nicht den Kontakt zu den Militärs, achtet aber darauf, sich nicht ideologisch, publizistisch, logistisch und praktisch von diesen vereinnahmen und in deren Macht- und Militärlogik einbinden zu lassen. Diese ..... völlige Aburteilung des prophetischen und vollständige Vereinnahmung des politischen Pazifismus ist unannehmbar. Pazifismus ist grundsätzlicher christlich, religiös oder humanistisch verortet, als dass er in der Volmer'schen machtopportunistischen Art definitorisch zerfleddert oder relativiert werden könnte. Mag er die von ihm vertretene Politik friedenssichernd und -fördernd nennen, aber das Recht, sie pazifistisch zu taufen, muss ihm abgesprochen werden. Pazifismus und Antimilitarismus gehören heute zusammen.

II. Als Pazifisten die neuen Herausforderungen ernst nehmen

Der berechtigte Kampf gegen den "Terrorismus" - der noch allzu vage definiert ist - darf künftig nicht weiter vermischt werden mit Kriegspolitik, die ihrerseits wiederum machtpolitische Ziele hat. Daher ist dieser Kampf auch nur und ausschließlich im Rahmen der UN legitimier- und führbar. Die Nato oder gar ein oder mehrere hoch gerüstete Länder sind ungeeignet dazu und bauen neue, weltweite Spannungen auf.

III. Alternativen aufzeigen, die wir als christlich motivierte Pazifisten politisch wichtig finden

Ich nenne fünf Leitbilder:

1. das Leitbild des gewaltfreien Jesus, die Vision der "Pax Christi", des jesuanischen Friedensstiftens durch radikales Verstehen und manchmal auch Provozieren des "Gegners". Das derzeit oft abschätzig zitierte Hinhalten der "anderen Wange" (Mt. 5,39) deuten wir neu: "Die Person, die die andere Backe hinhält, sagt damit: Versuch es noch einmal! Dein erster Schlag hat sein eigentliches Ziel verfehlt. Ich verweigere dir das Recht, mich zu demütigen." (W. Wink) Solch gewaltfreier Widerstand ist nicht passiv, sondern eine sehr aktive, erlernbare, und sogar taktisch und strategisch einsetzbare Haltung und Handlung. Sie setzt eine spirituelle Vertiefung voraus, eine ständige innere Wachheit.

2. das Leitbild des "gerechten Friedens", das sich der grundsätzlichen "vorrangigen Option für Gewaltfreiheit" der Ökumenischen Versammlungen der Kirchen in der DDR (1987/88) verdankt, basierend auf der tiefen Einsicht, dass Gewalt allzu leicht nur Gewalt gebiert und in Form einer Spirale sehr schnell politisch unkontrollierbar wird.

3. das Leitbild der zivilen Konfliktbearbeitung, des zivilen Friedensdienstes und des "Schalomdiakonats". Pazifisten entwickelten dazu eine Vielfalt gewaltfreier Aktionsformen von der Sozialen Verteidigung und der Mediation bis zu internationalen Missionen in präventiver und auch konfliktvermittelnder Absicht. Der amerikanische Ex-Präsident hat mit seinem "Carter-Institute" Vorbildliches in dieser Hinsicht geleistet.

4. das Leitbild einer Kultur des Friedens und der Toleranz, ein dialogischpolitischer Ansatz der Anerkennung unterschiedlicher Interessen und Positionen jenseits eines simplen Gut-Böse-Schemas. Dieses Leitbild verweist auch auf die eigenen negativen Anteile und wird dadurch konsens-, kompromiss- und versöhnungsfähig. 2001 bis 2010 haben die Kirchen eine "Dekade zur Überwindung von Gewalt" und die UN eine solche für eine "Kultur des Friedens" ausgerufen! Auch Initiativen wie "Weltethos" und "Erdcharta" dienen diesem Ziel; interreligiöser und interkultureller Dialog sind Wege dahin.

5. das Leitbild des Völkerrechts im Sinne von Kants "Ewigem Frieden", nämlich einen weltweit koordinierten und kodifizierten juristischen Weg der Gewaltkontrolle durch Entwicklung weiterer UN-Instrumente zur Bekämpfung und Bestrafung internationaler Gewalttäter. Der nächste Schritt dazu ist nun die rasche Ratifizierung des in Rom 1998 beschlossenen Internationalen Strafgerichtshofes - ein Begriff, den man in Volmers Beitrag übrigens vergeblich sucht.

www.fr-aktuell.de/start/doku sowie BSV: www.soziale-verteidigung.de


Kosovo: "Aufruf zu Straftaten": endgültiger Freispruch

Kurz vor Jahresschluß konnten Helga und Konrad Tempel an ihre UnterstützerInnen die Nachricht versenden, dass die Berliner Justiz den Einspruch gegen die Freisprüche in 2. Instanz zurückgezogen hat.

Damit sind sie rechtsgültig - zulasten der Staatskasse - freigesprochen und rehabilitiert. Allerdings fehlt auch in der Begründung ihrer Freisprüche durch Amtsgericht und Landgericht die Infragestellung der Rechtmäßigkeit des Kosovo-Kriegs, worauf alle Unterzeichner des Aufrufs zur Gewissensprüfung gezielt haben; nur einer der vielen Berliner Richter sah

sich in der Lage, die Völkerrechtswidrigkeit der Militär-Angriffe festzustellen. Einige der fast 30 Verfahren sind immer noch nicht beendet.

Die Anteilnahme an diesen Prozessen war sehr groß: die Angeklagten haben nicht nur viel ermutigenden Zuspruch, sondern auch Spenden für den Fall der Verurteilung und damit verbundenen Kostenübernahme erhalten; die Richterin der ersten Instanz zeigte sich im Fall der Tempels erstaunt über die ‚beunruhigende' Zahl von unterstützenden Briefen an das Gericht.

Die Humanistische Union hat den Erst-UnterzeichnerInnen inzwischen den renommierten Fritz-Bauer-Preis für Zivilcourage verliehen.


Abstimmungsniederlage - dennoch großer Erfolg

In der Schweiz hat Anfang Dezember ein Referendum stattgefunden: es ging u.a. um die Abschaffung der Armee und die Einführung eines Zivilen Friedensdienstes.

Bei einer Beteiligung von 35% der Stimmberechtigten votierten 21,9% gegen das neue Militärgesetz und 23,2% für die Einführung eines ZFD. Damit waren die Ideen der beiden getrennten Initiativen, für die sich viele Schweizer Gruppen monatelang und mit Erfolgsaussicht engagiert hatten, von der Bevölkerung abgeschmettert.

Angesichts der politischen Großwetterlage ist das allerdings nicht verwunderlich. Daß sich unter diesen Umständen immerhin 384.991 Leute für eine Schweiz ohne Armee und 405.011 für einen freiwilligen ZFD entschieden haben, darf dennoch als bedeutender europäischer Erfolg gewertet werden. Oder kennen wir ein anderes Land unseres Kontinents, in dem sich so viele Menschen explizit für unsere pazifistischen Positionen ausgesprochen haben?

Deshalb gratulieren wir unseren Schweizer Freunden jenseits der Grenze, der "Gruppe Schweiz ohne Armee / GSoA", zu diesem Ergebnis. Die GSoA gehört seit vielen Jahren zu den Trägerorganisation des BSV.


MultiplikatorInnen - Training

Der BSV veranstaltet vom 10. bis 14. Juni 2002 in der Bildungsstätte Energie- und Umweltzentrum am Deister in Springe-Eldagsen in Kooperation mit der Stiftung Mitarbeit eine Weiterbildung für MultiplikatorInnen und ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit zur selbständigen Durchführung von Workshops zu den Themen: Wege aus der Gewalt / Konstruktiven Konfliktlösungen auf der Spur.

Kosten: Teilnahmebeitrag: 140,- Euro / 70,- Euro (ermäßigt) incl. Unterkunft und Verpflegung. Anmeldungen bitte an die BSV Geschäftsstelle, Schwarzer Weg 8, 32423 Minden, 0571/29456

Wegweiser: Konfliktbearbeitung in Deutschland

Kurz vor Jahresende hat die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung eine nützliche Zusammenstellung mit Daten von über 90 Einrichtungen und Organisationen vorgelegt, die in unserem Land gegen weit verbreitete Interesselosigkeit und Trägheit für eine Konflikt-Transformation wirken. Die detaillierten Angaben geben Aufschluss über Inhalte und formale Aspekte. Barbara Müller: "Wir sind einer in ihrer Vielfalt reichen Zivilgesellschaft auf der Spur .... An aktuellen, aber auch zukünftigen Bruchstellen.... organisiert und artikuliert sich Zivilgesellschaft. Sie schafft sich ihre eigene Formen von Ermächtigung durch Training, Qualifizierung, Vernetzung und Transfer..... rund um Themen, die der Lösung harren: Asyl, Migration, Rassismus, Ökologie, Krieg-Frieden, Geschlechterfrage".

Wer diese Übersicht der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung von Carina Fiebich für die eigene Arbeit benötigt, kann ihn kostenlos bei der Geschäftsstelle der AFB, Beethovenallee 4, 53173 Bonn, mennen(at)priub.orgDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können bestellen.

BSV Projekt in NRW - Pilotphase erfolgreich gestartet

Im Rahmen des Projektes "Konstruktive Konfliktkultur im kommunalen Zusammenhang", ein Vorhaben des BSV in Kooperation mit dem Versöhnungsbund, fand Am 16.1.2002 fand in der evangelischen Akademie in Iserlohn ein Fachgespräch statt. Referenten aus Politik, Kirche, Kommune und Wissenschaft gaben einen Einblick in die aktuellen Aktivitäten.

Der Ansatz „soziale Phänomene wie Gewalt und destruktive Aggressivität am wirkungsvollsten im Verbund anzugehen", erklärte Kurt Südmersen, Projektmitinitiator und Trainer, „ist uns ein wichtiges Anliegen". Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUN-LV) des Landes NRW unterstützt aus diesem Grunde unser Projekt". Eine Politik, für die auch seit Jahren der Name Ute Koczy (MdL B90/Grüne) steht. „Das Land NRW ist das erste und auch einzige Bundesland, in dem ein solches Projekt durchgeführt wird", führte sie aus und sicherte dem Projekt ihre weitere Unterstützung zu.

Für weitere Auskünfte steht ihnen gerne Ute Hegener / Organisationsreferentin zur Verfügung.

Telefon und Fax 0201/26 96730
Email: utehegener(at)t-online.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können


Krieg, Geld und Gewissen

Vom 5.-8.9.2002 findet in Hirschluch die 9. Intern. Konferenz für Militärsteuerverweigerung und Friedenssteuerinitiativen statt.

Das Netzwerk Friedenssteuer lädt in Kooperation mit dem BSV zu dieser Konferenz ein. Anmeldungen bitte bis zum 20.2.2002 an Friedrich Heilmann, Seestr. 21, 15537 Erkner, Tel. 03362/503071

Gewaltfrei intervenieren: Konturen eines künftigen Auslandsengagements des BSV

Barbara Müller

Die Einstellung der Arbeit des Balkan Peace Teams im März vergangenen Jahres beendete vorläufig das aktive eigene Engagement des BSV im Ausland. Das BPT war über die Jahre eine Quelle für den Erwerb von Kompetenz und Sachverstand, es legitimierte zur Einmischung in innerdeutsche Debatten um Militäreinsätze und ihre Alternativen. Seine Beendigung gab nun die Möglichkeit, die Erfahrungen zu reflektieren. So drängte der BSV darauf, dass das BPT eine Evaluierung vornahm. Hierzu gab es eine vorbereitende Umfrage und ein "Debriefing"-Treffen im Oktober. Den Evaluierungsbericht schreibt gerade Christine Schweitzer.

Parallel hierzu beschloss der BSV-Vorstand, über mögliche Formen eines weiteren eigenen Auslandsengagements des BSV nachzudenken..

Die Möglichkeit, an einem Aktionsforschungsprojekt des Instituts für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK) teilzunehmen, bot die Chance, in selbstreflexiver Weise diese Aufgabe anzugehen.

In drei Treffen im Mai, Juli und November arbeiteten Vorstandsmitglieder und Christine Schweitzer als verantwortliche Geschäftsführerin für diesen Arbeitsbereich mit Barbara Müller und Oliver Wolleh, den AktionforscherInnen des IFGK, an zukünftigen gewaltfreien Interventionsoptionen.

Bei der Entwicklung der Szenarien und Projektideen spielten verschiedene Aspekte eine Rolle:

- Was kann der BSV?

- Was für eine Art der "Einmischung" kommt in Frage?

- Welche Art von Konflikt kommt in Frage?

- Welche Art von Projekt ist denkbar?

Das Kompetenzprofil des BSV ist eine Mischung aus originären Kompetenzen und aus schon erwachsenen Fähigkeiten aus der Arbeit im BPT.

Welcher Konflikt passt zum Kompetenzprofil?

Dazu gehören Trainings, Konfliktanalyse, Dialogförderung, Unterstützung lokaler Gruppen, Unterstützung bei Vernetzung, Freiräume für lokale Akteure schaffen, Beratung, Training, Unterstützung sozialer Bewegungen (Kampagnen, ziviler Ungehorsam, Widerstandsstrategien, SV-Techniken und Methoden. Hierfür Beratung, Lobby und Training).

Wenn die eigenen Kompetenzen passen, welche weiteren Kriterien der Auswahl sind zu berücksichtigen? Sind es die vergessenen Konflikte oder die im wahrsten Sinne brandaktuellen? Muss man sich

auch in Israel/ Palästina engagieren, weil die Aufmerksamkeit der Medien hoch ist? Oder sollte man lieber dafür sorgen, dass sich mehr Aufmerksamkeit auf das Konfliktpotenzial des Kaukasus richtet? Was kann man überhaupt ausrichten? Sollten die Partner Akteure sein, die den Konflikt entscheidend mitbestimmen? Wie zu ihnen den Kontakt herstellen?

Konfliktdynamik, Zugang zu Akteuren, die Chancen, Aufmerksamkeit zu erhöhen und eigene Handlungsmöglichkeiten werden bei der konkreten Festlegung eines möglichen Aktionsraumes eine wichtige Rolle spielen.

Dabei sind die Bewertungen gar nicht so eindeutig zu treffen: Kommt man beispielsweise zur Einschätzung, dass eine Konfliktsituation ein hohes Risiko der Eskalation in sich trägt, kann die Konsequenz daraus sein, jetzt schnell gerade dort aktiv zu werden, um "das Schlimmste verhindern zu helfen..." Die Erfahrungen mit der Vorbereitung von Einsätzen zeigt aber auch, dass sich in der Zwischenzeit die Situation bereits so weit verschlimmert haben kann, dass es die Handlungsmöglichkeiten gar nicht mehr gibt, die man ursprünglich gesehen hatte. Der Umkehrschluss führt auch in die Irre, nämlich dass man sich aus eskalationsgefährdeten Situationen grundsätzlich heraushalten soll - eine Weiterentwicklung von Handlungsmöglichkeiten ist dann nicht mehr möglich.

Rasch aktiv werden im Konflikt

Für ein rasches Aktiv-Werden spielt eine große Rolle, wie die Kontakte und Beziehungen in die Konfliktregion beschaffen sind: Müssen die Beziehungen erst aufgebaut werden oder kann man gleich zusammen "loslegen"? Gibt es in der Konfliktregion mögliche Partner, die sich als Akteure im Konflikt verstehen und die eine gewisse organisatorische, personelle, politische Infrastruktur haben - oder muss all dieses erst gemeinsam entwickelt und aufgebaut werden? Je nach Antwort werden ganz unterschiedliche Dinge nötig und möglich sein - oder auch nicht. Hier haben die Erfahrungen der Projektpraxis des BPT den BSV sicherlich sehr viel sensibler gemacht.

Der BSV im internationalen Zirkus

Schließlich ist auch die eigene Rolle als "internationale Organisation" kritisch zu beleuchten. Welche Rolle wird man spielen, zwischen all den anderen internationalen Akteuren? Soll der BSV auch ein Teil des "internationalen Zirkus" werden, der von Konflikt zu Konflikt zieht, immer im Windschatten von CNN? Soll und darf er dort aktiv werden, wo internationale Militärpräsenzen einen Rahmen vorgeben? Soll er dort aktiv werden, wo andere gerade nicht sind oder dort, wo der Zirkus schon wieder weiter gezogen ist?

Eine wesentliche Komponente jeder Auslandsarbeit ist die Vermittlung der Erfahrungen in die eigenen, sehr unterschiedliche Öffentlichkeiten, die man erreichen kann. Die Entscheidung für einen "vergessenen Konflikt" bedeutet einen viel größeren Aufwand an oft vergeblicher eigener Öffentlichkeitsarbeit; umgekehrt garantiert die Entscheidung für einen Konflikt im Mittelpunkt öffentlichen Interesses nicht, dass das öffentliche Interesse dort auch bleibt oder dass es produktive Konsequenzen zeigt.

Soll es präventiven Charakter haben? Soll es als Lerndienst für junge Menschen geeignet sein? Soll es militärkritisch sein oder eher konstruktive Ansätze umsetzen, z.B. im Bereich Versöhnung oder Training? Auf keine dieser Fragen ergeben sich die Antworten "von selbst sondern weitgehend aus Kriterien, die mit den Konflikten direkt wenig aber die sehr viel damit zu tun haben, wie sich die Organisation selbst zu Konflikten verortet, was sie selbst interessiert und als ihre Möglichkeiten ansieht.

Innovativ, symbolkräftig, und exemplarisch sein

Sollen z.B. die Möglichkeiten von Friedensteams weiter ausgelotet werden? Soll an den Möglichkeiten von Prävention gearbeitet werden? Soll ein gewaltsam eskalierter Konflikt bearbeitet werden? Sind die Basisorganisationen die Partner? Oder sind Entscheidungsträger die Adressaten des eigenen Handelns? Ist das Projekt finanzierbar über Spenden oder Anträge? Bislang hat sich herausgeschält, dass ein neues Projekt innovativ sein soll, mit einem unverwechselbaren Profil, das exemplarisch und symbolkräftig die Möglichkeiten gewaltfreier Ansätze konkret aufzeigt und das geeignet ist, weitere Menschen für diese Arbeit zu interessieren.

Vor Ort soll es tragfähig sein, die Beteiligten qualifizieren und bestehende Allianzen nutzen.

Ein konkreter Projektvorschlag wird daraufhin zu prüfen sein, inwieweit die Risiken tragbar, qualifiziertes Personal und Partner vorhanden sind und ein konkreter Aktionsvorschlag vorliegt. Was einen Anfang hat, soll auch ein Ende haben: Eine Strategie für das Ende der Mission gehört auch zu den Notwendigkeiten, wenn es an die Ausführung geht.

Anfrage aus Konfliktregionen

Es gibt jedoch ein wichtiges Bindeglied zwischen "fernen" Konflikten und dem BSV: Kontakte und Beziehungen von Menschen, die im BSV aktiv sind zu Menschen in Konfliktregionen und Anfragen aus Regionen, die in das Kompetenzprofil des BSV passen. Möglicherweise werden sie den Ausschlag dafür geben, wohin der nächste Schritt sich richten wird.

Nach einem weitgehend sehr analytischen Vorgehen hat die Arbeitsgruppe die Fäden wieder zusammengezogen. Für den Bundesausschuss wurden erste Szenarien entwickelt und diesem vorgestellt. Hier flossen die großen Stränge wieder zusammen: Kompetenzen des BSV, Projektformen, Konflikte, Länder... Herausgekommen sind Szenarien, die sich auf Projekte im Kaukasus, auf dem Balkan, in Israel-Palästina und in der Türkei bezogen. In allen Fällen sahen wir dort reale Möglichkeiten für den BSV, aktiv zu werden. Der BA ergänzte diese Liste noch um Zypern.

Wohin soll die Reise gehen?

Der nächste Schritt wird sein, die vorliegenden Kontakte aufzunehmen und zu sondieren, welche realen und konkreten, präzisen Projektideen sich hieraus ergeben. Die konzeptionelle Phase ist erstmal vorbei, jetzt geht es wieder hinein in die komplexen Situationen, in denen sich der BSV als Partner im Konflikt bewähren muss.


Pazifistische Rede mit Suspendierung und Versetzung "beantwortet"

Am 18. September 2001 fand in Siegen ein "Trauermarsch" von 3000 Siegener SchülerInnen unter der Losung "Gegen Terror, Gewalt und Krieg" statt. Mehrere Schülervertretungen hatten aus Anlass der Anschläge in New York und Washington hierzu aufgerufen. Auf der Abschlusskundgebung wurden mehrere kurze Wortbeiträge, insbesondere von SchülerInnen, mit Trauerbekundungen gehalten. Die Schülervertreter hatten den Lehrer Bernhard Nolz der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule gebeten, die Abschlussrede zu halten. Bernhard Nolz ist langjähriges BSV-Mitglied und seit langen Jahren aktiv in der Initiative PädagogInnen für den Frieden. Seine Rede war deutlich politisch akzentuiert, u.a. mit der Verurteilung des Terroranschlags, mit Verurteilung der Weltpolitik der USA und dem Aufruf den Kriegsdienst zu verweigern. Die Abschlussrede wurde von den noch anwesenden SchülerInnen mit freundlichem Beifall quittiert.

Am folgenden Tag begann mit einem Artikel in der lokalen Siegener Zeitung die Angriffe auf Bernhard Nolz, die sich dann kontinuierlich steigerten. Sogar die Bildzeitung feuerte eine Breitseite auf den "Terroristenverteidiger" ab. Lokale CDU Politiker und Bundestagsabgeordnete ergriffen das Wort gegen Bernhard Nolz. Es wurde von Missbrauch der TeilnehmerInnen an den Abschlusskundgebung und gar von strafbaren Handlungen (Billigung von Straftaten nach § 140 StGB) durch den Redner gesprochen.

Eigene Meinung mit Disziplinarmaßnahmen bestraft

Schließlich wurde Bernhard Nolz vorläufig vom Schuldienst suspendiert. Seit Anfang Dezember ist er in eine andere Schule, 50 km entfernt von Siegen "abgeordnet" worden. Bernhard Nolz befürchtet, dass die Abordnung auf eine Zwangsversetzung hinauslaufen könnte. Abgesehen davon, dass pazifistisch-politische Ansprachen unvermeidlich „Steine des Anstoßes" vielleicht auch Wendungen enthalten, die bei eigenen Freunden nicht auf Zustimmung stoßen, geben die disziplinarischen Maßnahmen den SchülerInnen und Schülern ein falsches, demokratiefeindliches Signal.

Substanzielles Element demokratischer Gesellschaften ist das konflikthafte Meinungsunterschiede diskursiv im gegenseitigen Respekt und gewaltfrei ausgetragen werden und Zivilcourage als Tugend gilt. Wenn nun die schärfsten Kritiker der Rede mit dem Knüppel disziplinarischer Maßnahmen den Redner einzuschüchtern und abzustrafen suchen, greifen sie gleichzeitig die Grundlagen demokratischen Zusammenlebens an und arbeiten jenen politischen Kräften zu, denen die demokratische Organisation der Gesellschaft ohnehin suspekt und hinderlich ist.

Völlig unverstellbar, dass eine Rede, die den Krieg gegen Afghanistan befürwortet hätte, ähnliche Konsequenzen nach sich gezogen hätte. Der ganze Vorgang ist ein trauriges Beispiel, wie auf politischer und gesellschaftlicher Ebene Bürger und BürgerInnen entmutigt werden Zivilcourage zu leben. Auch wenn Bernhard Nolz sich nicht unterkriegen läßt, andere werden die Botschaft verstehen: "Pazifisten Raus".

Die Rede von Bernhard Nolz, weitere Informationen und Möglichkeiten Solidarität zu bekunden unter: www.zfk-siegen.de und www.labourmnet.de/soldaritaet/nolz.htm Detlef Beck


Neues Projekt "Praxistranfer - Auf dem Weg ins freundliche Klassenzimmer"
für GrundschullehrerInnen

Auslöser war die bis heute stark nachgefragte Publikation des BSV über das Grundschulprojekt: „Auf dem Weg ins freundliche Klassenzimmer", die die Grundschullehrerin und BSV-Mitglied Helga Rösener veranlasste, Kontakt mit Detlef Beck in der Geschäftsstelle des BSV aufzunehmen. Erfahrungen bisheriger Fortbildungsprojekte zeigten, dass manch vielversprechender Ansatz im Alltag mangels begleitender Auswertung, kollegialer Beratung oder Unterstützung im Schul- und/oder Klassenalltag schon mittelfristig nicht integriert werden konnte. Das Ergebnis der gemeinsame Gespräche war die Entwicklung eines neuartigen Praxisprojektes. Die Umsetzung eines Gewaltpräventionskonzeptes in mehreren Grundschulklassen sollte durch die Verknüpfung von Projektunterrichtsplanung, Fortbildung und Praxisberatung unterstützt werden.

Das Projekt umfasst vier Elemente, die in der Abbildung kurz beschrieben sind. Die direkte „Verzahnung" von Fortbildung und Praxisprojekt ist der Kern des neuen Projektes des BSV.

Projektelement 1

Projektelement 2

Methodenvermittlung zur gewaltfreien und konstruktiven Konfliktaustragung, Reflexion des eigenen Konfliktverhaltens

Entwicklung eines 10 U.-Std. umfassenden Praxisprojektes

Projektelement 3

Projektelement 4

Durchführung eines 10 U.-Std. umfassendes Praxisprojektes in fünf Teilschritten

Praxisberatung, Projektauswertung, konzeptionelle Weiterentwicklung und Anpassung, Reflexion des eigenen Konfliktverhaltens

Dank der Initiative von Helga Rösener konnte auch die Finanzierung des Projektes sichergestellt werden. Heute nehmen 9 GrundschullehrerInnen aus drei Grundschulen in Minden am Praxisprojekt teil. Bereits im März soll das Projekt, dass von Detlef Beck als Trainer geleitet wird, abgeschlossen sein.


Erfolge, die Mut machen

Als Dachverband von über 40 Friedensorganisationen (u.a. des BSV) und Anwalt der Idee des Zivilen Friedensdienstes hat sich das Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD) bis an die Grenzen des „organischen" Wachstums entwickelt.

Fünf Jahre konsequente und kluge Arbeit haben Früchte getragen. Dem schnellen Wachstum folgt nun eine Phase der Konsolidierung, um den Verband skalierbar aufzustellen. Dies ist notwendig, um umfassendere Schritte zur Verankerung des Zivilen Friedensdienstes in der Gesellschaft erfolgreich verfolgen zu können.

Aufgabenschwerpunkte der nächsten Monate sind:

Die Idee des Zivilen Friedensdienstes weiter in der Gesellschaft zu verankern. Die Öffentlichkeitsarbeit und die PR-Arbeit des forumZFD soll den Gewohnheiten und Interessen der breiten Bevölkerung angepasst werden. Friedensinhalte brauchen eine professionelle Aufarbeitung. Es bedarf Events und Geschichten, die Menschen bewegen und die Zivile Friedensarbeit und ihren Weg der „kleinen Schritte" als attraktive und wirksame Alternative zu kriegerischen Handlungen, Militäreinsätzen und Gewalt darstellen.

Moderne Wege der Spendenwerbung und -verwaltung einzuführen, um die finanzielle Absicherung und Unabhängigkeit zu gewährleisten.

Einflußnahme auf politische Entscheidungsträger aller Parteien zur Stärkung und Beibehaltung des vorhandenen ZFD-Programmes im BMZ.

Wir würden uns über weitere Mitarbeit und Unterstützung durch BSV-Mitglieder freuen. Wer sich näher für das forumZFD oder für die Stellenausschreibung für eine Praktikantenstelle interessiert, kann sich gerne an unsere Geschäftsstelle wenden.

Forum Ziviler Friedensdienst e.V., Wesselstr. 12, 53113 Bonn, Tel: 0228/9814515, Fax: 0228/981 45 17, e-mail: forumzfd(at)t-online.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Ab dem 01. März 2002 sucht das forumZFD aufgeschlossene, begeisterungsfähige PraktikantInnen, die sich für die verschiedenen Bereiche der anspruchsvollen Arbeit einer NRO interessieren. Wir erwarten von den PraktikantInnen hohes Engagement, Lernbereitschaft, Flexibilität und den Willen, eigenständig Aufgaben zu erfüllen sowie die Freude, eigene Ideen, Vorschläge und Gedanken mitzubringen und die Arbeit weiterzuentwickeln (Kopierhilfen wollen wir nicht).

Die Praktikumsstellen in der Geschäftsstelle können jederzeit angetreten werden und sind nicht an feste Arbeitszeiten gebunden.

In diesem Punkt kommen wir gerne den Wünschen der PraktikantInnen entgegen. Wir bieten Wissen, hohe Kompetenz, klare Strukturen, Begleitung mit viel Spiel- und Gestaltungsraum. Für Teilprojekte stellen wir eigenständige Arbeitsbereiche zur Auswahl. Mit anderen Worten: Wir versprechen einem großen Lerneffekt, der mit Spaß an dieser Arbeit gepaart ist.

Adresse/Ansprechpartner:
Ansgar Schöllgen, Forum Ziviler Friedensdienst e.V.,
Wesselstr. 12, 53113 Bonn,
Tel: 0228/90 87 5 87,
Fax: 0228/981 45 17,

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Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung: Studientag am 2. März 2002

Das Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK) hat vom 16.-18.11.2001 eine interne Strategietagung durchgeführt. Bei diesem sehr konstruktiven Treffen haben wir die nächsten Studientage geplant. Sie finden an folgenden Terminen statt: 2.3.2002, 12.10.2002 und 15.3.2003. Für die erste Jahreshälfte 2002 ist ein gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Gütekraft durchgeführter Forschungstag geplant. Vom 10.-12.10.2003 werden wir wieder eine interne Strategietagung durchführen.

Über folgende Themen soll am 2.3.2002 referiert werden:

Barbara Müller wird über "Möglichkeiten der Förderung von Friedensallianzen in Konfliktregionen durch externe Basisorganisationen. Bericht über ein Aktionsforschungsprojekt in Kroatien" (Arbeitspapier Nr. 17) referieren und ihr neues Buch über ihre Studie zum Balkan Peace Team vorstellen. Carina Fiebich, Politikstudentin aus Münster, und Autorin des soeben erschienenen Wegweisers "Konfliktbearbeitung in Deutschland" (Bezug ab Mitte Januar 2002 bei der Arbeitsstelle Friedensforschung Bonn, Beethovenallee 4, 53173 Bonn, Telefon 0228/ 356032) referiert zum Thema "Annäherung an eine Definition von Konfliktbearbeitung".

In der Reihe "Studien zur Gewaltfreiheit" sind die in den BSV-Rundbriefen 2-4/2001 vorgestellten Bücher im Lit-Verlag erschienen (Infomaterial in der BSV Geschäftsstelle erhältlich):

Uwe Painke: Ein Stadtteil macht mobil.

Neighborhood Safety in den USA, Band.3, Münster 2001. (504 Seiten, 39,80 DM / 20 Euro; ISBN 3-8258-5600-3.

Burkhard Bläsi: Konflikttransformation durch Gütekraft. Interpersonale Veränderungsprozesse. Band 4, Münster 2001. (ca. 200 Seiten, 19,80 DM / 10,00 Euro.

Achim Schmitz


Einladung zur Jahrestagung und Mitglieder - Versammlung des BSV:

Liebe Freundinnen und Freunde!

Viele von Euch haben in Gesprächen mit unserem Mindener Team zum Ausdruck gebracht, wie nötig Ihnen unsere Arbeit gerade seit den Terror-Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center erscheint und daß sie unsere ersten Reaktionen im Rundbrief als sehr nützlich einschätzen.

Inzwischen ist die Entwicklung weitergegangen, wir sind konfrontiert worden mit erschreckendem Gewissensdruck auf die freigewählten Abgeordneten, mit der vollmundigen "uneingeschränkten Solidarität" des Bundeskanzlers, mit Flächenbombardements und mit dem werbewirksamen Abwurf von Lebensmittel-Paketen über unzugänglichen Bergtälern in Afghanistan. Und sicher haben nicht wenige unserer Mitglieder und Unterstützer entsetzt und ratlos den Rückfall in lange überwunden geglaubte, militärische Vergeltungsaktionen unter Mißachtung gültiger Rechtsnormen erlebt und danach das langsame Aufkeimen von Kritik und Denken in Alternativen begrüßt.

Deshalb wollen wir uns im März über Fragen austauschen, die uns alle in unterschiedlicher Weise seit dem 11. September bewegen und laden Euch herzlich dazu ein:

B S V - J a h r e s t a g u n g 2002

"Zur aktuellen Terror- und Kriegssituation: Pazifistische Gegenstrategien"

Freitag, 22.3 bis Sonntag, 24.3.2002 im Haus Venusberg, Haager Weg 28-30, 53127 Bonn, Tel. 0228/289910.

Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit UMBRUCH, Bildungswerk für Friedenspolitik und gewaltfreie Veränderung durchgeführt..

Beiliegend finden Sie das genaue Programm und die Taqesordnung der Mitgliederversammlung. Wer sich bis 10. März in unserem Büro in Minden anmeldet, erhält automatisch die Unterlagen für die Jahrestagung wie für die Mitgliederversammlung. Auf ausdrückliche Anforderung werden sie auch an Mitglieder verschickt, die nicht nach Bonn kommen können.

Wir würden uns sehr freuen, Ende März mit Euch / Ihnen in einen intensiven Austausch eintreten zu können.

Freitag 22.3.2002

18.00 h Anreise und Abendessen
19.00 h Begrüßung
19.15 h Vorstellung der TeilnehmerInnen
19.30 h Podiumsdiskussion:
      "Nach dem 11.9.2001: Im Westen nichts Neues?"
      Moderation: Ariane Dettloff
ca 22.00 gemütl. Zusammensitzen

Samstag 23.3.02

09.00 h Impulsvortrag:
Prof. Jürgen Link
"Risikoanalytische Überlegungen zur politisch-militärischen Globalisierung im Zeichen des Terrors"
11.00 h Gesprächsgruppen:
Widerstand gegen den Krieg - NN
Was tun gegen Terror? - Christine Schweitzer (BSV)
Innere Sicherheit: Elke Stevens (Komitee für Grundrechte für Demokratie Köln)
Interkultureller Dialog: Mohammed Heidari - (Pro Dialog Initiative Köln)

12.30 h Mittagessen
14.30 h Fortsetzung der Gesprächsgruppen
17.00 h Abschlussplenum: Pazifistische Strategien gegen Krieg und Terror - Was können wir tun?
20.00 h 'Forum Friedensprojekte' (Vorstellung von Aktivitäten und Projekten der TeilnehmerInnen) und gemütliches Zusammensein für diejenigen, die zur BSV-Mitglieder-Versammlung bleiben

Sonntag 24.3.2002

9.00 h Mitglieder-Versammlung

1.Formalia: u.a. Feststellung der Beschlussfähigkeit / Festlegung der Tagesordnung
2. Die politisch-inhaltliche Arbeit
2.1. Jahresbericht Vorstand und Geschäftsführung
2.2. Berichte der BSV-AGs (Netzwerk Friedenssteuer / IFGK / Soziales Verteidigen / Wege aus der Gewalt / AG Gewaltfrei Intervenieren) sowie Berichte zur pädagogischen Arbeit / Ausbildung Zivile Konfliktbearbeitung Inland 2001/2002 / Kooperation mit befreundeten Organisationen
3. Finanzen / Erörterung
3.1. Finanzbericht
3.2. Bericht der Kassenprüfer / Entlastung des Vorstands
3.3. Haushaltsvoranschlag
4. Bestätigung der BSV - Arbeitsgruppen
5. Zur künftigen Arbeit des BSV Achtung: Anträge müssen satzungsgemäß bis zum 10.2. eingereicht werden
6. Rückblick und Auswertung der Jahrestagung

12.30 h Ende mit gemeinsames Essen