RB 013

SOZIALE

VERTEIDIGUNG

Konflikte gewaltfrei austragen - Militär und Rüstung abschaffen

Rundbrief 3/2001 des BSV

Redaktion Peter Betz

Schwarzer Weg 8, 32423 Minden (Herausgeber)

V.i.S.d.P. Konrad Tempel

Kostenlos Auflage: 6.500

Druck: ART & IMAGE, Minden

Tel. 0571/29456 Fax 0571/23019

Erscheinungsweise: vierteljährlich

SPK Mi-Lü, BLZ 49050101, Nr. 89420814  

Redaktionsschluß für 1/02, 15. 12. 2001

E-Mail: info(at)soziale-verteidigung.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Internet:http://www.soziale-verteidigung.de

Liebe Leserin, lieber Leser!

Die Aktualisierung dieses BSV Rundbriefes, die Erstellung eines neuen Beiblattes, unser Aufruf "Entsetzen und Sorge", das mehrfache Anschreiben aller Bundestagsabgeordneten, die Mit-Organisation von Mahnwachen, von Aktionen mit gemeinsamem Essen aller Religionen im Rahmen vom "Dialog der Kulturen", diese vielfältigen Reaktionen auf den unvorstellbaren Terroranschlag geschehen bei mir wie automatisiert. Was bricht im Augenblick über uns alle herein? Wie reagieren die Opfer? Deren Angehörige? Wie können wir Sand im Getriebe der Gewaltspirale sein?

Wir berichten in dieser Ausgabe auch von der Arbeit an der konstruktiven Konfliktbearbeitung im Inland Seite 2, 4 und 5, der Nonviolent Peaceforce Seite 6 / 7 und der Kaukasustagung Seite 8, alles wichtige Bausteine der Arbeit des BSV, die ohne Ihre großzügige Hilfe nicht stattfinden würde. Vielen Dank.

Peter Betz

Aus dem Inhalt

Nach den Attentaten
Der BSV geht voran
Wenn der Hass immer stärker wird....
Kampagnen-Reader der AG "Soziales verteidigen"
Konflikttransformation durch Gütekraft
Kreative Konfliktbearbeitung im kommunalen Zusammenhang
Nonviolent Peaceforce eine Idee nimmt Konturen an
Werbung in eigener Sache: Der Newsletter
Krisen und Kriege im Kaukasus


Nach den Attentaten:
BSV-Statements in einer Beilage zu diesem Rundbrief
u.a. der Aufruf ‚Entsetzen und Sorge'

"Prüfen Sie sorgfältig, ob die Informationen, die Ihnen die Medien in den nächsten Tagen vermitteln werden, der Wahrheit entsprechen", hat der BSV in dem Aufruf "Entsetzen und Sorge" geschrieben, der unmittelbar nach den Schreckensnachrichten verbreitet wurde und diesem Rundbrief beiliegt. Was konnten und was können wir tun? Aus dem Nebel der Bilder und des Wortschwalls ‚wahre' Fakten herausfiltern, sie miteinander verknüpfen und abwägen, Fragen stellen - auch an uns selbst.

Das aktuelle Entsetzen
könnte frühere Probleme überlagern

Schon vergessen die Abstimmung Ende August im Bundestag über den neuen NATO-Einsatz auf dem Balkan? Und die Standhaftigkeit der Abweichler aus Gewissensgründen?

Nicht mehr relevant, was Gudrun Roos (SPD) zur Begründung gesagt hat: "Die Entsendung von Soldaten nach Mazedonien wird dem Ziel eines stabilen und nachhaltigen Friedens nicht gerecht. Die Gründe für eine solche Entscheidung beruhen auf dem Irrtum, das ethnische Konflikte mit militärischen Mitteln gelöst werden können. Dahinter steht der Primat von politisch-militärischem Sicherheitsdenken. Ziel muss aber eine politische Lösung ... sein."?

Beiseite geschoben das Erschrecken über die Bemühungen der SPD-Fraktionsführung, die Abweichler unter Druck zu setzen? Und nebensächlich, ob dies dazu beiträgt, dass die Politikverdrossenheit weiter steigt? Nicht mehr von Bedeutung, dass die Frankfurter Rundschau nach 7 Tagen feststellen muss: "Wie naiv, grotesk und unzureichend der westliche Plan zur Friedenssicherung in Mazedonien war, wird jetzt selbst seinen Urhebern klar." (6.9.)? Unerheblich auch das behauptete Einverständnis mazedonischer Politiker, die - wie Fernsehbilder vom leeren Plenarsaal in Skopje zeigen - offenbar buchstäblich "zum Jagen getragen werden mussten", um ihre Zustimmung zur bereits eingeflogenen NATO-Hilfe zu geben? Alles belanglos, was gestern noch höchst problematisch war?

Die Überschätzung des Militärs für Problemlösungen geht weiter: Innenminister Schily betont eilends die nötige Verknüpfung polizeilicher und militärischer Aktivitäten (‚die Grenzziehung' werde immer schwieriger). Die Bundeswehr im Inland eingesetzt für Aufgaben der sog. ‚inneren Sicherheit' - ein Albtraum staatskritischer Menschen!

Vor dem Hintergrund der kriminellen Attentate in den USA und dem anhaltend blinden Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit des Militärs haben wir allen Anlass, die fortschreitende Militarisierung im Blick zu behalten. Die durch den Terror-Schock angestoßene Besinnung muss sich auch auf die Entwicklungen in der eigenen Gesellschaft beziehen.

Mary Kaldor (London School of Economics) schreibt in Ihrem Artikel "Gewalt im Zeitalter der Globalisierung: Die neuen Kriege lassen sich nicht mehr militärisch gewinnen", in der FAZ vom 14.9.01:

"Zivilisierte und Unzivilisierte leben heute Seite an Seite, in Amerika wie in Afghanistan, in Israel wie in Palästina, in Belfast wie in London."

Konrad Tempel


Der BSV geht voran

Seit August werden Katarina Daifotis und Dietlinde Weicker im 8. Kurs der AG Qualifizierung für Zivile Konfliktbearbeitung / Zivilen Friedensdienst in einem 4-Monats-Training für innergesellschaftliche Konfliktbearbeitung in Königswinter mit dem BSV als Kooperationspartner ausgebildet.

Mit dieser Entscheidung des BSV, die Ausbildungsverantwortung für zwei Frauen zu übernehmen, die nicht vorhaben, im Ausland an der Konflikttransformation mitzuwirken, sondern in Inlands-Projekten arbeiten wollen, betreten wir - wieder einmal - Neuland. Wir setzen darauf, dass künftig auch andere Einrichtungen bereit sind, interessierten Menschen durch einen Langzeit-Kurs die nötige Qualifizierung für Inlandsarbeit zu ermöglichen.

Die zeitweilig in der Friedensbewegung aufgrund der Auseinandersetzungen auf dem Balkan etwas aus dem Blick geratene Inlandsarbeit war von Anfang an Bestandteil unseres differenzierten Konzepts für einen Zivilen Friedensdienst. 1994 der Öffentlichkeit zuerst präsentiert, führte unser Ansatz zur Gründung des ForumsZFD, zur Ausbildungsförderung durch die NRW-Landesregierung und später zur staatlichen Finanzierung von ZFD-Vorhaben von NGOs und eigenen ZFD-Programmen der Bundesregierung im Ausland: "Ziel der Einsätze sollen vorbeugende Maßnahmen im Vorfeld gewaltsamer Konflikte, ....die Suche nach konsensfähigen Lösungen und die Unterstützung der Kräfte sein, die für Versöhnung, gewaltfreie Konfliktaustragung und die Herstellung gerechter Verhältnisse eintreten....." In der Bundesrepublik trage der ZFD zur Weiterentwicklung der Demokratie.... und gewaltfreier Handlungskompetenz bei. (S. 6)

Inzwischen ist überall das Verständnis für die gewaltfreie Bearbeitung innergesellschaftlicher Konflikte mithilfe kompetenter Multiplikatoren gewachsen, und wir werden insbesondere im Bereich der Bildungsarbeit hierzu weiter unsere Beiträge leisten (vgl. auf den Seiten 4 und 5 die Beiträge von Detlef Beck über unsere Beteiligung an Inlands-Vorhaben).

Der BSV hat in den letzten Monaten erhebliche Mittel aufgewendet, um diese Projekte anzuschieben. Wer unsere Freude über den neuen Schritt zur Qualifizierung für Inlandsaufgaben teilt und uns durch eine Spende ermutigen möchte, auch künftig Kraft und Geld dafür zu investieren, möge dies bitte unter dem Stichwort ‚Innergesellschaftliche Konfliktarbeit' tun.

Konrad Tempel


Wenn der Hass
immer stärker wird....

Friedensarbeit unter den Bedingungen eskalierender Gewalt Zum Höhepunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung des forum Ziviler Friedensdienst ( 26.-28.Oktober in Kassel) könnte eine Veranstaltung mit diesem Titel werden. Konkret soll es dabei um die Arbeit des Zivilen Friedensdienstes im Nahen Osten gehen, wo eine Friedensfachkraft in enger Zusammenarbeit mit dem Willi Brandt Zentrum Jerusalem die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Israelis und Palästinensern vorzubereiten versucht. Die Veranstaltung ist als "Offener Abend" in Zusammenarbeit mit der Ökumenischen Werkstatt Kassel konzipiert. Als Gesprächspartner sind außer Dr.Matthias Ries vom forumZFD als Vertreter der dortigen Friedensbewegung Mr. Nafez Assaily, Palästina, und Mr.Amos Gvirtz, Israel, eingeladen.

Zur Zeit sind persönliche Begegnungen zwischen Menschen beider Ethnien durch die gewaltsame Zuspitzung des Konflikts unmöglich. Dennoch versucht Matthias Ries, der sich vor allem als Kommunikator und Moderator des notwendigen Dialogs versteht, heute schon die Wiederaufnahme von Gesprächen und gemeinsamen Veranstaltungen vorzubereiten.

Dazu hält er trotz der Spannungen und akuten Gewaltandrohungen Kontakt zur Meretz-Jugend und der Jugend der Arbeitspartei in Israel einerseits und zur Fatah-Jugend der Palästinenser andererseits. "Die Regelung eines so lange währenden historischen Konfliktes erscheint nur dann möglich, wenn jede Seite in der Lage ist, die nationale geistige Welt der anderen Seite zu verstehen und zur gleichberechtigten Begegnung bereit ist." Da die jetzige hochsensible Lage direkte Begegnungen beider Ethnien nicht zuläßt, arrangiert Matthias Ries getrennte Seminarreihen (bisher je sechs), bei denen es unter dem Thema "Geschichtsbilder" auch anhand vorgelegter Fotos um die Rückschau auf die jeweils erlebte Geschichte aus der Sicht der eigenen Gruppe geht. Außerdem wird versucht, durch gewaltfreie Kommunikation und im Konsensverfahren Definitionen der konfliktrelevanten Begriffe wie Sicherheit, Selbstbestimmung, Geschichte, Konflikt, Identität und Frieden zu finden. Die Ergebnisse werden ins Internet gestellt und damit auch der Gruppe der jeweils anderen Seite zugänglich gemacht. Außerdem finden Trainings und Mediations-Kurse für Jugendleiter statt.

Ein besonderes Ereignis war das von der Friedensfachkraft im Frühjahr in Athen durchgeführte "Training for Peace in the Middle East", an dem mehr als 25 Jungpolitiker und Studenten aus 9 Nationen vorwiegend des Nahen Ostens einschließlich des Libanons und Zyperns teilnahmen. Derartige internationale Dialoge erweisen sich mehr und mehr als wichtiger Katalysator für die Initiierung von Friedensprozessen. Wie weit solche und andere Anstöße auch in Phasen offener Gewalt noch als hilfreich empfunden werden, wollen wir in Kassel von den Konfliktparteien hören. Menschen aus dem Umfeld des BSV sind dazu herzlich eingeladen.

Helga Tempel


NEU: Kampagnen-Reader

der AG "Soziales verteidigen"

Stephan Brües

Nach der BSV-Mitgliederversamm-lung von 1997 (Thema „Gewaltfrei gegen Sozialabbau") gründete sich die AG "Soziales verteidigen".

Die Mitglieder der AG versuchten, der komplexen Verknüpfung von Friedens- und Anti-Atompolitik mit wirtschaftlichen und sozialen Fragen Rechnung zu tragen. Bei der gemeinsamen Arbeit haben wir schnell festgestellt, dass es nur verstreut Texte zur Kampagnenplanung gibt und dass eine Textsammlung, ein „Reader" zur Kampagnenplanung notwendig wäre. Dann haben wir uns an die Arbeit gemacht. Der vorliegende Reader soll sozialen Bewegungen, aber auch kirchlichen und gewerkschaftlichen Gruppen zur Verfügung gestellt werden, um die politische Handlungs- und Kampagnenfähigkeit zu stärken. Der Inhalt des Readers wurde grob aufgeteilt in 1) eher theoretische Texte zu gewaltfreien Kampagnen,  2) historische Beispiele gewaltfreier Kampagnen und 3) Konzepte zukünftiger Kampagnen.

Die beiden ersten Texte der War Resisters League aus New York sind zwar bereits 20 Jahre alt, aber - wie vor allem der Beitrag von Barbara Müller zeigt - sind gewaltfreie Kampagnen ja nicht erst mit dem Aufkeimen der Neuen Sozialen Bewegung in den 70er und 80er Jahren erfunden worden. Der Text von Sven Dammann von der Kurve Wustrow bringt die Inhalte der ersten Artikel auf den neuesten Stand. Erfahrungen aus der Friedens- und Anti-Atom-Bewegungen fließen ein. Andreas Speck, Mitarbeiter der WRI in London, analysiert den aus den USA stammende „Movement Action Plan" im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit auf aktuelle Felder gewaltfreien Kampfes für Frieden und Gerechtigkeit.

Im ‚historischen' Teil der Textsammlung befinden sich drei Vorträge von Mitgliederversammlungen des BSV.  Barbara Müller, Vorstand des BSV und Geschäftsführerin der Plattform ziviler Konfliktbearbeitung, analysiert drei Theoretiker und Praktiker gewaltfreier Kampagnen: Danilo Dolci, Cesar Chavez und Martin Luther King.  Ulrich Wohland, Mitarbeiter der Werkstatt für gewaltfreien Aktion Baden zeigt auf, wie sich die Methoden sozialer Bewegungen und der Gewerkschaftsbewegung zur Durchsetzung ungerechter Arbeitsbedingungen oder gegen Sozial- und Arbeitsplatzabbau erfolgreich ergänzen können.  Silke Kreusel analysiert in ihrem Beitrag mit den Anti-Atomtransport-Kampagnen in Gorleben und Ahaus die gewaltfreien Aktionen mit der größten Beteiligung in der Bevölkerung.  Achim Schmitz, Geschäftsführer des DFG-VK Landesverbandes Baden-Württemberg, hat in einer Zusammenfassung seiner politikwissenschaftlichen Diplomarbeit mehrere Kampagnen der Friedensbewegung analysiert im Hinblick auf Stärken und Schwächen.

Schließlich sind in dem Reader Überlegungen zur möglichen Umsetzung zukünftiger thematischer Kampagnen veröffentlicht: Im Bereich der Friedenspolitik stellt Stephan Brües, hauptamtlicher Mitarbeiter des DFG-VK-Bundesver-bandes, Ideen vor, wie sich die komplexe Kampagnenidee „Fünf für Frieden" für lokale Friedensgruppen umsetzen ließe. In unmittelbarem Zusammenarbeit dazu stehen seine Überlegungen zum Thema Rüstungskonversion.  Ideen für eine Kampagne zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs des Erfurter Gewerkschafters Matthias Altmann und des Trainers für gewaltfreie Aktion Jens Wittneben zeigen Kampagnenmöglichkeiten im verkehrspolitischen Bereich auf.  Eine Literaturliste Kampagnenpolitik, die Ulrich Wohland zusammengestellt hat, beschließt den Reader.

Auslieferung im November. Bestellungen bitte an den BSV, Schwarzer Weg 8, 32423 Minden. Ca. 100 Seiten, Preis ca. 15,- DM, plus Porto. Mengenrabatte auf Anfrage.


Liebe am Frieden
Interessierte!

Burkhard Bläsi (Vorstandsmitglied des BSV) schrieb eine Studie, sie kommt jetzt als Buch "Konflikttransformation durch Gütekraft" heraus.

Der Psychologe Burkhard Bläsi befragte neun Personen, darunter Hildegard Goss-Mayr, Ueli Wildberger und Birgitta Wolf, die in Jahrzehnten mit gütekräftigem Vorgehen gegen Gewalt Erfahrungen gesammelt haben. Die spannenden Interviews bilden die Grundlage für diese erste Studie der Gütekraft-Forschung. Bläsis Analysen erbrachten Antworten; er entwickelte sie zu einer „Grounded Theory".

Johan Galtung in seinem Vorwort zu diesem neuen Buch: „Lasst 1000 solcher Studien blühen!"

Das Buch hat ca. 200 Seiten, Endverkaufspreis: 19,80 DM plus Porto, Mengenrabatte auf Anfrage, Bestellungen bitte an den BSV, Schwarzer Weg 8, 32423 Minden oder per eMail: info(at)soziale-verteidigung.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

PS: Eine formatierte Seite mit Bild zum Ausdrucken und vielen Infos finden Sie im Internet unter: www.guetekraft.net

Der nächste Studientag des IFGK findet vom 01. - 03. März 2002 statt. Wer zu einem Thema referieren möchte, wende sich bitte mit einem Vorschlag an: Martin Arnold, Weichselstraße 22, D-45136 Essen, Tel.: 0201 - 255 282,

Email: Martin.Arnold(at)t-online.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Im November 2001 führt das Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung, IFGK, eine interne Strategietagung durch, um grundlegende Entscheidungen für seine zukünftige Arbeit zu treffen. 


Ein Projekt startet durch

Kreative Konfliktbearbeitung im kommunalen Zusammenhang

Viel Kraft, Zeit und Geld hat der Bund für Soziale Verteidigung in den letzten Jahren in die Entwicklung und Durchführung von Projekten zur Konstruktiven Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention auf kommunaler Ebene gesteckt. Auf Basis dieser Erfahrungen wurde in Zusammenarbeit mit dem Versöhnungsbund um die Unterstützung des Landes NRW für die Durchführung eines größeren Projektes „Konstruktive Konfliktbearbeitung im kommunalen Zusammenhang" geworben. Das Werben war erfolgreich. Die Förderung des Landes deckt die Aufwendungen des BSV für das Projekt allerdings nicht ab. Wir und auch das Land sehen in diesem Projekt einen Beitrag zur Entwicklung und Unterstützung von Ansätzen zur „Zivilen Konfliktbearbeitung" in verschiedenen gesellschaftlichen Handlungsfeldern.

Grundgedanken des Projektes

Die KooperationspartnerInnen verstehen ihr Konzept sowohl als Beitrag zur „Dekade für eine Kultur des Friedens" der Vereinten Nationen und zur ökumenischen Dekade „Gewalt überwinden" wie

auch als Bestandteil gesamtgesellschaftlicher Strategien gegen rechtsextreme Denkorientierungen und Gewalt. Eingeflossen in die Konzeption sind insbesondere die bisherigen Erfahrungen mit Gewaltpräventionsprojekten in verschiedenen Städten und Gemeinden. Diese zeigen, dass Gewalt in ihren verschiedenen Erscheinungsformen sich auf kommunaler oder auf Kreis-Ebene am besten „im Verbund" gemeinsam angehen lässt. Im Mittelpunkt steht das Ziel, kommunale Netzwerke aufzubauen, die einen Rahmen herstellen, in dem Handlungspotenziale für konstruktive Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention erschlossen und verknüpft werden können.

Dazu braucht es ein Zusammenwirken von Schulen und außerschulischen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, von sozialen Einrichtungen und Organisationen, den Gewaltpräventionsstellen der Polizei und kommunalen Ämtern genauso wie die Einbeziehung aller weiteren, auf kommunaler Ebene wirkenden Einrichtungen wie Kirchen, Sportvereine und Jugendgruppen.

Der Schwerpunkt des Konzeptes liegt im präventivem Bereich. Die Überlegungen führten deshalb dazu, fünf Qualifizierungsprojekte für MultiplikatorInnen zu realisieren.

Projektkonkretisierung

Örtliche Orientierung des Projektes sind in diesem Jahr die eher ländliche Region und die eher kleineren Städte oder Gemeinden. Die genauen Projektorte sind Hüllhorst, Bad Oeynhausen und Brühl. In diesen drei Kommunen werden in je 10-tägigen Seminaren MultiplikatorInnen fortgebildet. Mit Abschluss der Fortbildungen sollen sich Praxiskonzepte zur konstruktiven Konfliktbearbeitung in den Arbeitsfelder der TeilnehmerInnen anschließen. Ein wichtiges Element der Fortbildungen ist damit die Unterstützung des Transfers der Fortbildungsinhalte in die Praxis.

Zwei regional orientierte Projekte wenden sich an MultiplikatorInnen, die anschließend im kommunalen Raum entsprechende Praxisprojekte konzipieren, anregen und zu ihrer Realisierung beitragen sollen. Diese Fortbildungen werden durch Kooperationen mit kirchlichen und politischen Bildungseinrichtungen möglich.

Netzwerke sind Optionen für Kooperationen. Es hat sich gezeigt, dass MultiplikatorInnenfortbildungen mit TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Berufsfeldern eine gute Form sind, Netze für zukünftige Kooperation im Bereich der Gewaltprävention zu knüpfen.

Personen in der Projektrealisierung

Seitens des Versöhnungsbundes arbeitet Kurt Südmersen im Projekt. Für den Bund für Soziale Verteidigung wirken Peter Betz und Detlef Beck mit. Für die Realisierung wie auch die weitere Entwicklung des Projektes wurden Heike Blum („Konflikt und Veränderung") und Cornelia Timm (ORCA - „Institut für Konfliktmanagement und Training") als wichtige KooperationspartnerInnen gewonnen. Als Organisationsreferentin für das Projekt wurde Ute Hegener für 6 Monate mit einer halben Stelle eingestellt. Bitte helfen Sie uns durch ihre Spenden, dieses Projekt auch weiterhin durchführen zu können.

Detlef Beck


Nonviolent Peaceforce
eine Idee nimmt Konturen an

Christine Schweitzer

Die Kontaktadresse: Nonviolent Peaceforce, 801 Front Ave., St. Paul, MN 55103, USA Tel ++1-651-487-0800, mel(at)nonviolentpeaceforce.orgDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können www.nonviolentpeaceforce.org

Eineinhalb Jahre ist es her, als sich die Jahrestagung des Bund für Soziale Verteidigung mit der Frage der "Intervention im größeren Maßstab" befasste.

Es ging darum, ob die Möglichkeiten zivilen Eingreifens in Konflikte schon mit dem Vorhandenen (Ziviler Friedensdienst, Mediation, diplomatische Mittel usw.) ausgeschöpft sind, oder ob es ein noch nicht genutztes Potential gibt, in gewaltsame Konflikte deeskalierend einzugreifen. In diesem Zusammenhang wurde von David Grant (damals noch Internationaler Versöhnungsbund) und von Helga Tempel auch eine neue Initiative aus den USA vorgestellt: Die "Global Nonviolent Peace Force". Diese Initiative, vielleicht am besten vergleichbar mit einem Zivilen Friedensdienst, der aber nicht Einzelpersonen oder kleine Teams, sondern große Zahlen an Freiwilligen/Personal in ein Konfliktgebiet entsendet, hat es sich zur Aufgabe gesetzt, eine 'internationale gewaltfreie, stehende "Friedensarmee" zu mobilisieren und auszubilden. Diese Peaceforce soll Tod und Zerstörung verhindern und Menschenrechte zu schützen, und dadurch den Aktionsraum lokaler Gruppen zu erweitern, damit diese ihren gewaltfreien Kampf fortsetzen, in Dialog miteinander treten und friedliche Konfliktlösungen suchen können.'

Die dahinter stehende Idee ist nicht neu.

Es hat immer wieder Vorschläge gegeben, anstelle von Soldaten Zivilisten mit Peacekeeping-Aufgaben zu beauftragen, und Projekte, die versuchten, mit kleineren Zahlen solche Visionen umzusetzen. Letztlich sind sowohl Peace Brigades International, die dieses Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern, wie die meisten europäischen Zivilen Friedensdienste auf solche Visionen zurückzuführen, auch wenn sie in ihrer Praxis den Aspekt des "Militär ersetzen" in der Regel rasch aufgeben mussten. Kleine Projekte mit drei, zehn oder auch vierzig Freiwilligen können nicht beanspruchen, durch ihre Präsenz einen gewaltsamen Konflikt insgesamt zu entschärfen und zu deeskalieren.

Aber auf der anderen Seite haben einige große, rein zivile Missionen in den letzten zehn Jahren gezeigt, dass nicht nur ZivilistInnen möglich ist, das zu tun, wozu i.d.R. Soldaten entsendet werden, sondern es oft auch noch besser tun, gerade weil sie auf Verständigung und Kooperation der Konfliktparteien angewiesen sind - im Unterschied zum Militär können sie keine Befolgung eines Waffenstillstandabkommens oder die ungestörte Durchführung von Wahlen mit Waffengewalt erzwingen. Beispiele für solche Projekte und Missionen sind die von dem Weltkirchenrat koordinierten Wahlbeobachtungen in Südafrika Mitte der 90er Jahre, eine staatliche, aber rein zivile Beobachtungsmission des Waffenstillstandes auf Bougainville (Papua-Neuguinea), und ansatzweise auch die vielgescholtene OSZE-Verifikationsmission im Kosovo 1998/99. (1)

Eine Vision, deren Zeit gekommen ist.

Nonviolent Peaceforce (2) will mit ca. 200 aktiven Langzeit-Freiwilligen und 400 "ReservistInnen" für kurzfristige ergänzende Einsätze beginnen, um später ständig 2.000 Aktive und 4.000 'ReservistInnen' zur Verfügung zu haben. Im Unterschied zum deutschen Zivilen Friedensdienst, der sich auf Konfliktnachsorge und 'Peacebuilding' konzentriert, will sie sich auf Strategien und Methoden beschränken, die der Gewaltverhinderung ('Peacekeeping') zuzuordnen sind: Eskortieren von AktivistInnen und bedrohten Gruppen, Beobachtung/Monitoring, Dazwischenstellen in Gewaltsituationen und ähnliches. Hier wird in Konflikten von Seiten der Betroffenen ein Bedarf gesehen, der derzeit vielerorts nicht erfüllt wird. Im Bereich des 'Peacebuilding' wäre Nonviolent Peaceforce nur eine weitere von vielen.

Nonviolent Peaceforce (NP) ist noch keine eigene Organisation, sondern ein Projekt der us-amerikanischen NGO "Peaceworkers" mit Sitz in San Francisco. Das Projekt hat aber ein eigenes, von Peaceworkers unabhängiges und internationales Lenkungskomitee gebildet, dem derzeit ca. 12 Personen aus den USA, Kanada, Großbritannien, den Niederlanden, Indien, Guatemala und Thailand angehören. Die Aufgabe des Lenkungskomitees ist, das Projekt international zu verankern, indem es Partner in möglichst vielen Ländern und vor allem in allen Erdteilen findet, ein Pilotprojekt zu entwickeln und die sonstigen inhaltlichen wie strukturellen Vorarbeiten, einschließlich der Beschaffung von sehr viel Geld, zu leisten. Das Büro hat seinen Sitz in St.Paul in den USA, soll aber spätestens mit der offiziellen Gründung von NP in ein neutraleres Land ziehen. Diese Gründungsveranstaltung wird voraussichtlich im September 2002 stattfinden - als Orte sind u.a. Neu Delhi (Indien) oder Hiroshima (Japan) im Gespräch. Es gibt derzeit drei Ländergruppen: in Kanada, Großbritannien und Japan.

Und was hat der BSV damit zu tun?

Eingangs wurde schon die Jahrestagung 2000 erwähnt. Von Oktober 2000 bis September 2001 hat dann BSV-Co-Geschäftsführerin Christine Schweitzer, vom BSV unterstützt, als 'Forschungs- und Planungsleiterin' für Nonviolent Peaceforce gearbeitet. In Zusammenarbeit mit einem Team von Freiwilligen ist in dieser Zeit eine umfangreiche Machbarkeitsstudie zu dem Projekt entstanden. Die Studie befasst sich mit der Einordnung des Projektes in den Ansatz der gewaltfreien Konfliktintervention allgemein, sucht Lehren aus verschiedenen Typen von gewaltfreien wie gewaltsamen Interventionen (von Peaceteams und Zivilen Friedensdiensten bis zu UN-Erzwingungsmissionen) zu ziehen, schaut sich die konkrete Arbeit im Feld näher an und macht Vorschläge zu Personalrekrutierung und zu Training. Sie ist jetzt so gut wie fertiggestellt und wird nach ihrer Einreichung bei der Stiftung, die die Forschungsarbeit finanziert hat (US Institute for Peace) voraussichtlich auch auf Anfrage in elektronischer Form zur Verfügung stehen (allerdings in englischer Sprache).

1.

1 Dass sie von der NATO zur Spionage missbraucht und letztlich abgezogen wurde, um der NATO freie Schussbahn in Jugoslawien und Kosovo zu geben, ändert nichts daran, dass die Präsenz der BeobachterInnen vielerorts zunächst zur Deeskalation der Lage beitrug. Wären beide Konfliktparteien wirklich an einem Waffenstillstand interessiert gewesen (stattdessen wollte eine der Parteien bekanntlich die Eskalation, weil sie sich von einem Eingreifen der NATO die politische Befreiung erhoffte), hätte die OSZE hier nicht scheitern müssen.

2.

2 Im Juli dieses Jahres wurde der Name zu "Nonviolent Peaceforce" verändert, um zum einen den Begriff "Force", mit dem viele nicht glücklich waren, zu entschärfen, zum zweiten den sehr unhandlich-langen Namen zu verkürzen und dabei aber zum dritten den Wiedererkennungswert des Projektes, das inzwischen doch bei vielen unter diesem Namen bekannt war, zu erhalten.


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Der Newsletter

Wie Ihr wisst, verschicken der Bund für Soziale Verteidigung seit kurzem einen monatlichen Informationsbrief per Mail ("Newsletter"), der es bisher auf 3 Ausgaben brachte. Unser "Mailverteiler" ist auch schon recht groß, was uns natürlich sehr freut. Denn wir möchten unsere Mitglieder und FreundInnen in Zukunft schneller und besser informieren, als es mit einer Vierteljahreszeitschrift von begrenztem Umfang möglich ist. Der "Newsletter" enthält Kurzberichte aus der Arbeit des BSV und aus der internationalen gewaltfreien Friedensbewegung. So berichten wir z.B. auch über Friedensaktionen im Nahen Osten. Trotzdem versuchen wir, den Brief einigermaßen knapp zu halten, auf weiterführende Texte wird hingewiesen, sie können angefordert werden. "Weiterleitungen" von anderen Rundbriefen sparen wir uns.

Eigentlich selbstverständlich: Wir geben keine Adressen weiter, die Empfangsadressen bleiben unsichtbar.

Und hier könnt Ihr abonnieren: Mail an info(at)soziale-verteidigung.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Betreff Abo, im Textkörper Name und Adresse. Oder onlilne --> hier


Krisen und Kriege im Kaukasus

Wege ziviler Konfliktbearbeitung durch nationale und internationale NGOs
Tagung in der Evangelischen Akademie Iserlohn vom 02. - 04. November 2001

Die Südflanke der ehemaligen Sowjetunion ist eine alte, geschichtlich gewachsene Konfliktregion. Hier begegneten sich bereits vor Jahrhunderten türkische, persische und russische Interessen.

Nach dem Zerfall der bipolaren Nachkriegsordnung ist diese Region wieder zum Krisenherd geworden. Alte Interessensgegensätze leben auf. Hinzu kommen nicht gelöste ethnische Konflikte aus der Vergangenheit und dramatisch verschlechterte Lebensbedingungen. Nationalistische Bewegungen verschärfen die Lage zusätzlich.

Im Kaukasus und in Mittelasien sind in den letzten zehn Jahren acht neue, selbständige Nationalstaaten entstanden: Staaten mit großen Minderheitenproblemen, einem krassen sozialen Einkommensgefälle. Territoriale Ansprüche werden zunehmend mit Gewalt und Krieg ausgetragen.

Die Tatsache, dass diese Region reich an Rohstoffen ist - vor allem Öl und auch Mineralien -, hat zusätzlich die Interessen führender Industrienationen und großer internationaler Energiekonzerne geweckt. Dabei stoßen widersprüchliche Interessen der USA, EU und Russlands sowie regionaler Hegemoniemächte (Iran und Türkei) aufeinander.

In Fortsetzung früherer, andernorts stattgefundener Tagungen, möchte diese zum einen Informationen über die Konfliktregion vermitteln. Dabei wird es auch um die Auseinandersetzung mit Konzepten aus Politik und Gesellschaft gehen, die Vorschläge zur Zivilisierung der Konflikte unterbreiten. Zum anderen sollen Möglichkeiten gewaltfreien Engagements in der Region erkundet und der Austausch unter NGOs angeregt werden, wie die Konflikteskalation überwunden und zivilgesellschaftliche Prozesse unterstützt werden können.

Es laden Sie herzlich ein:

Bund für Soziale Verteidigung (BSV), Minden ; Internationaler Versöhnungsbund - Deutscher Zweig, Minden; Helsinki Citizens Assembly, Bonn; Naturwissenschaftler Initiative, Dortmund; Ev. Akademie im Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW, Iserlohn

Freitag, 2.11.2001

17.30 h Anreise

19.00 h Kaukasus: Eine Region kultureller Vielfalt und eskalierender Konflikte;
Ina Ruck, Auslandskorrespondentin des WDR, Köln (angfr.)

Samstag, 3.11.2001

09.00 h Impulsreferat:
Innere Konfliktursachen
Dr. Uwe Halbach, Stiftung Wissenschaft & Politik, Berlin

11.00 h Impulsreferat:
Äußere Konfliktursachen
Britta Wollenweber, WOSTOK, Berlin

12.30 h Mittagessen,
anschl. Informationsbörse zu Projekten in und aus der Region

14.30 h Arbeitsgruppen

Friedenspotentiale erkennen und verstärken:

AG 1: Gefangenenhilfe in Karabach

Bernhard Clasen, AG Karabach-Konflikt (HCA)

AG 2: Lokale Menschen-rechtsorganisationen in Georgien/Abchasien
Claudia Wagner, Mannheimer Zentrum für Sozialforschung

AG 3: Heilen nach Gewalt - Aufbauarbeit mit Flüchtlingen
Roswitha Jarman, New Earswick/GB

AG 4: Russische Friedensinitiativen und ihre Bedeutung
Tatjana Kasatkina, MEMO-RIAL, Moskau/RUS (angefr.)

18.00 h Abendessen

19.30 h Erinnerungen an
Tschetschenien -
Ein Gespräch mit dem tschetschenischen Künstler Sultan Yushaev

Sonntag, 4.11.2001

09.00 h Wie Konflikttransformation und Friedensprozesse gestärkt werden können - Konzepte und Ziele im Dialog
PD Dr. Dittmar Schorkowitz, Freie Universität Berlin
Barbara Gladysch, Mütter für den Frieden, Düsseldorf
Karl Kruschel, Interreligöser Dialog, Amt f. Jugendarbeit EKvW, Schwerte
Ekkehard Maaß, Dt.- Kaukasische Gesellschaft, Berlin
Björn Kunter, Bund für Soziale Verteidigung, Minden

Tagungsleitung:

Uwe Trittmann, Ev. Akademie Iserlohn

Anmeldungen ausschließlich bei der Evangelischen Akademie:

Tel. 02371 / 352-180, email: g.warsich(at)kircheundgesellschaft.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Tagungskosten: Einzelzimmer mit VP 160 DM / erm. 95 DM;
Doppelzimmer mit VP 130 DM / erm. 65 DM
zuzgl. Tagungsgebühr 60 DM (30,- DM)