RB 011

SOZIALE

VERTEIDIGUNG

Konflikte gewaltfrei austragen - Militär und Rüstung abschaffen

Rundbrief 1/2001 des BSV

Redaktion Peter Betz

Schwarzer Weg 8, 32423 Minden (Herausgeber)

V.i.S.d.P. Konrad Tempel

Kostenlos Auflage: 6.500

Druck: ART & IMAGE, Minden

Tel. 0571/29456 Fax 0571/23019

Erscheinungsweise: vierteljährlich

SPK Mi-Lü, BLZ 49050101, Nr. 89420814  

Redaktionsschluß für 3/01, August 2001

E-Mail: info(at)soziale-verteidigung.deDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Internet:http://www.soziale-verteidigung.de

Lieber Leser, liebe Leserin!

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ein friedliches und gesundes neues Jahr 2001. Durch Ihre teilweise überaus großzügigen Spenden sind wir im letzten Jahr von einer echten Krise verschont geblieben und können mit neuem Mut an die Aufgaben in 2001 gehen. Vielen Dank.

Für unsere weitere Arbeit haben wir uns große Ziele gesetzt: u.a. arbeitet Christine Schweitzer im Auftrag einer amerikanischen Organisation an einer Studie für eine Global Peace Force (ein alter Traum von Johann Galtung und vielen anderen); Detlef Beck macht neu-konzipierte und deutlich mehr Kurse zur kreativen gewaltfreien Konfliktaustragung; hier im Büro werden unter Hochdruck die ganzen Bestellungen, Anfragen, Koordinationsaufgaben abgearbeitet. Es gibt viel zu tun.

Nur durch Ihre Unterstützung wird das alles möglich. Noch einmal vielen Dank.

Peter Betz

Inhalt
Bildungsarbeit - Trainings
Pazifismus in Zeiten von Krieg
BalkanPeaceTeam / ForumZFD
IFGK / Netzwerk Friedenssteuer
Einladung Jahrestagung und
Mitgliederversammlung 2001

Überlegungen zur Zukunft der
gewaltfreien Bewegung

aus mehr als 40jähriger Erfahrung im gewaltfreien Spektrum
und aus dem speziellen Organisations-Zusammenhang des BSV

Seit seiner Gründung versteht sich der BSV als Teil der gewaltfreien Bewegung und ist an einer stärkeren Verknüpfung der Gruppierungen interessiert, die sich für Gewaltfreiheit engagieren.

Als nach außen gerichtete Aufgabenfelder - die mit einander zusammenhängen und theoretisch wie praktisch bearbeitet werden - sehen wir für uns gegenwärtig:

(1) Pazifismus + Militärkritik, (2) gewaltfreie Gesellschaft / innergesellschaftliche Konfliktarbeit, (3) konkrete Bildungsarbeit und (4) gewaltfreie Intervention.

Auf diese Aufgabenfelder beziehen sich unsere eigenen Perspektiv-Planungen.

1. Soweit erkennbar, gehen alle gewaltfreien Bewegungen in der Analyse davon aus, dass die gegenwärtigen Gesellschaften auf Gewalt-, Macht- und Ökonomiestrukturen basieren, die eine volle Entfaltung der Potentiale von Individuen und Gruppen nicht zulassen, u.a. weil diese Entfaltung die bestehenden Strukturen gefährdet. Infolgedessen zielen die gewaltfreien Bewegungen auf die Veränderung der vorhandenen gesellschaftlich-ökono-mischen Bedingungen und die ihnen zugrunde liegenden und durch sie geprägten Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster.

2. Die angestrebte Transformation in eine idealere, tendenziell gewaltfreie und ent-militarisierte, zivilisierte Gesellschaft bedarf nicht einer einmaligen Umwälzung, sondern vieler verschiedener engagierter und geduldiger

Anstöße von seiten basisbezogener gewaltfreier Gruppen und Verbände. Dieser nötige, vieldimensionale Prozeß der Um-Wertung vieler "herrschender" Werte und des Erlernens sozial-freundlicher Verhaltensweisen und Kooperationsformen vollzieht sich überwiegend unspektakulär, manchmal vielleicht sogar unsichtbar, abhängig von nicht zu beeinflussenden äußeren Faktoren und in nicht vorhersehbaren und direkt zu steuernden Schüben.

4. Deshalb ist es - auch aus unserer Sicht - unerlässlich, dass sich die verschiedenen Ausprägungen gewaltfreien Handelns wechselseitig Raum für ihre Aktivitäten lassen und einander anregen, damit sie sich weiterentwickeln und ihre jeweiligen Besonderheiten voll zur Geltung bringen können.

5. Die Erfahrung hat gezeigt, dass besonders in Zeiten heftiger politischer Kontroversen und starker Emotionalisierung die Mitwirkung an gewaltfreien Aktivitäten wächst und dass in weniger kontroversen, ruhigeren Zeiten vorher Beteiligte sich zurückziehen und eine deutliche Reduzierung des Engagements auch bei denen erfolgt, die weiter mitarbeiten. Anscheinend sind solche Wellenbewegungen besonders im Rahmen von Langzeit-Bemühungen einzukalkulieren.

6. Ebenso ist gerade in den letzten Jahren vor allem im Zusammenhang mit dem Castor-Widerstand deutlich geworden, dass eine Massen-Mobilisierung, wie sie für X-tausendmal-quer im Wendland mit rund 10.000 Menschen möglich war und zur größten, mit einer Selbstverpflichtung verbundenen gewaltfreien Demonstration in Deutschland geführt hat, eine Ausnahme-Erscheinung ist. Eine derartige Massen-Mobilisierung wirkt aber offenbar nur minimal in die gewaltfreien Gruppen hinein und vermag die gewaltfreie Bewegung selbst nur bedingt zu stärken oder bedingt zu ihrer größeren Akzeptanz beizutragen.

7. 1. Eine auffällige S t ä r k e der gewaltfreien Bewegung besteht offenbar darin, daß die involvierten Gruppierungen sich nach wie vor, unbeirrt durch den Trend zu bloß pragmatischer, utopie-skeptischer Politik durch Visionen leiten lassen, die ein Denken und Handeln in weiträumiger Perspektive möglich machen. Diese Visionen selbst ebenso wie die durch sie bestimmten strategischen Überlegungen scheinen intern wie nach außen unterschiedlichen Stellenwert zu haben. Dass das wechselseitige Wissen über diese verschiedenen Konzeptionen manchmal als zu gering erscheint, hängt auch mit der Annahme zusammen, die eigenen Grundvorstellungen wären für Mit-Akteure im selben Feld ohne größeres Interesse.

2. Als weitere Stärke - jedenfalls aus der Innensicht der Beteiligten - ist anzusehen, dass intern an vielen Stellen mit großer, selbstkritischer Aufgeschlossenheit argumentiert und um einvernehmliche Positionen gerungen wird und dass dies als Ausdruck von Vitalität und Kompetenz gilt. Von diesem konstruktiven Streiten dringt aufgrund der überall verbreiteten Konfliktvermeidungs-Sehnsucht kaum etwas nach außen und wird Interessierten wenig als selbstverständlich vermittelt.

3. Eine der herausragenden weiteren Stärken der gewaltfreien Bewegung ist es, die Bedeutung des gemeinsamen Lernens, Erkennens und Durchdenkens von Handlungsoptionen erkannt und erhebliche Energie in den Bildungsbereich investiert zu haben. Noch niemals in der Geschichte der gewaltfreien Bewegung haben sich so viele Menschen aufgrund dieser Aktivitäten kundig gemacht und/oder sanft-entschiedenes Verhalten trainiert. Damit sind wesentliche Gesichtspunkte der Gewaltfreiheit in verschiedene Schichten hineingetragen worden. Die Kehrseite ist, dass dieses Lehren und Lernen nur in geringem Maß zu sichtbaren gewaltfreien Aktivitäten geführt hat. Daraus leitet sich die Frage ab, wie es in Zukunft gelingen kann, die quantitativ und qualitativ hochprofessionellen Anstrengungen im Bildungsbereich mit Strategien gemeinsamen Handelns zu verknüpfen.

8. 1. Es scheint eine der gravierenden S c h w ä c h e n der multiformen gewaltfreien Bewegung zu sein, nur zeitweise und partiell menschliche und finanzielle Ressourcen erschließen zu können. Die Glaubwürdigkeit der Praxis wie der Akteure selbst ist offenbar derzeit nicht so groß, dass eine stetige Weiterentwicklung möglich ist.

2. Hinzu kommt als mögliche zweite Schwäche, dass aufgrund einseitiger altersmäßiger Zusammensetzung nicht überall ein natürlicher Austausch zwischen den Generationen über Erfahrungen und Perspektiven stattfinden kann, so dass Einsichten aus früheren Aktivitäten verloren zu gehen drohen "und immer wieder neu das Rad erfunden wird".

3. Zu den Schwächen muss vermutlich auch zählen, dass Auswertungen der eigenen Vorhaben und Strategien nicht veröffentlicht, kritisch-distan-zierte, solidarische Evaluationen durch Nicht-Beteiligte in der Regel nicht angestrebt werden. Dadurch stehen Ergebnisse früherer gewaltfreier Bemühungen anderen nur selten zur Verfügung. Das womöglich auf einer speziellen Gandhi-Interpretation beruhende immer neue "Experimentieren" und das anscheinend endlose "learning by doing" ohne hinreichende Berücksichtigung von Erfahrungen in anderen Zusammenhängen führt u.U. zu einem fatalen Nebenergebnis: zur vermeidbaren Wiederholung von Misserfolgen und Frustrationen.

4. Als die folgenreichste Schwäche jedoch, die wegen der hohen Kommunikationsdichte kleinerer Gruppen leicht übersehen werden kann, muss wahrscheinlich die faktische Zusammenhanglosigkeit und die fehlende politische Absprache zwischen den gewaltfreien Gruppierungen gesehen werden. Auch die zunehmenden internationalen Verknüpfungen können anscheinend dieses Defizit nicht aufheben. Es liegt u.E. auf der Hand, dass das bisherige Nebeneinander mit je individuellen Strategien, ohne den Austausch über Grundfragen, ohne Vereinbarungen und mit unnötigen Doppelungen zwangsläufig wichtige Kräfte verschleißt, Konkurrenzgefühle aufkeimen lässt, wechselseitiges Empowerment verhindert und dringend erforderliche Synergie-Effekte ausschließt.

9. Vor diesem Hintergrund könnten u.U. zwei Vereinbarungen nützlich sein: (A) über gemeinsames, schrittweises Durchdenken einzelner Fragestellungen in Seminarform und (B) über regelmäßige Konsultationen der interessierten Gruppierungen in acht- bis zwölfmonatigem Abstand.

Es müsste möglich sein, ohne neue Organisationsformen zu schaffen, ohne die für viele von uns wichtige Basisorientierung und Dezentralisierung aufzugeben, ohne Identität und Selbständigkeit auf irgendeiner Seite zu beeinträchtigen, relevante Themen gemeinsam zu bearbeiten und Abspracheverfahren zu entwickeln, die den einzelnen Gruppierungen nützen, den Umgang mit objektiven Problemen erleichtern, die Stärken potenzieren und die Schwächen relativieren, so dass die Gesamt-Wirkung der gewaltfreien Bewegung in erheblichem Maß gesteigert würde. Wir im BSV sind bereit, unseren Teil dazu beizutragen, indem wir dafür u.a. unsere organisatorischen und kommunikativen Möglichkeiten einbringen.

Konrad Tempel

Vorlage zu einer Tagung des Hamburger Archiv Aktiv im Dezember 2000.

Neues aus dem BSV / Wege aus der Gewalt

Überarbeitetes Angebot des BSV im Bildungsserver NRW: Konstruktive Konfliktkultur

Der BSV ist „Pate" des Themenbereichs „Konstruktive Konfliktkultur" im Bildungsserver des Landesinstituts für Schule und Weiterbildung in NRW

Der Inhalt und das Erscheinungsbild wurde neu gestaltet und ergänzt. Wir freuen uns über lobende und kritische Rückmeldungen zu diesem neuen Angebot.

Hier finden sich auch ständig aktualisierte Angebote über Fortbildungsmöglichkeiten für die Themenbereiche Konstruktive Konfliktbearbeitung, Zivilcourage, Mediation und ....

Wir sind dankbar für Hinweise auf weitere Bildungsangebote, die wir gerne in den Bildungsserver einstellen. Wer ehrenamtlich an der weiteren Gestaltung unseres Internetangebotes im Bildungsserver mitwirken möchte, die oder der rufe uns bitte gleich an.

Internetadresse: www.learn-line.nrw.de/angebote/konfliktkultur

Aus- und Weiterbildung für MultiplikatorInnen und ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit vom 11. bis. 15. Juni 2001 in der Evangelischen Akademie Loccum

Bereits zum zweiten Mal bieten der Bund für Soziale Verteidigung in Kooperation mit der Stiftung Mitarbeit im Juni 2001 nach dem sehr erfolgreichen Pilotprojekt im Oktober letzten Jahres diese Aus- und Weiterbildung an.

In einem fünftägigen Training werden den TeilnehmerInnen die notwendigen Kompetenzen vermittelt, einen dreistündigen Workshop und ein eintägiges Seminar zum Thema „Wege aus der Gewalt" und „Konstruktiven Konfliktlösungen auf der Spur" zu leiten und durchzuführen.

Die Veranstaltung beginnt am Montag, 11.6.2001, 12.00 Uhr und endet am Freitag, 15.6.2001, 15.30 Uhr. Die Evangelische Akademie Loccum liegt 50 km westlich von Hannover.

Die Kosten für die TeilnehmerInnen sind äußerst gering dank der Förderung des Seminars durch Bundesmittel: 250,-DM (125,-DM ermäßigt) incl. Unterbringung und Verpflegung!

Nähere Informationen und Anmeldungen gibt es in unserer Geschäftsstelle. Wer die Werbung für diese Weiterbildung unterstützen möchte, kann die notwenigen Faltblätter einfach bei uns anfordern.

Das für dieses Projekt erstellte Trainingshandbuch von Heike Blum und Detlef Beck erscheint Mitte Januar und kann auch ohne Anmeldung zum Seminar erworben werden (Preis 12,-DM)

Projekt „Konstruktive Konfliktaustragung und Selbstbehauptung für Eltern und Kinder" im Kreis Minden-Lübbecke

Im August 2000 veröffentlichten wir ein Trainingskonzept zum Thema Konstruktive Konfliktaustragung und Selbstbehauptung für Eltern und Kinder, dass mehr und mehr Aufmerksamkeit erfährt. Verschiedene Elternseminare in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen werden im ersten Halbjahr 2001 auf Grundlage dieses Konzeptes vom BSV durchgeführt. Der Kreis Minden-Lübbecke hat zur Durchführung von zwei Elternabenden für Eltern von Grundschulkindern Gelder zur Verfügung gestellt. Verknüpft ist der Elternabend mit einer ganztätigen Fortbildung für GrundschullehrerInnen zum Thema Konstruktive Konfliktbearbeitung in der Schule. Alle Veranstaltungen werden bereits im Januar durchgeführt. Anfang Februar wird der BSV ein Faltblatt zu den Elternseminaren für Eltern herausgeben, das in unserer Geschäftstelle anfordert werden kann.

Netzwerk Gewaltprävention im Kreis Gütersloh

Mit dem Jahr 2001 geht die Arbeit des BSV im Netzwerk Gewaltprävention im Kreis Gütersloh ins dritte Jahr. 1999 lag der Schwerpunkt der Aktivitäten im Netzwerk in der Fort- und Weiterbildung von MultiplikatorInnen aus dem Schul- und Jugendbereich. Themen der Qualifizierung waren Konstruktive Konfliktbararbeitung im beruflichen Alltag, Mediation, Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung. Im Jahr 2000 wurde neben weiteren Qualifizierungsseminaren - in die nun auch Fragen der Geschlechterpädagogik integriert wurden - insbesondere an der Entwicklung von Projekten in den verschiedenen Praxisfeldern der Netzwerkbeteiligten gearbeitet. Auch im Jahr 2001 wird der BSV Fort- und Weiterbildungen im Netzwerk anbieten und durchführen. Im Vordergrund der Beteiligten im Netzwerk, wird jedoch die Projektrealisierung der entwickelten Projekte stehen.

Publikationen aus der BSV-Reihe „Hintergrund- und Diskussionspapiere" zum Bestellen

Nr. 3: Beck, D., Kurzdokumentation des Mindener Projektes: „Kreative Konfliktbearbeitung im kommunalen Zusammenhang", 2. erweiterte Auflage, August 2000 (34 Seiten), 5,-DM

Die für das Projekt erstellten Ausbildungsunterlagen für StreitschlichterInnen sind als Ergänzungsheft erhältlich, 10,-DM

Nr. 4: Beck, D., Auf dem Weg ins freundliche Klassenzimmer, Dokumentation eines Projektes zur gewaltfreien Konfliktaustragung in einer 4. Grundschulklasse, September 1999 (132 Seiten), 25,-DM

Nr. 7: Beck, D., Trainingskonzept: Konstruktive Konfliktaustragung und Selbstbehauptung für Eltern und Kinder, August 2000 (16 Seiten), 4,-DM

Nr. 9: Blum, H./Beck,D., Wege aus der Gewalt: Trainingshandbuch für ehrenamtliche MitarbeiterInnen und MultiplikatorInnen in der Jugendarbeit, Dezember 2000 (102 Seiten), 12,-DM

Literaturtips

Singer, K., Lehrer-Schüler-Konflikte gewaltfrei regeln, Beltz:Weinheim, 1996; Ein lesenswertes Buch, in dem Unterrichtsstörungen nicht mit Machtmitteln oder psychologischen Strategien gelöst werden, sondern ermutigen „in Beziehung zu gehen". Dabei geht es nicht um ideale Lösungen, sondern um Prozesse, die Verständigung ermöglichen.

Pazifismus in Zeiten von Krieg

"Nie wieder Krieg" und "Nie wieder Auschwitz" gehören zusammen

Christine Schweitzer

In den letzten Jahren ist viel von einer Krise oder gar dem Ende des Pazifismus die Rede gewesen. In diesem Artikel soll ein Blick auf diese Krise geworfen und argumentiert werden, dass sie weder historisch gesehen einzigartig ist noch zwangsläufig zur Aufgabe pazifistischer Konzepte führen muss.

Pazifistische Positionen haben sich immer wieder Herausforderungen gegenüber gesehen. Es waren nicht erst der zweite Golfkrieg (besonders als Israel angegriffen wurde), Ruanda und die verschiedenen Kriege im jugoslawischen Raum, die Verunsicherung auslösten. Ähnliche Diskussionen wurden angesichts des spanischen Bürgerkriegs (1936-1939), des zweiten Weltkriegs, des Vietnamkriegs und der Befreiungskriege im Süden (besonders Nicaragua und El Salvador) geführt. Die Grundfrage war immer dieselbe: Gibt es Situationen, in denen Krieg das "letzte Mittel" ist, will man nicht Massenmord und Genozid tatenlos hinnehmen?

Während des Bosnien-Krieges, besonders in der Zeit 1994/95, als Raketenangriffe die belebten Innenstädte Sarajevos und Tuzlas trafen und die ostbosnischen UN-Schutzzonen angegriffen und zwei von ihnen von den UN-Truppen ohne Widerstand aufgegeben wurden, genoss Präsident Milosevic die gleiche zweifelhafte Ehre eines Vergleiches mit Hitler wie zuvor 1991 Präsident Saddam Hussein. Die Europapolitik gegen Bosnien wurde mit der Appeacement-Politik 1938/39 gegenüber Deutschlands verglichen und behauptet, dass "Nie wieder Krieg" gleichberechtigt neben "Nie wieder Auschwitz" stehe 1/.

Zur politischen Funktion des Auschwitz-Vergleiches

Die Ära des 'neuen Interventionismus' begann nach Ende der Ost-West-Konfrontation und der Auflösung des Warschauer Paktes. Es war eine Zeit, die im politisch-militärischen Sinne als Übergangszeit verstanden werden muss. Die alten Rechtfertigungen von Rüstung und Militär galten nicht mehr - teilweise boten einem Politiker und Nato-Offiziere Argumente, warum es denn die Nato weiter geben müsse, in Form einer Multiple-Choice zwischen einer Bedrohung durch Russland ('Schirinowksy'), humanitären Aufgaben, neuen Bedrohungen durch Terrorismus und Kriege in anderen Erdteilen usw. an: 'Bitte wählen Sie den Grund aus, der Sie am meisten überzeugt'.

Die Veränderungen in der weltpolitischen Konstellation führten zu einem Neu-Sortieren der Kräfte und der Einflussgebiete, dessen Gewinner eindeutig die USA und Westeuropa sind. Deutschland beteiligte sich an diesen Veränderungen vor allem, indem es die Bundeswehr schrittweise an internationale Einsätze, wie sie für seine europäischen Nachbarn schon immer Usus waren, heranführte.

Dieser Prozess begann mit der Unterstützung des Angriffes der Alliierten gegen den Irak innerhalb des Nato-Gebietes 1991, führte über die erste Entsendung 'out of area' von Sanitätssoldaten nach Kambodscha 1992, den Einsatz von Bundeswehrsoldaten zum Brunnenbau in Somalia und der Entsendung von Einheiten nach Bosnien, um mit dem ersten 'richtigen Kampfeinsatz' gegen Jugoslawien 1999 zu enden.

Das Betreiben solch grundlegender Veränderungen, das die Hoffnung vieler Menschen in Ost und West auf eine friedlichere Zukunft nach 1989 gründlich zunichte machte, brauchte natürlich eine ideologische Legitimation. Die Berufung auf die Verbrechen Nazi-Deutschlands und den Zweiten Weltkrieg boten sich hier als Argument geradezu an, weil sie wie kein zweites geschichtliches Ereignis gerade in Deutschland tabuisiert und einer kritischen Hinterfragung unzugänglich sind.

Wer Widerspruch gegen den Vergleich anmeldet, muss damit rechnen, sich in das moralische Abseits zu stellen, denn jedes falsche Wort kann als Verharmlosung von 'Auschwitz' ausgelegt werden. So erwies sich der Vergleich als hilfreich, wenn es darum ging, bestimmte Partei- und Bundestagsbeschlüsse durchzusetzen (Änderung des Grundgesetzes in Bezug auf Out-Of-Area-Einsätze, Beschlüsse zur Beteiligung der Bundeswehr an Einsätzen).

Zur Frage, ob Krieg mit 'Auschwitz' gerechtfertigt werden kann

Es gibt zwei Herangehensweisen an diese Frage. Die eine ist der Hinweis, dass die deutsche Vernichtungsmaschinerie so einmalig war, dass praktisch jeder Vergleich eine Verharmlosung des Genozids an Juden und Sinti und Roma darstellt und allein aus diesem Grunde unterbleiben sollte. Dies ist natürlich richtig, auch wenn ich den kleinen Vorbehalt anmerken möchte, dass ein zu starkes Abheben auf die Einmaligkeit (Singularität) der deutschen Verbrechen auch problematische Seiten hat. Eine dieser problematischen Seiten ist, dass Singularitäten per Definition nur einmal vorkommen. Man denke daran, wie schnell das unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs entstandene Asylrecht ausgehöhlt und praktisch abgeschafft wurde. Denn alle Flüchtlinge vor Krieg und Folter heute fliehen ja halt nicht vor den Nazis, oder? Eine andere ist, dass manchmal durch den Hinweis auf die Einmaligkeit beinahe so etwas wie ein kranker Nationalstolz durchschimmert. Wenn schon Kriegsverbrecher, dann ein Superverbrecher?

Die zweite, mir näherliegende Herangehensweise ist die Kernfrage, ob Krieg unter bestimmten Umständen gerechtfertigt werden kann 2/. Wer diese Frage bejaht, wird vermutlich den Widerstand der Alliierten im zweiten Weltkrieg gegen Deutschland als erstes Beispiel für seine Position anführen. Er oder sie wird sich auch nicht von dem Argument irritieren lassen, dass der zweite Weltkrieg keine 'humanitäre Intervention' war und kein Versuch gemacht wurde, den Genozid in den Konzentrationslagern zu stoppen, obgleich man seit 1944 davon Kenntnis hatte.

Ich halte nichts davon, den Ereignissen um und im zweiten Weltkrieg eine solche Einmaligkeit zuzuschreiben, dass man ihn aus ethischer Sicht problemlos bejahen aber trotzdem jede Kriegsvorbereitung und jede militärische Intervention heute ablehnen kann. Meine These ist, dass nur, wer sich grundsätzlich gewaltfreien Widerstand gegen Nazi-Deutschland anstelle des militärischen Widerstandes vorstellen kann 3/, nicht in Gefahr gerät, militärischen Aktionen heute in manchen Fällen die Zustimmung geben zu müssen. Dabei ist das Wort "grundsätzlich" betont, denn gewaltfreier Widerstand (Soziale Verteidigung) hat Voraussetzungen, die selbstverständlich damals genausowenig gegeben waren wie sie es in jüngster Zeit in Bosnien oder Ost-Timor waren. Aber anstatt vom Status Quo her abzuleiten, dass militärisches Eingreifen in manchen Fällen alternativlos ist und deshalb ein Aus- und Umbau von Bundeswehr und Nato erforderlich sind, heißt für mich die Folgerung: alle Energien darauf verwenden, diese gewaltfreien Alternativen zu entwickeln und umzusetzen.

"Nie wieder Krieg!" und "Nie wieder Auschwitz!" gehören zusammen. Sie dürfen nicht gegeneinander abgewogen oder gar der Bruch des ersten mit dem zweiten gerechtfertigt werden. Erst wenn sich die Einsicht durchsetzt, dass Krieg moralisch genausowenig zur rechtfertigen ist wie es z. B: nach allgemeinem Konsens die Sklaverei ist - eine Entwicklung, die noch vor 150 Jahren nicht nur in den USA als lachhaft abgetan worden wäre -, dann ist der sog. Schwur von Buchenwald erfüllt.

Gewaltfreie Alternativen zu Krieg entwickeln

Eine Überwindung des ethischen Dilemmas, das entsteht, wenn es zu militärischer Intervention anscheinend keine Alternative gibt, kann in meinen Augen nur erreicht werden, wenn es gelingt, gewaltfreie Alternativen so weiterzuentwickeln, dass sie auch für solche Krisensituationen zur Verfügung stehen.

Allerdings sollte vorausgeschickt werden, dass es immer auch Situationen geben dürfte, wo weder mit gewaltsamen noch mit gewaltfreien Mitteln etwas erreicht werden kann. MilitärbefürworterInnen schwelgen gerne in Allmachts-Vorstellungen - man müsse nur genug Truppen schicken, dann hätte man das Problem im Griff. Dass dies nicht stimmt, hat nicht nur der Vietnam-Krieg bewiesen. PazifistInnen sollten nicht dem gleichen Fehler verfallen. Natürlich kann auch gewaltfreie Konfliktaustragung und Krisenprävention misslingen oder zu viel Zeit beanspruchen, bevor sie "greift". Die Anti-Vietnambewegung benötigte etliche Jahre, bevor sie die USA zum Rückzug aus Südostasien zwingen konnte, während Gewalt u.U. sehr schnell bis zu Massenmord und Genozid eskalieren kann.

Der meist pauschal vorgetragenen Auffassung, dass Gewaltfreiheit nur in niedrigen Eskalationsstufen eines Konfliktes Aussicht auf Erfolg habe, bevor offene Gewaltanwendung den Konflikt dominiert, widersprechen viele KonfliktforscherInnen, die sich mit Gewaltfreiheit befasst haben, und auch etliche historische Beispiele dieses Jahrhunderts (Prag 1968, Philippinen 1986, Kosovo 1989-1998). Das Konzept der Sozialen Verteidigung wurde für die größte annehmbare Gewaltanwendung, den Krieg, entwickelt und beruht auf Erfahrungsschätzen aus zahlreichen Konflikten, in denen von einer Seite keine Gewalt angewendet wurde. In vielen historischen Fällen von gewaltfreien Aufständen und zivilem Widerstand, von denen gerade das letzte, 20. Jahrhundert voll war, scheint es, als ob in vielen Fällen Gewaltfreiheit und nicht Gewalt das "letzte Mittel" gewesen ist. Sie war das Instrument der Konfliktaustragung, das auch dann zur Verfügung stand, wenn Gewalt nicht möglich schien, z.B. weil keine Waffen zur Verfügung standen, das Militär auf der anderen Seite stand oder ihm nicht zu trauen war (Kapp-Putsch, Prag 1968, Philippinen 1986) oder weil man wußte, daß Gewalt zur Vernichtung führen würde. Der Sozialen Verteidigung beigestellt werden sollten Instrumentarien gewaltfreier Intervention - ziviles Peacekeeping vor allem - als Möglichkeiten externer Parteien, gewaltlos in Konflikte einzugreifen.

1/ Zum Beispiel: Joschka Fischer, "Das wäre blutiger Zynismus", in :DER SPIEGEL 34/1995, S. 27 ff. Der Nato-Krieg im Kosovo war nur der dritte Anlass in den letzten zehn Jahren, Krieg mit dem zweiten Weltkrieg und 'Auschwitz' zu rechtfertigen, und Macher, Befürworter wie auch Gegner des Krieges bedienten sich im wesentlichen der Argumente und Thesen, die während des Bosnien-Krieges entwickelt worden waren.

2/ Bei der Diskussion um Rechtfertigung von Krieg ist man schnell - wenngleich oft nur implizit - beim Konzept des 'gerechten Krieges'. Die über die Jahrhunderte entwickelten Kriterien des gerechten Krieges (1. legitime Autorität, 2. gerechte Gründe, 3. Militär als letztes Mittel, 4. richtige Absicht, 5. Verhältnismäßigkeit der Mittel, 6. Ankündigung. Siehe u.a. Bernd Jürjens, Die neue Diskussion um gerechte Kriege und humanitäre Intervention - das Beispiel Somalia, INEF Report Heft 16/1996) werden derzeit versuchsweise auf (militärische) Interventionen angewendet. Besonders der Aspekt des gerechten Grundes (Schutz vor Vertreibung, von Menschenrechten o.s.ä.) und des letzten Mittels ("wir haben alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft") sind beinahe stereotyp zu hören.

3/ Der Berliner Friedensforscher Theodor Ebert gehört zu dieser Minderheit und hat in verschiedenen Artikeln darauf Bezug genommen. Zuletzt in einem Interview, das in der Gewaltfreie Aktion 1/2000 erschien.

Neues aus dem Institut für Friedensarbeit und gewaltfreie Konfliktaustragung

Das IFGK führte am 28.10.2000 seinen zweiten Studientag des laufenden Jahres durch. Über fünf Themen wurde referiert:

Martin Arnold sprach unter dem Titel "Gütekraft - Satjagrah: Handlungsleitendes Theorem auf dem Weg der Versöhnung" als ein relativ neues Feld in der Friedens- und Konfliktforschung über "Versöhnung". Er präsentierte - z.T. mit Videoeinspielung - zwei historische Fälle, die er als Beispiele für gütekräftiges Handeln bezeichnete: den gewaltfreien Widerstand in den Philippinen 1986 gegen das Marcos-Regime und den Prager Frühling 1968. Daran anschließend wurde diskutiert, welche Voraussetzungen in den Fallbeispielen vorliegen bzw. erfüllt sein müssen, damit ein Rollenwechsel bei den GegnerInnen (PolizistInnen, SoldatInnen) stattfindet, wie es in den genannten Fällen geschehen war. Was veranlaßte die Soldaten und Polizisten in den Philippinen, ihren Befehlen, auf die Aufständischen zu schießen, nicht zu gehorchen, sondern sich stattdessen mit ihnen zu solidarisieren?

Albert Fuchs stellte unter dem Titel "Rechtsextremismus, Gewaltakzeptanz, Gewalttätigkeit" die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit über Rechtsextremismus und SchülerInnengewalt vor, die er 1993 zusammen mit einer Diplomandin in Erfurt erstellt hatte. Als wichtigste Ergebnisse stellte er einen Zusammenhang zwischen Gewaltakzeptanz und Gewalttätigkeit heraus, während das Phänomen der Fremdenfeindlichkeit - einer der Variablen, anhand derer Rechtsextremismus gewöhnlich gemessen wird - viel weiter verbreitet war. Es gibt nach seinen Erkenntnissen kein einheitliches Konstrukt "Gewaltakzeptanz", aber ein Konstrukt "Rechtsextreme Orientierung". Wer rechtsextrem ist, ist demzufolge auch fremdenfeindlich. Als Konsequenz forderte er, sich im pädagogischen Alltag mit Rechtsextremismus und Gewaltakzeptanz zu befassen. Die Ergebnisse sind als Hintergrund- und Diskussionspapier des IFGK Nr. 15 für 7,- DM beim BSV Büro zu bestellen.

Christine Schweitzer schilderte eine Projektskizze "Gewaltfreie Alternativen zum Militär": Es geht um zwei Themen, nämlich Überwindung von Krieg und Abschaffung von Militär und Rüstung. Das Ziel des Projekts besteht darin, Erkenntnisse zu gewinnen, wie der Überwindung von Krieg nähergekommen werden kann. Dafür müsste die Friedens- und Konfliktforschung in Richtung Strategieforschung gedrängt werden. Als Zielgruppe für die Forschungsbemühungen bietet sich die Friedensbewegung an, dafür könne z.B. eine Werkstatt mit ExpertInnen für eine strategische Orientierung für Friedensbewegungen verschiedener Länder geschaffen werden. Wir wollen im IFGK an diesem Themenkomplex weiterarbeiten.

Barbara Müller referierte unter dem Titel "Die Möglichkeit der Intervention von Peace Constituencies durch Graswurzel-Akteure" über ihre Erfahrungen mit Workshops, die sie 1999/2000 in Kroatien durchgeführt hatte. Als "Peace Constituencies" (etwa: "Friedensnetzwerke") kann demnach ein für einen Konflikt sensibilisiertes Umfeld bezeichnet werden, in dem friedensbereite Gruppen für ein Ziel eintreten. Als spannend stellte sich insbesondere der Gruppenprozess heraus, der durch den Einfluß der Moderatorin bedingt war. Die Forschung über Friedensnetzwerke trug selbst dazu bei, daß ein solches Netzwerk bzw. zumindest Kontakte zwischen verschiedenen Akteuren (Menschenrechtsgruppen, humanitären Organisationen, lokaler Verwaltung usw.) entstand. Dabei stand die Frage im Raum, ob es sich im Zuge der Doppelrolle der Moderatorin und Forscherin eher um Konfliktintervention oder Forschung handelte. Diese Erfahrungen von Barbara Müller können als ein guter Einstieg in die Forschung über "Peace Constituencies" unter Berücksichtigung ihrer Dynamiken angesehen werden.

Der nächste Studientag des IFGK soll am 17. März 2001 nachmittags stattfinden. Nähere Infos unter Tel. 0711/2155112

Achim Schmitz

Unterschriftensammlung für Friedenssteuergesetz

Das Netzwerk Friedenssteuer bemüht sich seit Jahren um die Anerkennung der Verweigerung des „Kriegsdienstes mit der Steuer". Bereits dreimal wurde ein Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, bisher ohne Erfolg.

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Netzwerks und des BSV hat jetzt eine neue Lobby-Kampagne gestartet, um eine gesetzliche Regelung zu erreichen.

Zur Unterstützung werden Unterschriften für die folgende Erklärung gesammelt, die bisher bereits über 2680 mal unterzeichnet wurde:

"Ich trete/wir treten für eine gesetzliche Regelung ein, nach der niemand gegen sein Gewissen gezwungen werden darf, durch Steuern und Abgaben zur Finanzierung von Militär und Rüstung beizutragen.

Stattdessen ist die Verwendung dieser Zahlungen für zivile Aufgaben sicherzustellen."

Unterschriftenlisten und weitere Informationen gibt es bei Klausmartin Voigt, Im Laimacker 20, 79249 Merzhausen oder im Internet:

www.quakers.net/nwfs/

"Zukunftsprojekt - Pazifismus"

Einladung zur Jahrestagung und Mitglieder - Versammlung des BSV:

Freitag, 2.3 bis Sonntag, 4.3.1999 im Gästehaus Bonn Venusberg, Haager Weg 28-30, 53127 Bonn, Tel. 0228/285043

Freitag 2.3.2000

18.00 h Anreise und Abendessen

19.00 h Begrüßung

19.15 h Vorstellg. der TeilnehmerInnen

19.30 h Einleitung ins Thema, Ablauf der Jahrestagung, Verweis auf MV, Vereinbarung von Kommunikationsregeln

20.00 h Was heißt für mich Pazifismus? Positionsbarometer und Kleingruppen zum Austausch über die verschiedenen Positionen

ca 22.00 gemütliches Zusammensitzen

Samstag 3.3.01

08.00 h Frühstück

09.00 h Herausforderung Pazifismus:
Kurzstatements und Diskuss.
* Detlef Beck /

Georg Hörnschemeyer
* Renate Wanie

10.30 h Kaffeepause

11.00 h Pazifistische Perspektiven und Handlungsansätze
Kurzstatements und Diskuss.
* Paul Russmann
* Helga Tempel

12.30 h Mittagessen

14.30 h Vorstellung und Einteilung in die versch. Kleingruppen zu:

Ø Die gewaltfreie Strategie der Sozialen Verteidigung

Ø Der nächste Nato-Krieg kommt bestimmt und wo sind wir?

Ø Friede und Recht

Ø Wie kommt der Pazifismus in die 'Spaßgesellschaft'?

Ø Auf Wunsch: Gruppe(n) zum Weiterdiskutieren der Themen vom Vormittag

16.30 h Kaffee und Kuchen

17.00 h Abschlussplenum:

18.00 h Abendessen

20.00 h 'Forum Friedensprojekte' (Vorstellung von Aktivitäten und Projekten der TeilnehmerInnen) und gemütliches Zusammensein für diejenigen, die zur BSV-Mitgliederversammlung bleiben

Sonntag 4.3.2000

9.00 Mitglieder-Versammlung

Vor Eintritt in die TO:

- Begrüßung - Grußbotschaften

1. Feststellung der Frist- und formgerechten Einladung und Beschlussfähigkeit / Protokoll

1.2. Festlegung der Tagesordnung

2. Berichte über die politisch-inhaltliche Arbeit / Erörterung von:

2.1. Jahresbericht Vorstand und Geschäftsführung

1.2. Detail-Berichte:

Zu den BSV-AGs (Netzwerk Friedenssteuer / IFGK / Soziales Verteidigen / Wege aus der Gewalt); Zur pädagogischen Arbeit; Zum Balkan Peace Team; Zur Kooperation mit befreundeten Organisationen; Zur Ausbildung Zivile Konfliktbearbeitung 2000/2001 (ehemaliges Modellvorhaben zur Antimilitarismus-Diskussion

3. Finanzen / Erörterung
3.1. Finanzbericht
3.2. Bericht der Kassenprüfer / Entlastung des Vorstands
3.3. Haushaltsvoranschlag
4. Wahlen - Vorstand und Kassenprüfer
4.1. KandidatInnenvorstellung / Befragung, anschl. Wahlen
Gemäß § 8.1 der Satzung müssen bis zu zwei Vorsitzende, bis zu fünf weitere Vorstandsmitglieder und gemäß § 7.6 zwei Kassenprüfer gewählt werden
5. Bestätigung der BSV-Arbeitsgruppen
6. Zur künftigen Arbeit des BSV
6.1. Beitragserhöhung, ggf. Anträge
7. Verschiedenes
8. Abschlussrunde / Ausblick
12.30 Ende mit gemeins. Mittagessen

Es wird gebeten, Anmeldungen an die Geschäftsstelle zu richten, die zwei Wochen vorher weitere Unterlagen verschickt.