BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.


NEWSLETTER MÄRZ 2015


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INHALT


Neuigkeiten

und Termine

Berichte

Ressourcen

Spendenbarometer


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NEUIGKEITEN UND TERMINE


1. APRIL 2015: REGIERUNGSCHEF_INNEN BETEILIGEN SICH AN OSTERMARSCH

Die Haupststadtpresse hatte mit allem, aber nicht damit gerechnet: Zu

einem vorgezogenen Ostermarsch versammelten sich heute u.a.

Bundeskanzlerin Merkel, Präsident Hollande, Premierminister Cameron

und zahlreiche weitere RegierungschefInnen der NATO-Mitgliedsstaaten.

Nur Präsident Obama fehlte – das durch den Klimawandel verursachte

schlechte Wetter in den USA verhinderte seinen Abflug. Die

RegierungsvertreterInnen, denen sich zahlreiche leitende Beamt_innen

anschlossen, bildeten eine Menschenkette vom Kanzleramt am Reichstag

vorbei bis zum Brandenburger Tor. In ihrer mit Spannung erwarteten

Rede erklärte die Gastgeberin, dass man in diesem Jahr, 70 Jahre

nach dem Ende des 2. Weltkriegs, endlich umdenken wolle und den

sofortigen Ausstieg aus allen Rüstungsvorhaben vorbereiten werde.

Die Entwicklung der noch gestern angekündigte neue waffenfähige

Drohne der EU werde genauso gestoppt wie die Aufstellung der

Schnellen Eingreiftruppe für Osteuropa, und schrittweise sollten

alle militärischen UN-Missionen in Missionen zivilen Peacekeepings

umgewandelt werden. Bis 2025 solle die NATO aufgelöst werden, und

umfangreiche Konversionsprogramme sollten dafür sorgen, dass alle

Soldatinnen und Soldaten, alle Arbeiter_innen in der

Rüstungsindustrie und Angestellte in den Verwaltungen neue

attraktive Arbeitsmöglichkeiten erhielten. Die Rede wurde mit viel

Beifall aufgenommen; nur einige Bundestagsabgeordnete von hier

ungenannt bleibenden Parteien wurden gesehen, die in Tränen

ausbrachen.



NEUE ARBEITSGRUPPE ZU ZIVILEM PEACEKEEPING

Am Rande der BSV-Tagung im März 2015 in

Heidelberg haben wir beschlossen, eine neue Arbeitsgruppe ins Leben

zu rufen: Eine Arbeitsgruppe zu Unbewaffnetem Zivilen Peacekeeping.

Die zuvor bestehende AG zu Nonviolent Peaceforce geht in dieser neuen

Gruppe auf.

Die Arbeitsgruppe will sich schwerpunktmäßig

in drei Bereichen engagieren:

  1. der vom BSV initiierten Kampagne für Ziviles Peacekeeping.

  2. Unterstützung von Nonviolent Peaceforce, insbesondere der Mitwirkung

an der NP Alliance, dem Kreis der Organisationen, die als Alliance NP

fördern wollen

  1. Begleitung des Projekts, das der BSV zusammen mit NP für die Ukraine

beantragt hat. (Ob dieses Projekt zustande kommt, wissen wir

allerdings noch nicht.)

Wir möchten alle Interessierten - Einzelpersonen oder/und

GruppenvertreterInnen - herzlich einladen, indieser AG mitzuarbeiten!

Mitarbeit kann dabei verschiedene Formen einnehmen:

- „Universale“ Mitarbeit an allen Themen der AG

- Fokussierung auf das eine oder andere Thema (z.B. Kampagne zu

Zivilem Peacekeeking, Nonviolent Peaceforce, Ukraine-Projekt)

- Unterstützung und Zuarbeit bei ganz spezifischen Aufgaben,

z.B. Ansprechen von bestimmten Personenkreisen für die Kampagne,

Design-Aufgaben, Übersetzungen, oder anderes mehr.

Die Arbeitsgruppe wird primär per Email miteinander kommunizieren; dazu

kommen voraussichtlich gelegentliche Telefonkonferenzen, für die der

Termin dann per Doodle festgelegt würde.

Bei Interesse an Mitwirkung in der einen oder anderen Form wendet Euch

bitte an Christine Schweitzer in der Geschäftsstelle,

Schweitzer(at)soziale-verteidigung.de, Tel. 0571-29 456 oder 040-655 90 940.



BÜCHEL ATOMWAFFENFREI

Unter dem Motto „büchel65“ wollen zwischen dem 26. März bis 29. Mai

2015 möglichst viele Gruppen eine Blockade am Atomwaffenstützpunkt in

Büchel durchführen. Zur Vorbereitung koordiniert die Kurve Wustrow

zusammen mit TrainerInnen aus ganz Deutschland Trainings in gewaltfreier

Aktion.

Aktuelle Trainingstermine:

  • Köln (FBK) 11. April 2015

  • Hannover (BSV) 18. April 2015

  • Hamburg (IKM) 19. April 2015

  • Wustrow (KURVE) 26. April 2015

  • Trainings in weiteren Städten sind in Planung.

Mehr Informationen unter: http://www.buechel-atomwaffenfrei.de/buechel65/


„WIKI-WATCH“

Friedenspolitisch relevante Inhalte sind nur

spärlich in Wikipedia vertreten. Birgitta Meier schlägt deshalb

vor, eine „gänzlich informelle, gänzlich pflicht-freie -

'Wiki-Watch' einrichten, wo wir einander informieren, wenn etwas

fehlt oder zu kurz oder schlecht dargestellt ist. Wer etwas meldet,

muss ja nicht gleich den Artikel schreiben. Wer den Artikel schreibt,

muss ja nicht gleich seine Word-Datei für Wiki formatieren usw. Ich

denke, dass 20 Augen mehr sehen als 2 - und dass wir so vielleicht

langfristig eine bessere Darstellung unserer Themen bekommen. Es

lohnt die Mühe!“

Wer Interesse an der Mitarbeit hat, melde sich

bei uns im Büro und wir leiten Birgittas vollständige Email an sie

oder ihn weiter.



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BERICHTE


BSV-TAGUNG „FRIEDEN SCHAFFEN OHNE WAFFEN“: ZIVILE KONFLIKTBEARBEITUNG AUF DEM PRÜFSTAND

Die Frühjahrstagung des BSV in Heidelberg vom 20. bis 22. März war mit

über 60 TeilnehmerInnen gut besucht. Ihr Thema: "Frieden

schaffen ohne Waffen - Zivile Konfliktbearbeitung auf dem Prüfstand".

Es gab u.a. interessante Referate, eine Podiumsdiskussion mit vier

Bundestagsabgeordneten aus dem Unterausschuss Zivile Krisenprävention

und die TeilnehmerInnen hatten Gelegenheit, in fünf Arbeitsgruppen

verschiedene Aspekte des Themas zu vertiefen.

Um nur zwei Punkte herauszuheben, die immer wieder angesprochen wurden:

Zivile Konfliktbearbeitung (ZKB) ist sehr

leistungsfähig, aber sie ist kein "Passe-par-tout". Für

jeden Konflikt und jede Situation müssen eigene Antworten gefunden

werden. Das macht ihre Vermittlung als Alternative zu

militärgestützter Politik manchmal schwierig, denn ZKB ist komplex,

wirkt oft eher mittel- und langfristig, und unspektakulär.

Vielfach wurde die Forderung laut, ZKB müsse

politischer werden und müsse ins Zentrum von Politik gerückt

werden. Nur zu oft bemühen sich z.B. Organisationen der

Entwicklungszusammenarbeit und andere zivilgesellschaftliche Gruppen

um ZKB, während gleichzeitig eifrig weiter Waffen mit Erlaubnis der

Bundesregierung geliefert werden. Umgekehrt, so die PolitikerInnen

auf dem Abschlusspodium, sei es aber auch wichtig, "die Politik

zu loben", wenn sie in unseren Augen die richtigen Maßnahmen

trifft.

Eine Dokumentation der Tagung wird in der kommenden Zeit erstellt; sobald

sie fertig ist, werden wir in diesem Rundbrief und auf unserer Website

darauf hinweisen – voraussichtliches Erscheinungsdatum ist Ende Mai / Anfang Juni.


IFGK-STUDIENTAG IN HEIDELBERG

Am 25. April fand ein Studientag des Instituts für Friedensarbeit und

Gewaltfreie Konfliktaustragung in Heidelberg statt.

"Krieg ohne Ende" war das Thema des ersten Vortrags,

gehalten von Dr. Martin Arnold.

Er machte auf einen weltweiten Trend zum entgrenzten "Krieg ohne Ende"
aufmerksam. Zitate aus deutschen, französischen und US-Studien verband er
mit eigenen Beobachtungen zur Rechtfertigung eines Musters, auf das Monitor
im Oktober mit den Worten hinwies: "ein tödlicher Mechanismus: Ein

Konflikt befeuert den nächsten." (Krieg gegen den IS - das Ende

des Pazifismus?

www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/videokrieggegendenisdasendedespazifismus100.html)

Der zweite Vortrag, von Dr. Christine Schweitzer, befasste sich mit
Möglichkeiten zivilen Widerstands bzw. Sozialer Verteidigung gegen den
Islamischen Staat.

Unter Anwendung der Theorie von Gene Sharp über die sechs Machtquellen von Herrschern, die alle letztlich auf die Kooperation der Beherrschten angewiesen sind, zeigte Dr. Christine Schweitzer Ansatzpunkte auf, wie der IS mit gewaltfreien Mitteln bekämpft werden könnte.

Dieser Vortrag kann von der Website des IFGK (www.ifgk.de) heruntergeladen

werden.


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RESSOURCEN



NEUES

HINTERGRUNDPAPIER ZU GEWALTFREIEN AUFSTÄNDEN

Oft wird

die Studie von Erica Chenoweth und Maria Stephan zitiert, der zufolge

gewaltfreie Aufstände seit 1900 zweimal so erfolgreich waren als

gewaltsame. Oder die Studie von Mary B. Anderson und Marshall Wallace

über Gemeinschaften, die sich erfolgreich aus um sie herum tobenden

Kriegen heraushielten („Opting out of war“). Diese und andere

Studien hat Christine Schweitzer in einem Arbeitspapier in deutscher

Sprache zusammengefasst.

Das Papier kann in unserem Shop bestellt oder von unserer Website als PDF

heruntergeladen werden.

Christine Schweitzer, Soziale Verteidigung und Gewaltfreier Aufstand

Reloaded - Neue Einblicke in Zivilen Widerstand. Hintergrund- und

Diskussionspapier Nr. 41, Februar 2015, ISSN 1439-2011, 3 Euro


NEUES HINTERGRUNDPAPIER ZUM AUFSTAND IN DER TÜRKEI 2013

Der Aufstand in der Türkei, der 2013 begann,

als sich BürgerInnen gegen die Bebauung eines Parks in Istanbul, dem

Gezi Park, wehrten, wurde schnell zu einer landesweiten Bewegung für

mehr Demokratie. In dem neuen Hintergrund-und Diskussionspapier von

Gül Akbal, die selbst 2013 den Aufstand miterlebte, werden der

Ablauf und die Hintergründe des Aufstandes analysiert.

Das Papier kann in unserem Shop bestellt oder

von unserer Website als PDF heruntergeladen werden.

Gül Akbal, Die Gezi-Park-Proteste in der Türkei

2013, Hintergrund- und Diskussionspapier Nr. 42, März 2015, 3 Euro



AUFSATZ ZU SOZIALER VERTEIDIGUNG GEGEN DEN ISLAMISCHEN STAAT

Der elfseitige Vortrag (s. oben) kann von der Website des IFGK

(www.ifgk.de) heruntergeladen werden.



ERINNERUNG: PRINT-RUNDBRIEF

Unseren Print-Rundbrief, der viermal im Jahr erscheint, kann auch

elektronisch als PDF abonniert werden. Eine Email an uns genügt, und

Sie bekommen ihn in Zukunft auf Ihren Bildschirm anstatt in den

Briefkasten.




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SPENDENBAROMETER


Friedensarbeit kostet Geld. Wir brauchen in diesem Jahr 78.000 Euro, um

unsere Arbeit nicht einschränken zu müssen. Bis Ende Februar 2015 haben

wir Spenden i.H. von 9.600 Euro erhalten. Das entspricht ca. 12 %.


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NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN

Der Newsletter erscheint monatlich v.a. mit

kurzen Meldungen. Wenn diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken

Sie / schickt Ihr sie bitte, deutlich gekennzeichnet als Beitrag für

den e-newsletter, bis zum 25. jeden Monats an die Redaktion:

office@soziale-verteidigung.de. Zum Bestellen oder Kündigen des

Newsletters genügt eine E-Mail an die Geschäftsstelle:

info@soziale-verteidigung.de. Weitere Informationen gibt es im

Rundbrief "Soziale Verteidigung" und auf der Website

www.soziale-verteidigung.de.

 

HERAUSGEBER

Bund für Soziale Verteidigung e.V. Schwarzer Weg 8 32423 Minden

Tel. 0571 29456 Fax 0571 23019

Spendenkonto:

Kto.-Nr. 89420814, Sparkasse Minden/Lübbecke, BLZ 49050101, IBAN

DE73 49050101 0089 420814, SWIFT WELADED1MIN Bürozeiten: montags

bis freitags 9.00-15.00 Uhr