BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.

 

NEWSLETTER OKTOBER 2012

 

 

INHALT

 

 

TERMINE

Test für Planspiel zur Friedensbildung

Nächster IFGK-Studientag am 13. April 2013

Neue Fortbildungen zur Gewaltfreien Kommunikation

 

NEUIGKEITEN

Früherer Vorsitzender der Nonviolent Peaceforce verstorben

Änderung statt Kündigung des Abkommens zwischen Bundeswehr und Schule in NRW

Aufruf zur Abschaffung der Militärseelsorge

 

BERICHTE

Irak: Konferenz von AktivistInnen ist zu Ende gegangen

Lebenslaute(r) Protest gegen Heckler und Koch

NP-EN.CPS-Treffen in Oslo

 

VERÖFFENTLICHUNGEN

Bundeswehr-Diskurse

Syrien: Aktualisierung des Monitoring-Dossiers erschienen

 

 

 

TERMINE

 

TEST FÜR PLANSPIEL ZUR FRIEDENSBILDUNG

 

(Friedenskreis Halle) MultiplikatorInnen werden eingeladen zur Schulung „Civil Powker – Das Planspiel zu zivilem Engagement in internationalen Konflikten“ vom 26.-27.11.2012 nach Halle/Saale. Die Teilnehmenden der zweitägigen MultiplikatorInnen-Schulung lernen das Planspiel Civil Powker am ersten Tag durch aktives Durchspielen kennen und reflektieren am zweiten Tag inhaltliche, methodische, didaktische und organisatorische Anforderungen für die eigene Umsetzung an Schulen. Ziel des Planspiels ist es, Jugendlichen ab 14 Jahren aufzuzeigen und erfahrbar zu machen, welche Handlungsspielräume hierzulande im zivilgesellschaftlichen, wirtschaftlichen und parteipolitischen Bereich existieren, wenn Konflikte in anderen Weltregionen ausbrechen.

Organisatorischer Rahmen:

Zeit: 26.-27.11.2012; 14.00 Uhr (Montag) – 17.00 Uhr (Dienstag)

Ort: Villa Jühling e.V. (Semmelweisstraße 6, 06120 Halle/Dölau)

Trainer_innen: Karl-Heinz Bittl, Elli Mack und Sandra Bauske

Zielgruppe: Multiplikator_innen, die das Planspiel mit Jugendlichen durchführen wollen

Teilnahmegebühr: 10,- € (inkl. Übernachtung, Verpflegung und Material)

Anmeldung: bis 11.11.2012 bei Elli Mack, elli.mack@friedenskreis-halle.de

 

 

NÄCHSTER IFGK-STUDIENTAG AM 13. APRIL 2013

 

(Christine Schweitzer) Das IFGK möchte schon jetzt auf seinen kommenden öffentlichen Studientag hinweisen, der am 13. April 2013 in Essen stattfinden wird. Die Themen dieses Studientags sind noch offen. Alle Interessierten sind einladen, interessante Themen im Umfeld von „Aktiver Gewaltfreiheit“ vorzustellen.

Zum Rahmen: Einheiten von 1 bis 1½ Stunden um 9.00–13.00 und 14.30–17.00 Uhr haben sich bewährt. Die ReferentInnen können Wünsche nach Moderation, Feedback-Aspekten, Umfang der anschließenden Diskussion usw. äußern. Günstige Übernachtungsmöglichkeiten für Menschen, die schon am Vortag anreisen wollen, können wir voraussichtlich organisieren. Der Teilnahmebeitrag am Studientag wird sich wieder auf ungefähr 10 Euro belaufen – genaue Informationen werden wir mit der endgültigen Einladung bekanntgeben. Wer Lust hat, etwas beizutragen, wende sich bitte – wenn möglich bis zum 30. November - an Christine Schweitzer (CSchweitzerIFGK@aol.com). Sie nimmt auch wie immer Anmeldungen zur Teilnahme an dem Studientag entgegen.

 

 

NEUE FORTBILDUNGEN ZUR GEWALTFREIEN KOMMUNIKATION

 

(Armin Torbecke) Der Trainer Armin Torbecke bietet wieder neue Fort- und Ausbildungen an:

Eine MEDIATIONS-AUSBILDUNG findet  ab März 2013 in Hannover statt. Sie wird auf Grundlage der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) berufsbegleitend als Vollausbildung nach den Standards des Bundesverbands Mediation durchgeführt. Infoabende gibt es am 6.11. in Leipzig und am 9.11. in Hannover. (Frühbucherrabatt bis 15.11.2012)

Eine 5-teilige Fortbildung GEWALTFREIE KOMMUNIKATION findet ab März 2013 in Hannover statt. Sie bietet Grundlagen und Vertiefung der Gewaltfreien Kommunikation für Beruf und Privatleben. (Frühbucherrabatt bei Anmeldung bis 24.12.2012)

EINFÜHRUNGS-TAGE "Gewaltfreie Kommunikation und Mediation kennenlernen" gibt es am 20.10. in Lüneburg und am 26.1. 2013 in Hannover.

Kontakt: Armin Torbecke, Ginsterweg 10, 31595 Steyerberg, 05764 416999, konflikttransformation@jpberlin.de, www.konflikttransformation.de

 

 

NEUIGKEITEN

 

FRÜHERER VORSITZENDER DER NONVIOLENT PEACEFORCE VERSTORBEN

 

(BSV) Omar Diop ist am 1. Oktober 2012 in Dakar (Senegal) plötzlich gestorben. Er war seit der Gründung der Nonviolent Peaceforce (NP) 2002 Mitglied des Internationalen Rats von NP und 2007 auch Kovorsitzender. Omar war außerdem Direktor der Senegalischen Koalition der Menschenrechtsverteidiger (COSEDDH). Omar lag besonders die Weiterentwicklung der Projektarbeit von NP am Herzen wie auch die Förderung des “Unbewaffneten Zivilen Peacekeepings”. Omar wurde vor allem für seine Wärme, Aufrichtigkeit und Offenheit geschätzt.

Der Bund für Soziale Verteidigung ist auch seit der Gründung 2002 eine NP-Mitgliedsorganisation. BSV-Kovorsitzender Stephan Brües und BSV-Vorstandsmitglied Outi Arajärvi erreichte die Nachricht vom Tod Omar Diops gerade nach der Rückkehr vom Treffen europäischer NP-Mitgliedsorganisationen in Oslo. Mit ihnen drückt der BSV der Familie und den FreundInnen Omar Diops sein herzliches Beileid aus!

 

 

ÄNDERUNG STATT KÜNDIGUNG DES ABKOMMENS ZWISCHEN BUNDESWEHR UND SCHULE IN NRW

 

(BSV) Die seit langem vom Bündnis Schule ohne Bundeswehr NRW geforderte und vom Schulministerium NRW angekündigte Einschränkung des Einflusses der Bundeswehr auf die Schule ist jetzt umgesetzt worden. Wie mehrere Medien berichteten und das Ministerium bestätigte, wurde bereits am 30. August eine Änderung des Kooperationsabkommens zwischen Bundeswehr und Schulministerium unterzeichnet. Das neue Abkommen unterscheidet sich vor allem in drei Punkten vom alten (von der früheren CDU-Schulministerin unterzeichneten): Erstens betont die neue Fassung die Grundsätze, dass Lehrer_innen für den Unterricht verantwortlich sind, dass Schüler_innen im Unterricht nicht indoktriniert werden dürfen und dass auch im Unterricht kontrovers sein muss, was in der Gesellschaft kontrovers ist. Zweitens fügt sie die ausdrückliche Gleichberechtigung von Jugendoffizieren und Vertreter_innen der Friedensbewegung ein. Und drittens streicht sie die Einbindung von Jugendoffizieren in die Aus- und Fortbildung der Lehrer_innen.

Dazu hat das Bündnis Schule ohne Bundeswehr NRW, in der auch der BSV mitarbeitet, eine Presseinformation herausgegeben, die die Änderung als Schritt auf dem richtigen Weg begrüßt, doch an dem Ziel einer Kündigung des Abkommens festhält.

 

 

AUFRUF ZUR ABSCHAFFUNG DER MILITÄRSEELSORGE

 

(militaersselsorge-abschaffen.de) Die "Ökumenische Initiative zur Abschaffung der Militärseelsorge" wurde am 22. September 2012 auf einer Werkstatt-Tagung des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins in Halle/Saale gegründet. Die Initiative erklärt: Es gibt in Deutschland circa 100 evangelische und 100 katholische Militärpfarrämter, dazu 5 evangelische und 4 katholische Militärdekanate und je einen Militärbischof. Der Staat gibt circa 30 Millionen Euro/Jahr für die Militärseelsorge aus. Die Militärseelsorge erfüllt in der Praxis, ähnlich wie der Truppenpsychologe, die Militärmusik, die Feldküche und der Sanitätsdienst, eine Rolle innerhalb des Militärs. Sie ist ein kleines Rad in der großen Militärmaschine. Es handelt sich bei der Militärseelsorge um einen Überrest aus der Zeit, als Thron und Altar, weltliche und geistliche Macht noch gemeinsame Sache gemacht haben.

Die Initiative ruft auf zur Abschaffung der Militärseelsorge. Wer den Aufruf mit seinem/ihrem Namen unterstützen möchte, kann dies durch Unterschrift tun und diese per E-Mail oder Post an die Initiative senden.

Infos: www.militaerseelsorge-abschaffen.de

 

 

BERICHTE

 

IRAK: KONFERENZ VON AKTIVISTINNEN IST ZU ENDE GEGANGEN

 

(Stephan Brües) Am 25. Oktober ging die vierte Konferenz der Irakischen “Civil Society Solidarity Initiative (ICSSI) zu Ende. Vom 20. bis 22. Oktober hatten sich mehr als 200 irakische AktivistInnen, GewerkschaftlerInnen und MenschenrechtsverteidigerInnen im südirakischen Basra im Rahmen des Zweiten Irakischen Forums für Gewaltfreiheit getroffen. Rund 20 internationale NRO-VertreterInnen und JournalistInnen, darunter BSV-Vorsitzender Stephan Brües, nahmen an der Konferenz teil. Die Pressemitteilung in englischer und arabischer Sprache kann hier heruntergeladen werden. www.soziale-verteidigung.de/uploads/media/The_final_statement_of_the_fourth_non-violence_week_03.pdf

 

 

LEBENSLAUTE(R) PROTEST GEGEN HECKLER UND KOCH

 

(Stephan Brües) Anfang September brachte ein Wochenende unter dem Motto "Krieg beginnt hier - im Ländle" vielfältige Veranstaltungen in Villingen-Schwenningen und vor den Toren von Heckler & Koch in Oberndorf. In der Jugendherberge Villingen referierte Jürgen Grässlin über Rüstungsexporte, insbesondere aber nicht nur von Heckler & Koch. Am folgenden Tag stellte Lothar Höfler die hohe Konzentration an Rüstungsunternehmen rund um den Bodensee vor, der Comic-Zeichner Gischbl (alias Gerhard Mauch) aus Rottweil sein Politcomic "Die Strörenfriede - Eine ernst-amüsante Geschichte über eine Waffenschmiede" und anschließlich Andreas Seifert (IMI, DFG-VK Tübingen) den Rüstungsatlas Baden-Württemberg.

Während diese Veranstaltungen leider schwach besucht waren, waren umso mehr bei der Antikriegs-Kundgebung in Schwenningen, wo trotz Regens 100 Leute anwesend war, um u.a. die ehemalige MdB Christa Lörcher und Jürgen Grässlin zu hören.

Höhepunkt aber war die Aktion der Lebenslaute unter dem Motto "Waffenhandwerk schafft nur Unheil" (Titel einer Händel-Kantate!). Nachdem sie am Abend zuvor in einer Villinger Kirche ein Vorkonzert gaben, spielten sie am 3.9. ab 5 Uhr morgens vor jedem Werkstor besinnliche und fröhliche Musik, bevor sie dann um 10 Uhr ihr gesamtes Repertoire vor 300 FriedensaktivistInnen, der Polizei, dem Sicherheitspersonal von Heckler & Koch und gut hörbar für die Beschäftigten im Betrieb spielten und zwischendurch die Firma aufforderten, zivile Güter zu produzieren. Die Medien berichteten durchweg positiv. Mehr Infos siehe www.aufschrei-waffenhandel.de/03-09-2012-Lebenslaute-blockie.372.0.html

 

 

NP-EN.CPS-TREFFEN IN OSLO

 

(Stephan Brües) In Oslo wurden neue Strategien für die Arbeit des Europäischen Netzwerks Zivile Friedensdienste  (European Network Civil Peace Services - EN.CPS) diskutiert und ein neues Steering Committee gewählt. Es besteht aus Graziano Tulio (Koordinator), Oftl (Website), Alex Klein (Finanzen) und Romeral Ortiz Quintanilla. Womöglich wird noch ein französischer Vertreter hinzustoßen. Inhaltliche Höhepunkte des NP-Treffens waren die Berichte über die Vorstandsitzung von NP in Mindanao durch Simonetta Constanzo Pitaluga und Outi Arajärvi sowie die Präsentation der Direktorin des Südsudan-Projektes, Tiffany Easthom und des Internationalen Vizedirektors Kim Vetting. Als Europäische VertreterInnen im Internationalen Vorstand (IGC) von NP wurde neben Outi Arajärvi Alessandro Rossi nominiert. Sie würden dann auf der International Assembly in Berlin im März 2013 gewählt werden. Der Norwegian Peace Council hat nicht nur großartige Organisationsarbeit geleistet, sondern uns auch einen Besuch im Nobel-Museum ermöglicht.

 

 

VERÖFFENTLICHUNGEN

 

BUNDESWEHR-DISKURSE

 

(BSV) Unter dem Titel "Zur derzeitigen Diskussion um die und mit der Bundeswehr" hat Ute Finckh-Krämer einen Aufsatz verfasst, in dem es um die verschiedenen Argumentationslinien und deren Widersprüchlichkeiten geht, die derzeit in der offiziellen Debatte um Sicherheitspolitik zu finden sind. Der Beitrag kann hier heruntergeladen werden: www.soziale-verteidigung.de/uploads/media/Militaerische_Sicherheitspolitik-Finckh-Kraemer.pdf

 

 

SYRIEN: AKTUALISIERUNG DES MONITORING-DOSSIERS ERSCHIENEN

 

(BSV) Im Rahmen des Monitoring-Projektes der Kooperation für den Frieden entstand im März 2012 das Dossier V: "Syrien zwischen gewaltfreiem Aufstand und Bürgerkrieg". Angesichts der dramatischen Entwicklungen in den letzten Monaten haben Christine Schweitzer und Andreas Buro eine Aktualisierung vorgelegt.

Die meisten Befürchtungen in Bezug auf Syrien sind wahr geworden. Das Land befindet sich mitten im Bürgerkrieg, mit bislang (Ende August 2012) zwischen 18.000 und 20.000 Toten und geschätzt über einer Million Vertriebener und Flüchtlinge. Der Aufstand in Syrien gegen das Assad-Regime ist zunehmend militarisiert, auch wenn es – von den Medien gern ignorierte – zivile Proteste weiterhin gibt. Und er ist bereits in hohem Maße zum Spielball ausländischer Interessen geworden. Schon jetzt sprechen manche BeobachterInnen von einem doppelgesichtigen Stellvertreterkrieg – einem zwischen Sunniten (Golfstaaten) und Schiiten (Iran) und einem zwischen dem Westen und Russland.

Die Aktualisierung kann von der Website der Kooperation für den Frieden heruntergeladen werden.

 

 

 

NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN

 

Der Newsletter erscheint monatlich v.a. mit kurzen Meldungen. Wenn diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken Sie / schickt Ihr sie bitte bis Monatsende an die Redaktion: dosch@soziale-verteidigung.de.

Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletters genügt eine E-Mail an die Geschäftsstelle: info(at)soziale-verteidigung.de.

Weitere Informationen gibt es im Rundbrief "Soziale Verteidigung" und auf der Website www.soziale-verteidigung.de.

 

 

HERAUSGEBER

 

Bund für Soziale Verteidigung e.V.

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