NEWSLETTER DEZEMBER 2011

BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.

NEWSLETTER DEZEMBER 2011


INHALT


TERMINE
BSV-Tagung zu Geschlechterverhältnissen
Studientag und Projekte des IFGK
Jahrestagung des Netzwerks Friedenssteuer
Aufführung des Filmes „Peace&You&aVideo“
Zeitzeugen der Friedensbewegung im Gespräch

NEUIGKEITEN
Dokumentation des Bonner Afghanistanprotestes
Woche der Gewaltfreiheit im Irak
Belarussische Miliz sucht Rechtsschutzaktivistin

VERÖFFENTLICHUNGEN
Infoblatt: Warum stimmen Abgeordnete Militäreinsätzen zu?

SPENDENBAROMETER



IN EIGENER SACHE

Wir, die MitarbeiterInnen des BSV-Büros, wünschen euch, allen LeserInnen des BSV-Newsletters, schöne Weihnachten, vielleicht auch mit Schnee, und einen guten Rutsch. Wir hoffen, wir finden alle die Erholung, die wir brauchen und sehen uns dann im neuen Jahr wieder.
Das BSV-Büro ist vom 23.12. bis zum 6.1. nicht besetzt. Am Montag, den 9.1., werden wir wieder für euch da sein. Also bis dahin.



TERMINE

BSV-TAGUNG ZU GESCHLECHTERVERHÄLTNISSEN

Der BSV lädt zu seiner Jahrestagung ein unter der Überschrift „Vater im Krieg, Mutter in Pommerland? Geschlechterverhältnisse in Krieg und Frieden“ am 16.-18.3.2012 in Dortmund.
Will Friedensarbeit effektiv und nachhaltig sein, müssen die geschlechtsspezifischen Zusammenhänge berücksichtigt werden. Auf unserer Tagung möchten wir darüber diskutieren, wie sich die Rollen von Frauen und Männern und die jeweiligen Erwartungen an sie auf bewaffnete Konflikte und ihre Lösungsansätze auswirken und wie sie dementsprechend in Konzepten zur Prävention und  Beseitigung von Kriegen und Konflikten sowie zur Friedenskonsolidierung (stärker) beachtet werden müssen.
Tagungsort: Jugendgästehaus Adolph Kolping, Silberstr. 24-26, 44137 Dortmund
Anmeldung: bitte bis zum 20.02.2012 an den BSV, Schwarzer Weg 8, 32423 Minden, Tel.: 0571 29456, Fax: 0571 23019, E-Mail: info@soziale-verteidigung.de
Weitere Information im Flyer, der im BSV-Büro bestellt oder auf der Website heruntergeladen werden kann: www.soziale-verteidigung.de/news/meldungen/bsv-tagung-zu-geschlechterverhaeltnissen/


STUDIENTAG UND PROJEKTE DES IFGK

Am 28.4.2012 wird das IFGK zusammen mit dem Archiv Aktiv in Hamburg den nächsten gemeinsamen Studientag durchführen. Er steht unter dem Thema „Training in Gewaltfreiheit“. Dabei wird die Frage thematisiert, ob sich in den letzten Jahrzehnten eine Entpolitisierung der Gewaltfreiheit bzw. der Trainings entwickelt hat. Bei einem Austausch verschiedener Generationen von TrainerInnen geht es um die Diskussion eines fundierten Verständnisses von Gewaltfreiheit.
Weitere geplante Projekte des IFGK für 2012:
- Evaluation der Friedensbildung in Rheinland-Pfalz (Achim Schmitz/Roland Vogt)
- Szenario-Workshop für „Friedensplan Afghanistan“ (Roland Vogt)
- Arbeitspapier „Exploring Needs Based Approaches and Concepts of Peace in Conflict Transformation: Challenges of post-conflict state-building and short-comings of rights based approaches” (Anne Dietrich)
- Projekt „BürgerInnen verhindern und stoppen Kriege“ (Christine Schweitzer)
- Projekt „Lessons Learned im Zivilen Peacekeeping“ (Christine Schweitzer)


JAHRESTAGUNG DES NETZWERKS FRIEDENSSTEUER

Das Netzwerk Friedenssteuer lädt ein zur Jahrestagung am 16.-18.3.2012. Die Tagung beginnt am Freitagabend in Berlin im „Haus der Demokratie und
Menschenrechte“ mit einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema
„Ökonomie und Krieg - Rüstungsproduktion versus Zivilgesellschaft“ und Vorträgen von Vertretern der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung sowie der IG Metall.
Am Samstag/Sonntag wird die Tagung im EC Begegnungs- und Bildungszentrum
in Woltersdorf fortgesetzt mit detaillierteren Diskussionen zum genannten Thema und zur Netzwerkarbeit.
Kosten: pro Person und Tag DZ 38,50 € bzw. EZ 45 € incl. Vollverpflegung.
Anmeldung: bis 24.2.12 bei Hannelore Morgenstern, Jesuitengasse 39a, 50735 Köln, hannelore.morgenstern@gmx.de


AUFFÜHRUNG DES FILMES „PEACE&YOU&VIDEO“

Die Aufführung findet am 5.1.2012 um 19.30 Uhr im Vetomat, Scharnweberstr. 35, Berlin-Friedrichshain statt. Der Eintritt ist frei.
Peace&You&aVideo ist ein Filmprojekt, das versucht, verschiedene Aspekte des Themas Frieden und Krieg zu beleuchten. Durch Interviews wie z.B. mit einem ehemaligen Soldaten der KSK (Kommando Spezialkräfte), Flüchtlingen aus dem Irak, Libanon, Kurdistan und Palästina, Demonstranten und Journalisten wird ein umfangreiches Bild gezeichnet und gezeigt, dass es bei den Konflikten der Welt nicht nur eine Sichtweise geben kann.
Zusätzlich versuchen auch die jugendlichen ProjektteilnehmerInnen vor der Kamera die Frage zu beantworten, was bedeutet Frieden überhaupt für mich? Wie kann Frieden erreicht und gewahrt werden?
Organisiert wurde das Projekt durch den Bund für Soziale Verteidigung, gefördert durch „Aktion Mensch“ und produziert durch Medienprojekt Berlin (www.medienprojekt-berlin.de).


ZEITZEUGEN DER FRIEDENSBEWEGUNG IM GESPRÄCH

Diskussion „Für Frieden und Gerechtigkeit“ mit Dr. Ullrich Lochmann, Pfarrer a.D., ehem. Direktor der Ev. Akademie Baden, Mitbegründer der Attac-Gruppe Karlsruhe, Sprecher des Forums für gesellschaftlichen Frieden,
am Donnerstag, 2.2.2012, 19.30 Uhr
im Bonhoeffer-Haus, Gartenstr. 29a, Karlsruhe



NEUIGKEITEN

DOKUMENTATION DES BONNER AFGHANISTANPROTESTES

Zufrieden sind die Veranstalter mit dem Ablauf ihrer Protestdemonstration, Aktionen und Kongress gegen Petersberg II vom 3. bis 5.12.2011. „Natürlich hätte sich die Friedensbewegung mehr Beteiligung gewünscht, dafür waren wir aber auf gehaltvolle Weise präsent“, so das Resümee von Mani Stenner vom Netzwerk Friedenkooperative in Bonn. „Es ist uns erfolgreich gelungen, den Petersberg II-Gipfel kritisch zu begleiten. Und das trotz der rigorosen Sicherheitsmaßnahmen der Polizei. Damit haben wir in diesen Tagen auch das Demonstrationsrecht
erfolgreich verteidigt.“
Auf der Website des Bündnisses (www.afghanistanprotest.de) ist nun eine Dokumentation der Proteste zusammengestellt worden. Diese Dokumentation beinhaltet Fotos, Audiofiles und weitere relevante Materialien zu den Protesten vom 3. bis 5.12.2011 in Bonn.


WOCHE DER GEWALTFREIHEIT IM IRAK

“Krieg ist kein Kinderspiel“ - das ist das Motto der aktuell in allen Teilen des Irak stattfindenden Woche für Gewaltfreiheit. Das Netzwerk für Gewaltfreiheit LaOnf, eine Partnerorganisation des BSV, ist in den ersten Tagen der Aktionswoche in Kindergärten und Schulen gegangen. Dort wurde Spielzeug verteilt und Information über die Schädlichkeit von Kriegsspielzeug in Form von Poster und Broschüren angeboten. In einigen Städten wurden Plastikwaffen öffentlich zerstört.
Doch die Kinder waren nicht nur Zielgruppe der Aktivitäten, sondern wurden auch selbst aktiv. So gab es in Erbil Theateraufführungen, Karaoke und Gesangsdarbietungen der Heranwachsenden.
Es gibt auch die ersten politischen Reaktionen: Der Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung des Repräsentantenhauses in Verbindung mit dem Handelsministerium habt beschlossen, den Import von Kriegsspielzeug ab dem 1. Januar 2012 verbieten zu wollen. Die Importe kommen fast ausschließlich aus China.
Die Woche wurde am 17.12. mit einer Abschluss-Pressekonferenz beendet. Der BSV gab mit pax christi zusammen in Deutschland eine Presseinformation hierzu heraus.


BELARUSSISCHE MILIZ SUCHT RECHTSSCHUTZAKTIVISTIN

Am 13.12.2011 erhielten die Eltern von Olga Karatsch, Leiterin der belarussischen Rechtsschutzbewegung „Nasch Dom“ (Unser Haus), unerbetenen Besuch der Miliz (Polizei), die versuchte zumindest ihren ungefähren Aufenthaltsort zu ermitteln. Dies war nicht der erste Versuch innerhalb der letzten zehn Tage, Olga Karatsch‘ habhaft zu werden, doch während vorher stets nur auf „irgendwelche Fragen der Staatsanwaltschaft“ verwiesen wurde, soll sich Olga Karatsch nun direkt beim KGB, dem belarussischen Inlandsgeheimdienst, melden.
Ungeachtet der zahlreichen Besuche und Nachfragen, hat Olga Karatsch bis heute keinerlei schriftliche Anfrage oder Erklärung erhalten, zu welchen Fragen sie Auskunft geben soll bzw. in welcher Richtung gegen sie ermittelt wird. Auf die Bitte der Eltern eine schriftliche Anfrage zu schicken und ansonsten die nächtlichen Besuche unbescholtener Bürger einzustellen, erhielten sie bisher keine Antwort.
Der BSV unterstützt das belarussische Graswurzelnetzwerk Unser Haus, bei der Mobilisierung der belarussischen Bevölkerung zur Verteidigung ihrer Rechte und zum Schutz politischer AktivistInnen vor staatlicher Repression.



VERÖFFENTLICHUNGEN

INFOBLATT: WARUM STIMMEN ABGEORDNETE MILITÄREINSÄTZEN ZU?

Der BSV hat ein neues Infoblatt herausgegeben: "Vier Fallen des politischen Handelns oder: Warum stimmen Abgeordnete Militäreinsätzen zu?". Der Text entstand als Vortrag für den BSV-Bundesausschuss im November 2011. Er stammt von Kathrin Vogler, jetzt Bundestagsabgeordnete für DIE LINKE und Obfrau im Unterausschuss „Zivile Krisenprävention und vernetzte Sicherheit“, früher Geschäftsführerin des BSV.
Das kostenlose Infoblatt benennt vier Fallen bzw. Antworten auf die Frage der Überschrift: Erstens setzen PolitikerInnen die Bundeswehr ein, weil es sie gibt ("Verfügbarkeitsfalle"). Zweitens stellt eine Ablehnung militärischen Eingreifens ein leichtes Opfer auf dem Altar der Regierungsfähigkeit dar ("innere Bündnisfalle") und es bestehen durch die bisherigen Bundesregierungen eingegangene Verpflichtungen gegenüber UN, EU oder NATO ("äußere Bündnisfalle"). Drittens glauben Abgeordnete umso eher an die inhaltlichen Begründungen von Auslandseinsätzen, je häufiger sie sie selbst gegen ihre ursprüngliche Überzeugung wiederholen müssen ("Glaubensfalle"). Und viertens verlässt sich die gesamte Fraktion oft auf die inhaltlichen Vorgaben der jeweiligen FachpolitikerInnen in der Fraktion ("Verlässlichkeitsfalle").
Bestellen oder herunterladen können Sie das Infoblatt kostenlos auf der Website (http://www.soziale-verteidigung.de/news/meldungen/infoblatt-vier-fallen-des-politischen-handelns-1/) oder im Büro des BSV.


SPENDENBAROMETER

Friedensarbeit kostet Geld. Wir brauchen in diesem Jahr 85.000 Euro, um unsere Arbeit nicht einschränken zu müssen.
Bis Ende November haben wir Spenden über 58.000 Euro erhalten. Das entspricht ca. 68%.


NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN

Der Newsletter erscheint monatlich v.a. mit kurzen Meldungen. Wenn diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken Sie / schickt ihr sie bitte bis Monatsende an die Redaktion: dosch@soziale-verteidigung.de.
Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletters genügt eine E-Mail an die Geschäftsstelle: info(at)soziale-verteidigung.de.
Weitere Informationen gibt es im Rundbrief "Soziale Verteidigung" und auf der Website www.soziale-verteidigung.de.


HERAUSGEBER

Bund für Soziale Verteidigung e.V.
Schwarzer Weg 8, 32423 Minden
Tel. 0571 29456, Fax 0571 23019
Spendenkonto: Kto.-Nr. 89420814, Sparkasse Minden/Lübbecke,
BLZ 49050101, IBAN DE73 49050101 0089 420814, SWIFT WELADED1MIN
Bürozeiten: montags bis freitags 9.00-15.00 Uhr