NEWSLETTER NOVEMBER 2010

BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.


NEWSLETTER NOVEMBER 2010


INHALT

TERMINE
Bundesweiter Kongress zum „No Blame Approach“
Film über Gewaltfreien Widerstand in Palästina

NEUIGKEITEN
Good News = Visionews

BERICHTE
Bundesausschuss 2010 in Minden
Erfolgreiche PAXX-Aktionskonferenz in Mannheim
Gewaltfrei gegen Atomkraft - auf Russisch
Blockade gegen NATO-Gipfel

VERÖFFENTLICHUNGEN
Arbeitspapier zu gewaltfreien Alternativen
Friedensdekaden-Ausstellung
Buch über restaurative Gerechtigkeit

SPENDENBAROMETER




TERMINE


BUNDESWEITER KONGRESS ZUM „NO BLAME APPROACH“

(BSV) Mit dem Kongress „No Blame Approach“ findet vom 10. bis 12.
Dezember 2010 in Bensberg der zweite Kongress zu diesem innovativen
Ansatz in Bezug auf Mobbing für LehrerInnen und andere Interessierte
statt. Schon vielen SchülerInnen konnte mit der lösungsorientierten
Methode des „No Blame Approach“ geholfen werden.
Der Kongress soll die praktischen Erfahrungen aus den Schulen bündeln
und neue Impulse für die weitere Anwendung geben. Zum Kongress sind
neben AnwenderInnen des No Blame Approaches ausdrücklich auch diejenigen eingeladen, die interessiert sind, den „No Blame Approach“ neu kennen zu lernen.
Veranstalter: Bund für Soziale Verteidigung, Minden, und fairaend -
Institut für Konfliktberatung und Mediation, Köln
Weitere Details sowie Informationen zur Anmeldung:
www.no-blame-approach.de


FILM ÜBER GEWALTFREIEN WIDERSTAND IN PALÄSTINA

(Eliane Hartard) Im Rahmen des diesjährigen Filmfestivals „ueber Mut -
Engagiert. Couragiert. Kontrovers.“ zeigt die Initiative
dieGesellschafter.de der Aktion Mensch e.V. den Film „Budrus“ von Julia
Bacha über gewaltfreien Widerstand gegen die Militärbesatzung Israels.
Als Israels Regierung 2003 einen "Schutzwall" zum Westjordanland
errichtet, soll dieser auch auf palästinensischem Boden gebaut werden.
Dadurch würden einige Dörfer große Teile ihrer Felder verlieren, was die
BewohnerInnen von Budrus dazu veranlasst friedliche Proteste zu
organisieren. Politisch ausgewogen verfolgt der Film »Budrus« das
Geschehen, zeigt die Wut der DemonstrantInnen und ebenso das Dilemma der israelischen SoldatInnen.
Die nächsten Filmvorführungen:
Sonntag, 28.11.2010, 19 Uhr, Wukania Projekthof Biesenthal;
Mittwoch, 8.12.2010, 19:30 Uhr, Kino Boizenburg;
Mittwoch, 1.12.2010, 9 Uhr, Kommunales Kino Metropolis Hamburg;
Montag, 6.12.2010, 18:30 Uhr, Kommunales Kino in der Pumpe Kiel;
Freitag, 26.11.2010, 19 Uhr, Scala Programmkino Lüneburg;
Dienstag, 30.11.2010, 18 Uhr, Kommunales Kino Lübeck.
Schulvorstellungen sind neben den bestehenden Terminen ggf. auf Anfrage möglich.
Weitere Informationen: diegesellschafter.de/uebermut/index.php


NEUIGKEITEN

GOOD NEWS = VISIONEWS

(BSV) Den täglichen Nachrichten über Kriege, Katastrophen, Gewalt, Armut
und Elend weltweit soll mit „Visionews“ etwas Hoffnungsvolles entgegen
gesetzt werden: Seit Ende Oktober 2010 werden Erfolgsgeschichten und
inspirierende Friedensvisionen von mutigen Frauen aus aller Welt, die
Beispiele gelungenen Engagements erzählen, online veröffentlicht. Es
gibt Regierungen, die die UN-Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und
Sicherheit ernst nehmen, und NGOs und Einzelpersonen, die herausragende
Friedensarbeit machen!
Initiiert wurde das globale Medienkooperationsprojekt von OWEN (Mobile
Akademie für Friedensförderung und Geschlechterdemokratie in Berlin),
zusammen mit Inter Press Service Deutschland, den „1000 FriedensFrauen
weltweit“ und dem deutschen Frauensicherheitsrat. Das Projekt konnte nur
dank der großzügigen Unterstützung durch filia - die frauenstiftung,
Stiftung Apfelbaum und Stiftung Umverteilen gestartet werden.
www.visionews.net


BERICHTE

BUNDESAUSSCHUSS 2010 IN MINDEN

(Eliane Hartard) Schwerpunkt des Bundesausschusses 2010 war die
friedenspolitische Bildungsarbeit in Schulen sowie der Umgang mit dem
immer stärkeren Eindringen der Bundeswehr in Schule und Lebenswelt von
Jugendlichen. Dazu waren drei ReferentInnen eingeladen: Eine Vertreterin
der Friedenswoche Minden beschrieb ein ganz aktuelles Schulprojekt über
erneuerbare Energien, Bernd Rieche von der Aktionsgemeinschaft Dienst
für den Frieden (AGDF) berichtete über das gemeinsame Projekt
„Friedensbildung, Bundeswehr & Schule“ von AGDF und EAK (Evangelische
Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerer) und Dastyn Kurka,
Vertreter der Bezirksschülervertretung Minden-Lübbecke erklärte, warum
die Bezirksschülervertretung sich gegen eine Anwesenheitspflicht der
SchülerInnen bei Infoveranstaltungen der Bundeswehr ausspricht. Es
schloss sich eine intensive Debatte über die Berichte und über mögliche
konkrete Projekte für den BSV an.


ERFOLGREICHE PAXX-AKTIONSKONFERENZ IN MANNHEIM

(Stephan Brües) Die auch vom BSV unterstützte PAXX-Aktionskonferenz ist
am letzten Oktober-Wochenende erfolgreich über die Bühne gegangen. An
der von der DFG-VK, Party& Activism, dem Friedensplenum Mannheim und der
Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden organisierten dreitägigen
Veranstaltung nahmen ca. 50 Personen aller Altersstufen teil.
Das Konzept, vor allem aktionsorientierten Workshops anzubieten und auch
gleich aktiv umzusetzen, ging voll auf: drei Meter hohe Großpuppen
wurden gebaut und zwei Straßentheaterszenen entwickelt. Beides wurde an
Allerheiligen den leider nicht sehr zahlreichen Mannheimer BürgerInnen
vor dem Technoseum gezeigt.
Die Inhalte, z.B. Atomwaffen (Regina Hagen), Zivile Konfliktbearbeitung
(Andreas Buro), Schule und Bundeswehr (Klaus Pfisterer und Markus
Pflüger) sowie Konversion/Militärbasen (Roland Vogt, Torsten Schleip),
aber auch Überblick über (neue) Aktionsformen (Marc Amann) oder Ziviler
Ungehorsam (Andreas Peters) waren hochkarätig besetzt. Spannend war auch der Workshop von Renate Wanie und Andreas Speck über den Umgang mit Gewaltbereiten in einer Demonstration.
Fazit: Alle Teilnehmenden haben am Ende der Veranstaltung ein überaus
positives Fazit gezogen. Danke an alle OrganisatorInnen - und auf ein Neues!
Ausführlicherer Bericht mit Fotos:
www.soziale-verteidigung.de/news/meldungen/gewaltfrei-leben-gestalten/


GEWALTFREI GEGEN ATOMKRAFT - AUF RUSSISCH

(Sarah Roßa) Vom 4. bis 9.11.2010 hat der BSV mit einer Gruppe von 30
belarussischen AktivistInnen aus der Bürgerrechts- und Umweltbewegung
ein Monitoring der Proteste gegen den Castor-Transport im Wendland
durchgeführt. Die Gruppe übernachtete zuerst im Camp von "X-tausendmal
quer" und nahm an einem eintägigen Aktionstraining teil, das vollständig
ins Russische übersetzt wurde. Nach der Teilnahme an der Großkundgebung
mit belarussisch-deutschen Transparenten verbrachte die Gruppe zwei
Nächte in der Straßenblockade von "X-tausendmal quer" und lernte in
"Teach-ins" verschiedene Akteure aus Protestbewegung,
Organisationsstrukturen und der Polizei kennen.
Newsticker über die Aktivitäten der belarussischen Gäste bei den
Protesten:
www.soziale-verteidigung.de/news/meldungen/castor-2010-live-ticker/
Fotos auf Facebook:
www.facebook.com/pages/Bund-fur-Soziale-Verteidigung/145822678770871



BLOCKADE GEGEN NATO-GIPFEL

(Kai-Uwe Dosch) Etwa 50 AktivistInnen aus Portugal, Spanien, Frankreich,
Belgien, Niederlande, Deutschland, Österreich, Polen, Finnland,
Schweden, Großbritannien und Kanada haben eine der Zufahrtsstraßen für
die Delegierten und Regierungsbeamte zum NATO-Gipfel in Lissabon am
20.11.2010 blockiert. Mit Ketten und Schlössern an ihren Körpern
versuchen sie den NATO-Gipfel und so die künftigen NATO-Pläne zu behindern.
Durch die Annahme des neuen Strategischen Konzeptes entscheidet die NATO über ihre Zukunft. Diese Zukunft scheint daraus zu bestehen, alte
Rezepte wie militärische Intervention und atomare Bewaffnung
fortzuschreiben und auszuweiten.
Josune Garcia von der spanischen Gruppe AA-MOC: „Die NATO hat keine
Zukunft, sie kann nur die Vergangenheit verlängern. Wenn Europa mehr
Sicherheit will, sollte es die NATO beerdigen.“
Bei der gewaltfreien Aktion sind am Vormittag 45 TeilnehmerInnen von der
Polizei brutal geräumt, in Gewahrsam genommen und immer wieder chaotisch
befragt worden. Sie kamen erst um Mitternacht wieder frei. Da sie
gewaltfrei blieben, wurden sie u.a. wegen „Nichtbefolgung von
polizeilichen Aufforderungen“ angeklagt, obwohl es laut Monty Schädel
von der DFG-VK gar keine polizeiliche Aufforderung gab, sondern nur eine
sofortige wortlose Räumung.


VERÖFFENTLICHUNGEN


ARBEITSPAPIER ZU GEWALTFREIEN ALTERNATIVEN

(Achim Schmitz) Das IFGK-Arbeitspapier Nr. 24 diskutiert Konzepte
konstruktiver gewaltfreier Alternativen zu militärischer Gewalt. Zivile
Konfliktbearbeitung umfasst alle Ansätze und Verfahren, Konflikte
gewaltlos zu bearbeiten bzw. zu transformieren. Ziviles Peacekeeping ist
eine Methode, konkreten Bedrohungen durch Gewalttäter entgegenzutreten.
Bei gewaltfreiem Widerstand geht es darum, gesellschaftlichen Wandel
durch gewaltfreie Mittel zu bewirken bzw. einen Zustand, der als Unrecht
wahrgenommen wird, zu verändern. Soziale Verteidigung ist ein Konzept
des Widerstands gegen einen militärischen Angriff oder gegen einen Putsch.
Christine Schweitzer (2010): Für eine Welt ohne Rüstung und Militär.
Nachdenken über gewaltfreie Alternativen, IFGK AP 24, September 2010,
4,50 € plus Porto.
Bestellung: IFGK, Hauptstr. 35, 55491 Wahlenau, BMuellerIFGK@t-online.de


AUSSTELLUNG ZU 30 JAHRE FRIEDENSDEKADE

(Friedrich Heilmann) Vom 7. bis 17.11.2010 hat die 30. Ökumenische
Friedensdekade unter dem Motto „Es ist Krieg. Entrüstet euch!“
stattgefunden. Dazu gibt es eine Ausstellung von Plakaten aus 30 Jahren
Friedensdekade, die überall gezeigt werden kann.
Die Ausstellung wurde von Wolfgang Geffe aus der Evangelischen Kirche in
Mitteldeutschland erstellt.
Es sind insgesamt 30 Roll-up-Tafeln, die für ein Jahr bis zur FriedensDekade 2011 durch verschiedene Orte gehen sollen. Bei Interesse kann die Ausstellung für 100 Euro + Transportkosten ausgeliehen werden.
Die Ausstellung zeigt im Wesentlichen die Plakate der vergangenen Jahre,
lädt also zum Erinnern und Anregen durch die Mottos und Motive ein.
Bestellung: Wolfgang Geffe, wgeffe@gmx.de, www.friedensdekade.de
 > Werbung > Ausstellung


BUCH ÜBER RESTAURATIVE GERECHTIGKEIT

Bei Gerichtsverfahren bleiben Opfer vielfach mit dem Gefühl zurück, dass
das, was ihnen zugefügt wurde, dabei kaum eine Rolle spielt;
Wiedergutmachung scheint gar nicht im Blick zu sein. Und wer kümmert
sich um die Gründe, warum ein Täter eine Straftat überhaupt begangen hat?
Das Verfahren „Restaurative Gerechtigkeit“ versucht, diese Lücken zu
schließen und die Betroffenen an dem Versuch zu beteiligen, etwas wieder
in Ordnung zu bringen und damit zur Heilung aller Betroffenen beizutragen.
In diesem Buch erläutert Howard Zehr vor dem Hintergrund seiner
vielfältigen Erfahrung die Prinzipien restaurativer Gerechtigkeit.
Dr. Howard Zehr, Jahrgang 1944, ist Professor of Restorative Justice in
Harrisonburg (Virginia/USA) und gilt als der „Großvater“ restaurativer
Gerechtigkeit.
Howard Zehr: Fairsöhnt. Restaurative Gerechtigkeit – Wie Opfer und Täter
heil werden können, 93 Seiten, 12,90 Euro, ISBN 978-3-937896-96-0,
Neufeld Verlag, VdK-Straße 19, 92521 Schwarzenfeld, Tel. 09435 502449,
Fax 502483, info@neufeld-verlag.de, www.neufeld-verlag.de


SPENDENBAROMETER

Friedensarbeit kostet Geld. Wir brauchen in diesem Jahr 85.000 Euro, um
unsere Arbeit nicht einschränken zu müssen.
Bis Ende Oktober haben wir Spenden über ca. 58.000 Euro erhalten. Das
entspricht ca. 68%.


NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN
Der Newsletter erscheint am Monatsanfang v.a. mit kurzen Meldungen. Wenn
diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken Sie / schickt ihr sie
bitte bis Monatsende an die Redaktion: kai-uwe.dosch@hammkomm.de.
Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletters genügt eine E-Mail an die
Geschäftsstelle: info(at)soziale-verteidigung.de.
Weitere Informationen gibt es im Rundbrief "Soziale Verteidigung" und
auf der Website www.soziale-verteidigung.de.

REDAKTION
Kai-Uwe Dosch

HERAUSGEBER
Bund für Soziale Verteidigung e.V.
Schwarzer Weg 8
32423 Minden
Tel. 0571 29456
Fax 0571 23019
Spendenkonto: Kto.-Nr. 89420814, Sparkasse Minden/Lübbecke,
BLZ 49050101, IBAN DE73 49050101 0089 420814, SWIFT WELADED1MIN
Bürozeiten: montags bis freitags 9.00-15.00 Uhr