NEWSLETTER JUNI 2009

BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.


INHALT


Europa zivil!
Friedensfachkraft der Nonviolent Peaceforce befreit
FriedensaktivistInnen betreten NATO-Übungsgebiet in Schweden
Pacemakers-Höhenmeterjagd an der Kalmit
Aktion gegen private Schusswaffen nach Winnenden
Veranstaltung „Kindersoldaten Afrikas“
Tagung „Mörderische Spiele?“
Studientag „Gewaltfreier Widerstand von den 70ern bis zu den 90ern“
Studie „Professionelle Praxis in ziviler Friedensförderung“
Frieden mit dem Militär? Neuerscheinung
Spendenbarometer


EUROPA ZIVIL!

(Marek Voigt) Das neue Europaparlament ist gewählt, am 14. Juli werden die Abgeordneten zur konstituierenden Sitzung zusammentreffen.
Auch der BSV hat sich in den Wahlkampf eingemischt. Zusammen mit anderen Friedensorganisationen haben wir in Veranstaltungen in Köln (zusammen mit dem Friedensbildungswerk),
Düsseldorf (forumZFD, amnesty international Ortsgruppe Düsseldorf), Dortmund (DFG-VK NRW u. v. a.), Wustrow (Kurve Wustrow) und Siegen (Zentrum für Friedenskultur) Europakandidaten der Parteien zu ihren Vorstellungen für ein zivileres Europa befragt.
Berichte und Fotos von den Veranstaltungen gibt es bald auf www.europa-zivil.de.


FRIEDENSFACHKRAFT DER NONVIOLENT PEACEFORCE BEFREIT

(Marek Voigt) Die Arbeitsgruppe Nonviolent Peaceforce (NP) Deutschland ist hoch erfreut mitzuteilen, dass die NP-Friedensfachkraft Umar Jaleel nach fast vier Monaten Geiselhaft auf den Philippinen wieder frei ist. Der aus Sri Lanka stammende 36-Jährige wurde am 13. Februar aus seinem Haus auf Basilan/Mindanao entführt. Seit dem 3. Juni befindet er sich wieder auf freiem Fuß. „Wir sind so froh, dass er wieder in Sicherheit ist“, sagte Stephan Brües, der Koordinator der Arbeitsgruppe, in der die beiden deutschen Mitgliedsorganisationen der Nonviolent Peaceforce kooperieren - der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) und das Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD). „Die guten Kontakte der NP-Aktivisten auf den Philippinen zu allen Konfliktparteien auf Mindanao und ihre enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Friedensinitiativen haben seine Freilassung bewirkt“, resümierte Brües. „Stille Diplomatie und das Prinzip der Allparteilichkeit als Grundlagen gewaltfreier Strategien der Konflikt-bearbeitung haben einmal mehr ihre Überlegenheit gegenüber militärisch gestützten Ansätzen bewiesen.“ Die Nonviolent Peaceforce (NP) ist eine unbewaffnete professionelle zivile Friedenstruppe, die von örtlichen Nichtregierungsorganisationen dazu eingeladen wird, weltweit in Konfliktzonen tätig zu sein. Die NP war bislang in den Konfliktregionen von Sri Lanka sowie auf den Philippinen und in Guatemala im Einsatz.
Mehr Informationen: http://nonviolent-peaceforce.de/


FRIEDENSAKTIVISTINNEN BETRETEN NATO-ÜBUNGSGEBIET IN SCHWEDEN

(Judith Conrads) AktivistInnen des schwedischen antimilitaristischen Netzwerkes Ofog haben sich über 36 Stunden lang in einem Übungsgelände der NATO in Nordschweden aufgehalten, um gegen die Kriegspraxis der Nato zu protestieren und die dazugehörigen militärischen Übungen zu verhindern.
Trotz der Kenntnis über die Anwesenheit von ZivilistInnen auf dem Übungsgbiet hat die NATO ihre Bombenabwürfe fortgesetzt. Die AktivistInnen sind mittlerweile unverletzt wieder aus dem Militärgebiet zurückgekehrt.“Wir wissen, dass die NATO, die größte Kriegsmaschine der Welt, häufig ZivilistInnen bombardiert hat – das ist der Grund, weshalb wir diese Übung stören wollten. Aber wir hätten niemals gedacht, dass sie ZivilistInnen während einer Übung in Schweden bombardieren würden“ so Miriam Cordts, eine der AktivistInnen.
Nähere Informationen und Fotos zu der Aktion unter http://www.ofog.org/


PACEMAKERS-HÖHENMETERJAGD AN DER KALMIT

(BSV) Am 20. Juni 2009 findet in der Verbandsgemeinde Maikammer eine außerordentliche eintägige Radsportveranstaltung statt, die in der gesamten Tourismusregion entlang der Weinstraße und in der Metropolregion Rhein-Neckar ihresgleichen sucht: die Pacemakers-Höhenmeterjagd an der Kalmit. Dabei werden bis zu 340 Teilnehmer, aufgeteilt in EinzelstarterInnen und Vierer-Teams, die Kalmit von 4 Uhr bis 22 Uhr auf- und abfahren. Jedes Team wechselt ihre StarterInnen nach jeder Auf- und Abfahrt am Stoppomat (Talstation). Die Pacemakers sind sportliche SchrittmacherInnen für eine friedliche und gerechte Welt ohne Atomwaffen und garantieren seit drei Jahren eine hohe Anziehungskraft. Der BSV ist Unterstützer und NP Sri Lanka ist eines von zwei Projekten, das unterstützt werden soll.
Organisation: DFG-VK Baden-Württemberg, http://www.pace-makers.de/
Anmeldung: http://www.pace-makers.de/html/kalmit_anmeldung.html
Unterstützung/Höhenmeterpatenschaft: http://www.pace-makers.de/html/kalmit_hoehenmeterpatenschaften.html


AKTION GEGEN PRIVATE SCHUSSWAFFEN NACH WINNENDEN

(Björn Kunter) Das nach dem Amoklauf an der Albertville-Realschule von Verwandten der Opfer und anderen Betroffenen gegründete Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden sammelt zurzeit Unterschriften für eine reale Verschärfung des Waffenrechts. Insbesondere fordern sie ein generelles Verbot großkalibriger Waffen für Privatpersonen sowie ein Verbot für Faustfeuerwaffen in privaten Haushalten. Die Unterschriftenlisten können auf deren Website runtergeladen werden.
Enttäuscht zeigt sich das Aktionsbündnis dagegen von den bisher von der Großen Koalition vorgeschlagenen Änderungen des Waffenrechts, die in dieser Woche im Kabinett beraten und im Mai im Bundestag beschlossen werden sollten. Anstatt die Chance für eine tatsächliche Verschärfung des Waffenrechts zu ergreifen, knickt die Politik vor Waffenlobby und Schützenvereinen ein und beschränkt sich auf symbolische Maßnahmen. Darüberhinaus sammelt das Bündnis Unterschriften für ein Verbot von Killerspielen und veranstaltet eine Reihe von Aktionen und Benefizveranstaltungen.
Website: http://www.aktionsbuendnis-amoklaufwinnenden.de/


VERANSTALTUNG „KINDERSOLDATEN AFRIKAS“

Referat und Diskussion mit Beatrice Amony (Uganda), die seit mehreren Jahren mit zurückgekehrten Kindersoldaten arbeitet, am Sonntag, 19. Juli 2009, 19.30 Uhr, Bonhoeffer-Haus, Karlsruhe, Gartenstr. 29a. Zu diesem Abend im Rahmen einer Vortrags-Rundreise des Internationalen Versöhnungsbundes (Deutscher Zweig) laden ein: Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), terre des hommes – Arbeitsgruppe Karlsruhe, Versöhnungsbund, Arbeitsstelle Frieden (Evangelische Landeskirche Baden), Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden, Frauen für Frieden
Kontakt: Sonnhild und Ulli Thiel, Alberichstr. 9, 76185 Karlsruhe, Tel. 0721 552270, suthiel(at)t-online.de


TAGUNG „MÖRDERISCHE SPIELE?“

(BSV) Die Evangelische Akademie Thüringen veranstaltet unter dem Titel „Mörderische Spiele?“ am 28./29. September 2009 eine Tagung über Computerspiele, bei der Ute Finckh-Krämer für die Plattform ZKB am Abschlusspodium teilnimmt. Das Programm kann unter http://www.ev-akademie-thueringen.de/Akademie/programm/programm_detail.php?intID=366 heruntergeladen werden.


STUDIENTAG „GEWALTFREIER WIDERSTAND VON DEN 70ERN BIS ZU DEN 90ERN“

(Archiv Aktiv) Das Archiv Aktiv möchte am 28. November 2009 einen Studientag zum Thema „Entwicklung des Gewaltfreien Widerstandes von den 70er bis zu den 90er Jahren im norddeutschen Raum am Beispiel der Atomkraft“ veranstalten. Durchgeführt wird der Tag in Kooperation mit dem Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung e.V. und dem Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation e. V. Es soll chronologisch drei Jahrzehnten besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden:
- die 70er Jahre beinhalten vor allem den Widerstand gegen das Atomkraftwerk Brokdorf, bei dem sich Aktionen zivilen Ungehorsams erst formieren mussten: Als Referent wird hier Prof. Dr. Ulfrid Kleinert sprechen.
- die 80er, in denen der Widerstand zunächst einbrach und nur noch von wenigen getragen wurde, bis zur Katastrophe von Tschernobyl, als die Gewaltfreie Bewegung wieder großen Zulauf bekam: Inhaltlich begleiten werden diesen Abschnitt Jan Stehn und Dieter Lünse.
- die 90er, als sich der Widerstand gegen die Atomkraftwerke wandelte in einen Widerstand gegen den Atommüll und die Castortransporte nach Gorleben: Die Referenten sind hier Jürgen Fahrenkrug und Jochen Stay, die beide auch heute zu den Aktivisten gegen Atomkraft zählen.
Es wäre schön, wenn möglichst viele Aktivisten und Aktivistinnen aus allen drei Jahrzehnten, ob noch aktiv oder nicht, zu dieser Veranstaltung nach Hamburg ins Archiv Aktiv e.V. kommen könnten. Genauere Informationen werden noch bekannt gegeben.


STUDIE „PROFESSIONELLE PRAXIS IN ZIVILER FRIEDENSFÖRDERUNG“

(BSV) BSV-Vorstandsmitglied Christine Schweitzer hat im Auftrag von zivik eine Studie mit dem Titel „Erfolgreich gewaltfrei - Professionelle Praxis in ziviler Friedensförderung“ verfasst, die unter http://www.ifa.de/foerderprogramme/zivik/erfolgreich-gewaltfrei/ heruntergeladen werden kann.
Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über Ansätze und Methoden der zivilen Konfliktbearbeitung von der Prävention über die Suche nach Konfliktlösungen (Peacemaking), dem Schutz vor Gewalt und vor Menschrechtsverletzungen (Peacekeeping) bis hin zur Friedenskonsolidierung (Peacebuilding). In zwei Anhängen (die nur im Internet verfügbar sind) werden ergänzend zur eigentlichen Studie Ressourcen und Methoden vorgestellt.


FRIEDEN MIT DEM MILITÄR? NEUERSCHEINUNG

(BSV) Mehr als ein Vierteljahrhundert nach ihrer ersten, ganz im Zeichen der West-Ost-Konfrontation stehenden Friedensdenkschrift von 1981 hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ein neues friedensethisches Grundsatzpapier vorgelegt – entwickelt in einem vierjährigen Prozess und mit dem Anspruch, „stellvertretend für die ganze Gesellschaft“ ein kirchliches Konsenspapier erarbeitet zu haben.
Es versucht, der Diskussion um Krieg und Frieden eine neue Perspektive zu geben, die weg von der Vorbereitung auf den Krieg hin zum Aufbau eines auf starken Rechtsstrukturen basierenden Friedens weist. Die Zeitschrift Forum Pazifismus hat ein Sonderheft herausgegeben, dass sich aus pazifistischer Sicht mit der Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche beschäftigt. Der Text von Matthias Engelke trägt den Titel „Frieden mit dem Militär?“ und hat 32 Seiten. Es kann für 3,- Euro plus Versandkosten beim BSV bestellt werden. Zum selben Thema ist auch immer noch das BSV-Hintergrund- und Diskussionspapier Nr. 26 erhältlich: „Aus Gottes Frieden für gerechten Frieden - Ja und?“ von Albert Fuchs (22 S., 2,- Euro)


SPENDENBAROMETER

(BSV) Friedensarbeit kostet Geld. Wir brauchen in diesem Jahr 90.000 Euro, um unsere Arbeit nicht einschränken zu müssen.
Bis Mitte Juni haben wir Spenden über 27.600 Euro erhalten. Das entspricht ca. 30 % des benötigten Jahresspendenhaushaltes.


NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN

Der Newsletter erscheint am Monatsanfang v.a. mit kurzen Meldungen. Wenn diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken Sie / schickt ihr sie bitte bis Monatsende an die Redaktion: mailto:kai-uwe.dosch(at)hammkomm.de.
Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletters genügt eine E-Mail an die Geschäftsstelle: mailto:info(at)soziale-verteidigung.de.
Weitere Informationen gibt es im Rundbrief "Soziale Verteidigung" und auf der Website http://www.soziale-verteidigung.de/.

REDAKTION
Kai-Uwe Dosch

HERAUSGEBER
Bund für Soziale Verteidigung e.V.
Schwarzer Weg 8
32423 Minden
Tel. 0571 29456
Fax 0571 23019

Bürozeiten: montags bis freitags 9.00-15.00 Uhr