NEWSLETTER DEZEMBER 2008

BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.

 

INHALT

Forderungen an die EU zur ZKB

Erster Asylantrag eines US-Deserteurs in Deutschland

Anstiftung zur Gewaltfreiheit - Neues Buch von Konrad Tempel

Peace to go? - Neue DVD über OeD

Neuer Aufkleber zu Vorrang für Zivil

Spendenbarometer

 

FORDERUNGEN AN DIE EU ZUR ZKB

Im Vorlauf der Europawahlen 2009 haben zivilgesellschaftliche Organisationen aus den Bereichen Friedensförderung und zivile Konfliktbearbeitung aus neun EU-Mitgliedsstaaten eine gemeinsame Position beschlossen, darunter auch die zwei deutschen Organisationen forumZFD und BSV, die die Initiative Vorrang für Zivil mittragen.

Vereint setzen sich diese Organisationen für effizientere, nachhaltigere und weniger kostspielige Ansätze zur Bewältigung von internationalen Konflikten und Krisen ein.

Aber um Krisen zu verhindern und Konflikte friedlich zu bearbeiten und zu lösen, bedarf es einer entsprechenden Infrastruktur, besserer Koordination und innovativer Instrumente.

Basierend auf diesen Annahmen präsentieren sie folgende Vorschläge:

- In Anlehnung an frühere Forderungen zivilgesellschaftlicher Organisationen nach einer Europäischen Peacebuilding-Agentur als Gegenpart zur Europäischen Verteidigungsagentur, schlagen sie vor, dass zumindest ein Peacebuilding-Direktorat eingerichtet wird.

- Aufbauend auf die vor kurzem gestartete Peacebuilding Partnership der Europäischen Kommission und aktuelle ad-hoc Konsultationen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen durch den Rat der EU, empfehlen sie den Dialog mit zivilgesellschaftlichen Organisationen weiter zu institutionalisieren und einen Mechanismus zu schaffen, der regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter aller relevanten Akteure zusammenbringt.

- Das Ansehen und die Effizienz der EU als ein globaler Friedensakteur würde von der institutionellen Unterstützung für ein European Civil Peace Service (ECPS) Programm profitieren.

Kontakt und Information: Marek Voigt, Vorrang für Zivil, c/o BSV

 

ERSTER ASYLANTRAG EINES US-DESERTEURS IN DEUTSCHLAND

(Rudi Friedrich) Auf einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main stellte der US-Deserteur André Shepherd der deutschen Öffentlichkeit seinen Asylantrag vor. Er hatte den Antrag zuvor als erster US-Deserteur des Irakkrieges beim Bundesamt für Migration gestellt.

André Shepherd war als Mechaniker für den Kampfhubschrauber Apache in Katterbach (Bayern) stationiert. Ein halbes Jahr lang wurde er 2004 und 2005 in der Nähe von Tikrit im Irak eingesetzt. Vor einer erneuten Verlegung im Jahre 2007 entschloss er sich, die Armee unerlaubt zu verlassen, da er sich bis dahin ausführlich über den Kriegseinsatz informiert hatte. André Shepherd sieht den Krieg im Irak, wie den in Afghanistan, als illegal an. Er ergänzte, dass ein Antrag auf Kriegsdienstverweigerung für ihn nicht in Frage gekommen sei, da seine Überzeugung nicht den Regelungen des US-Militärs für

Kriegsdienstverweigerer entsprächen. Sie verlangten, dass grundsätzlich jeder Krieg abgelehnt werde. Zudem habe er im April 2007 beobachten müssen, wie ein anderer US-Verweigerer, Agustín Aguayo, trotz seiner Gewissensentscheidung abgelehnt und zu acht Monaten Haft verurteilt worden sei.

Der Asylantrag von Shepherd ruft dazu auf, die Unterstützung Deutschlands für den von den USA geführten Krieg in Frage zu stellen.

Einige Gründe im EU-Recht sprechen für eine Asylanerkennung.

Weitere Informationen: Rudi Friedrich, Connection e.V., Tel. 069

82375534, www.Connection-eV.de

 

ANSTIFTUNG ZUR GEWALTFREIHEIT - NEUES BUCH VON KONRAD TEMPEL

(AphorismA) Dieses Buch handelt von praktischen und spirituellen
Aspekten der Gewaltfreiheit. Es beruht auf der langjährigen eigenen
Suche und den Erfahrungen des Autors. Es informiert über Fakten und
Grundlagen für persönliches und kollektives Handeln. Angesichts der
vielfältigen Formen von Demütigung, Unterdrückung und kriegerischer
Gewalt geht es um bewusste Reaktionen, die zur Veränderung beitragen,
ohne zu verletzen, und damit um tätige Aufmerksamkeit,
die sich auf das Leben, auf sein Glück und seine Schmerzen richtet.
Konrad Tempel, geboren 1932 in Hamburg, früherer Geschäftsführender
Direktor des Staatlichen Studienseminars Hamburg und jahrzehntelang
engagiert bei den Quäkern, hat lange am Konzept des Zivilen
Friedensdienstes (ZFD) mitgearbeitet und war jeweils acht Jahre
Vorsitzender der Kurve Wustrow sowie danach des BSV.

Das Buch hat 160 Seiten und kostet 15,00 Euro.
Bestellung: AphorismA Verlagsbuchhandlung, Blücherstraße 56, 10961
Berlin-Kreuzberg, Fax 030 68809237, Tel. 030 68053299, info(at)aphorisma-verlag.de

 

PEACE TO GO? - NEUE DVD ÜBER OED

(Laura Sandu) Peace to go? Ist ein Film, den der Oekumenischen Dienst
Schalomdiakonat (OeD) hergestellt hat, um die Arbeit des OeD für
gewaltfreie Konfliktbearbeitung vorzustellen.

OeD bildet Männer und Frauen aus verschiedenen Religionen, berufen und
Ländern aus, um gewaltfreie Konfliktbearbeitungskompetenzen und
-methoden zu entwickeln und so die Frage zu beantworten: "Wie kann ich
Konflikte bearbeiten ohne Gewalt anzuwenden?" Menschen, die kurz- oder
langfristig in ihren eigenen oder anderen Ländern an gewaltfreier
Konflikttransformation arbeiten wollen, können professionelle
Unterstützung erhalten und Partnerschaften mit OeD aufbauen.

Bestellung: Sonja Priebs, OeD, Tel. 05694 8033, www.schalomdiakonat.de

 

NEUER AUFKLEBER ZU VORRANG FÜR ZIVIL

Frieden und Gewaltfreiheit muss keine Utopie bleiben - auch wenn ein berühmter Science-Fiction-Autor dafür wirbt. Isaac Asimov, der u.a. die Vorlage für den Kinofilm "I, Robot" schrieb und 1992 starb, meinte:

"Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen". Dieses Zitat ist jetzt vom BSV als Aufkleber gestaltet worden und massenhaft zu verbreiten.
Bestellung über BSV.

 

SPENDENBAROMETER

Friedensarbeit kostet Geld. Nachdem im letzten Jahr unsere Spenden enorm eingebrochen sind, brauchen wir in diesem Jahr 100.000 Euro, um unsere Arbeit nicht einschränken zu müssen.

Bis Anfang Dezember haben wir Spenden über 70.000 Euro erhalten. Das entspricht ca. 70 %.

 

NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN

Der Newsletter erscheint am Monatsanfang v.a. mit kurzen Meldungen. Wenn diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken Sie / schickt ihr sie

bitte bis Monatsende an die Redaktion: kai-uwe.dosch(at)hammkomm.de

Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletters genügt eine E-Mail an die Geschäftsstelle: info@soziale-verteidigung.de

Längere Texte kommen in die Mailinglist

mailto: bsv-diskussionsforum(at)yahoogroups.com

Zum Bestellen einfach eine leere E-Mail schicken an:

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Weitere Informationen gibt es im Rundbrief "Soziale Verteidigung" und auf der Website www.soziale-verteidigung.de.

REDAKTION

Kai-Uwe Dosch

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