NEWSLETTER OKTOBER 2008

BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.

 

INHALT


- Kongress: "No Blame Approach gegen Mobbing"
- Stellenausschreibung BSV-Geschäftsführung
- BSV-Geschäftsführer festgenommen
- Reine Zeitverschwendung - Ein offener Brief an Friedensstifter
- Stellenausschreibung NP Sri Lanka und Philippinen
- Dokumentation "Vorrang - Nachrang - kein Rang?"
- Ausstellung des Friedensmuseums Nürnberg
- Theater zum Krieg in Afghanistan
- Fachtagung Afghanistan und Zivile Konfliktbearbeitung
- Podiumsdiskussion über Afghanistan
- Vorankündigung: Gewaltfrei gegen Castortransport am 8.-10.11.08
- Spendenbarometer



KONGRESS: NO BLAME APPROACH GEGEN MOBBING

(Detlef Beck) Vom 12. bis 14. Dezember findet der bundesweiter Kongress zum No Blame Approach in Bensberg statt. Veranstalter sind der Bund für Soziale Verteidigung und fairaend, der Kooperationspartner des BSV im Bildungsbereich. Mitveranstalter sind die Stiftung Mitarbeit, die Thomas-Morus-Akademie und die Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendschutz NRW. Der Kongress wird vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend gefördert.
Im Mittelpunkt des Kongresses stehen:
- der Austausch von Erfahrungen, die Anwender und Anwenderinnen in der schulischen Praxis gemacht haben
- die Klärung von Fragen zur Bewältigung von Hürden und Hindernissen in der konkreten Umsetzung des Ansatzes
- die Begegnung mit George Robinson aus England, der neben Barbara Maines den No Blame Approach entwickelt hat
- der Austausch mit KollegInnen aus der Schweiz, Belgien und den Niederlanden über ihre Arbeit mit dem No Blame Approach
- spannende "Zwischenrufe" und Workshops zu theoretischen und praktischen Aspekten des No Blame Approach
Weitere Informationen und Anmeldung: www.no-blame-approach.de
Für Rückfragen zum Kongress stehen Heike Blum und Detlef Beck zur Verfügung: Telefon 0221 6639676 oder 02236 379179 und info(at)fairaend.de


STELLENAUSSCHREIBUNG BSV-GESCHÄFTSFÜHRUNG

Der Bund für Soziale Verteidigung e.V. sucht ab dem 1. Januar 2009 eine Geschäftsführerin / einen Geschäftsführer mit dem Schwerpunkt "gewaltfreies Eingreifen international".
Wenn du...
... ausgewiesene Fähigkeiten im Vereinsmanagement mitbringst
... aufgeschlossen und kommunikativ bist
... gerne im Team arbeitest
... unsere pazifistische Zielsetzung teilst
... organisations- und politikerfahren bist
... Deutsch und Englisch in Wort und Schrift fließend beherrschst
... erfolgreich im internationalen Rahmen Projekte entwickelst und betreust oder Erfahrung mit der Beantragung von Drittmitteln hast,
würden wir dich gerne kennen lernen.
Wir bieten eine Beschäftigung im Umfang einer halben Stelle, als Elternzeitvertretung zunächst befristet auf ein Jahr, mit der Option auf Entfristung. Arbeitsort ist das BSV-Büro in Minden. Wie in Organisationen der Friedensbewegung üblich, wird die Bereitschaft zu Reisetätigkeit und Wochenendterminen vorausgesetzt.
Bewerbungen erbitten wir bis zum 15.11.2008 an Kathrin Vogler im BSV-Büro.
Telefonische Auskunft: 02572 8092366 oder 0571 29456.


GESCHÄFTSFÜHRER DES BSV FESTGENOMMEN

(Björn Kunter) In Meinungsumfragen sprechen sich regelmäßig über 80% aller Bundesbürger dafür aus, die Atomwaffen umgehend abzuziehen und zu vernichten. Da die Bundesregierung dennoch nicht handelt, stehen die Bürger in der Pflicht ihre im Grundgesetz verankerte Macht auch durchzusetzen. Hierzu haben der BSV-Geschäftsführer Björn Kunter und andere am 30. August eine gewaltfreie Aktion in Büchel, dem wahrscheinlich letzten deutschen Atomwaffen Standort, durchgeführt.
Parallel zur Hauptkundgebung mit etwa 2000 DemonstrantInnen versuchten etwa 50 Personen in kleineren Gruppen den mit Stachel- und NATO-Draht geschützten Zaun zu überklettern. Als zivile "Bürgerinspekteure" wollten sie durch ihre Präsenz auf dem Bundeswehrgelände darauf hinweisen, dass noch immer Massenvernichtungswaffen auf deutschem Boden bereit gehalten werden. ...
[Weiter: www.soziale-verteidigung.de/index.php/Nachrichten-Home/080922BUE.html ]


REINE ZEITVERSCHWENDUNG - EIN OFFENER BRIEF AN FRIEDENSSTIFTER
Simon Fisher und Lada Zimina fordern die "Peacebuilder" auf einmal innezuhalten und die aktuelle Entwiclung der Friedensfacharbeit zu reflektieren. Sie stellen fest: Zivile Konfliktbearbeitung stünde nach Jahren der Kärrnerarbeit vor einem wichtigen Durchbruch, da sie zunehmend von Regierungen und internationalen Organisationen wahr- und ernstgenommen wird, was sich auch in erweiterten Mandaten und größeren Finanzierungen durchschlägt. Doch Organisationen der Friedensfacharbeit verfolgen einen immer technischeren Ansatz, um Krisen beizulegen, und vergessen so die grundlegende Frage: Welchen Frieden sie schaffen wollen? Verlieren die Friedensstifter somit ihre Vision und werden zu Handlagern der "globalen Befriedung", oder können sie (wieder) Prozesse des sozialen Wandels hin zu einer gerechteren und gewaltfreien Welt anstoßen und gestalten?
Der "Open Letter to Peacebuilders" liegt nun erstmals in deutscher Übersetzung als Hintergrund- und Diskussionspapier des BSV vor und kann ab sofort bestellt bzw. kostenlos heruntergeladen werden.
www.soziale-verteidigung.de/index.php/Gewaltfrei-intervenieren/Reine-Zeitverschwendung-/detailed-product-flyer.html


STELLENAUSSCHREIBUNG NP SRI LANKA UND PHILIPPINEN

(NP) Nonviolent Peaceforce expandiert und sucht daher mindestens zehn konflikt-erfahrene Menschen, die bereit sind, sich als Friedensfachkräfte den Herausforderungen und dem Einsatz auf den Philippinen und in Sri Lanka zu stellen.
Zu den Anforderungen gehören Erfahrungen mit Arbeit in Konfliktregionen, mit Binnenflüchtlingen, Kindern in Konflikten, zivilem Schutz, humanitärer Hilfe oder Friedenserhaltung. Frauen, Muslime und Bewerber aus dem Süden werden besonders gesucht. Die Einsatzzeit dauert bis zu 24 Monate und die Bezahlung beträgt 565 Euro plus Versicherung, Unterhalt, Ausstattung und andere Einsatzkosten. Die Bewerbung erfordert ein ausgefülltes Formular, einen Lebenslauf und eine schriftliche Zustimmung zum Einsatz.
Falls also auch Sie Interesse haben ein Teil von Nonviolent Peaceforce zu werden und als internationale Friedensfachkraft Räume für den Frieden zu schaffen, dann fordern sie das Bewerbungsformular an unter recruit(at)nvpf.org.


DOKUMENTATION "VORRANG - NACHRANG - KEIN RANG?"

(AGDF) Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat eine Dokumentation ihrer Studientagung vom 30. Mai bis 1. Juni 2008 in Kassel veröffentlicht.
Anlass für die Tagung waren die zehn Thesen von Ullrich Hahn, Vorsitzender des Internationalen Versöhnungsbundes Deutscher Zweig, "Vorrang oder ausschließlich? Thesen zum Gewaltverzicht" von Mai 2007.
Die Thesen sind ein Kommentar u.a. auf das AGDF-Projekt "Vorrang(ige Option) für Gewaltfreiheit" und die Initiative von BSV, AGDF u.a. "Vorrang für Zivil". In der durch die Thesen ausgelösten Diskussion ging es u.a. um grundsätzliche Fragen wie das Menschenbild und Politikverständnis von PazifistInnen sowie um politische Handlungsstrategien.
Durch die Studientagung sollte nach der Einladung, die an Mitglieder der AGDF und befreundete Organisationen ging, der aufgezeigte Konflikt genutzt werden, die Differenzen (wieder) aufzugreifen und dadurch wichtige Anregungen für die Praxis zu gewinnen. Gemeinsam formulierte ethische Grundlagen und Kriterien sollten dem politischen Handeln in der Friedensbewegung eine gemeinsame Basis schaffen.
www.friedensdienst.de/uploads/media/Dokumentation_Vorrang_Tagung_08_05_30.pdf


NEUE AUSSTELLUNG DES FRIEDENSMUSEUMS NÜRNBERG

(Birgitta Meier) Am 25. 9. eröffnet das Friedensmuseum Nürnberg seine neue Ausstellung (bis 30.Januar 2009) Frieden plakativ mit fast 50 internationalen Friedensplakaten. Die Ausstellung hat zwei Teile: die historischen Friedensplakate aus den 80er Jahren stammen vom Dokumentationszentrum für internationale Friedensplakate in Casalecchio/Bologna (http://cdmpi.interfree.it). Sie treten in Dialog mit Entwürfen junger Kunststudierender aus Trient (2007) zum Thema "Gewaltfreiheit". Näheres zur Ausstellung und zu den zahlreichen Begleitveranstaltungen auf www.friedensmuseum.odn.de
Die Ausstellung versteht sich als Teil des Projekts "80er Jahre" und möchte diese friedensbewegte Zeit wieder ins Bewusstsein rücken, um sie besser dokumentieren zu können. In diesem Zusammenhang suchen wir noch Erinnerungsstücke, Fotos (Orignale werden zurückgegeben), Plakate, Transparente...


THEATER ZUM KRIEG IN AFGHANISTAN

Die "Berliner Compagnie" gibt Gastspiele des Stücks "Die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch" am 25.09.2008 in Frankfurt/M.; am 28.09. in Karlsruhe; am 29.09. in Bad Hersfeld; am 30.09. in Kastellaun; am 14.11. in Frankfurt/O.; am 16.11. in Vallendar; am 17.11. in Bad Kreuznach; am 20.11. in Landshut; am 21.11. in München und am 23.11. in Emden.
Buchungen sind für 2008 noch möglich am 15.-27.11. und 01.-04.12. sowie für 2009 am 10.-15.03. und 12.-22.11.
Infos zu Gastspielen u. Buchungen: Karin Fries, Schleißheimer Str. 89, 80797 München, 089 1298624 (Di-Fr 9-13 Uhr), karin-fries(at)berlinercompagnie.de, www.berlinercompagnie.de


FACHTAGUNG AFGHANISTAN UND ZIVILE KONFLIKTBEARBEITUNG

(KUD) Die DFG-VK NRW lädt ein zu einer Fachtagung "Afghanistan und Zivile Konfliktbearbeitung" am 16.11.2008 von 13.30 bis 18.00 Uhr im Bürgerhaus Kalk in Köln.
Zunächst wird Herbert Sahlmann, ehemaliger Referatsleiter im Bundesministerium für Entwicklung und Vorstandsmitglied der Nord-Süd-Brücken, zum Thema "Entwicklungshilfe, Friedensförderung und zivil-militärische Zusammenarbeit" referieren. Danach wird Dr. Andreas Buro, emeritierter Professor für Politologie an der Universität Frankfurt und Arbeitsausschussmitglied des Komitees für Grundrechte und Demokratie, Thesen zur "Zivile Konfliktbearbeitung für Afghanistan" präsentieren. Schließlich diskutieren Sahlmann und Buro mit Kai-Uwe Dosch von der DFG-VK NRW und dem Publikum "Wege von der zivil-militärischen Zusammenarbeit zur Zivile Konfliktbearbeitung und einer friedlichen Lösung für Afghanistan".
Information und Anmeldung: DFG-VK NRW, dfg-vk.nrw(at)t-online.de, www.dfg-vk-nrw.de
PODIUMSDISKUSSION ÜBER AFGHANISTAN

(FSR) Angesichts der neueren Ereignisse wird wieder heftig und leidenschaftlich über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr gestritten, im Oktober wird der Bundestag über die Aufstockung des deutschen Kontingents auf 4.500 SoldatInnen entscheiden. Aus diesem Anlass möchten wir Sie herzlich zu einer Podiumsdiskussion, am 10. Oktober von 18 bis ca. 21 Uhr im "Zentrum für Entwicklungsforschung" der Universität Bonn (Walter-Flex-Str. 3) einladen:
Die Podiumsgäste sind:
- Selmin Caliskan, politische Referentin von medica mondiale
- Conrad Schetter, Senior Researcher am Zentrum für Entwicklungsforschung
- Horia Mosadiq, Direktorin des Human Rights Research and Advocacy Consortium Kabul
- Roland Vogler-Wander, Pressestabsoffizier im Einsatzführungskommando der Bundeswehr
- Manuela Dreher, Militärische Gleichstellungsbeauftragte der Bundeswehr
Moderation: Ute Scheub, Frauensicherheitsrat
Veranstalter ist der Frauensicherheitsrat in Kooperation mit dem Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.
Kontakt: Ute Scheub (FSR) ute.scheub@t-online, Gitti Hentschel (GWI) hentschel(at)boell.de
Anmeldung: gwi(at)boell.de, Telefon 030 28534122


VORANKÜNDIGUNG: GEWALTFREI GEGEN CASTORTRANSPORT
Nach einem Jahr Pause und nach Absage des Castortransports für 2009 ist für 2008 ein nächster Castortransport nach Gorleben geplant. Entsprechend formiert sich auch der Widerstand und ruft für Samstag den 8. November zur Demonstration in Gorleben auf. Gewaltfreie Aktionen sind für Sonntag 9 November auf der Schiene und in der Nacht von Sonntag auf Montag auf der Straße geplant. Wer noch keine oder wenige Erfahrung mit gewaltfreien Blockaden hat sollte möglichst an den Vorbereitungstrainings der Initiative "X-1000 mal quer" teilnehmen. Hier wird auch eine Bezugsgruppenbildung angeboten. Besser ist es natürlich gleich mit einer Gruppe anzureisen. <span title=";-)">;-)</span>
Infos: www.x1000malquer.de www.widersetzen.de
Gruppen, die sich auf den Castor vorbereiten wollen bietet das Trainingskollektiv Windrose unterschiedliche Module vom allgemeinen Blockadetraining bis zum Empowerment nach der Festnahme an: www.tk-windrose.de/Aktuelles.htm


SPENDENBAROMETER

Friedensarbeit kostet Geld. So brauchen wir trotz Haushaltsanpassung in diesem Jahr immer noch 95.000 Euro, um unsere Arbeit nicht einschränken zu müssen.
Bis Ende September haben wir Spenden über 42.900 Euro erhalten. Das entspricht ca. 45 % und leider 5000 Euro weniger als im Schnitt der letzten drei Jahre.


NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN
Der Newsletter erscheint am Monatsanfang v.a. mit kurzen Meldungen. Wenn diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken Sie / schickt ihr sie bitte bis Monatsende an die Redaktion: kai-uwe.dosch(at)hammkomm.de.
Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletters genügt eine E-Mail an die Geschäftsstelle: info(at)soziale-verteidigung.de.
Längere Texte kommen in die Mailinglist bsv-diskussionsforum(at)yahoogroups.com.
Zum Bestellen einfach eine leere E-Mail schicken an: bsv-diskussionsforum-subscribe(at)yahoogroups.com.
Weitere Informationen gibt es im Rundbrief "Soziale Verteidigung" und auf der Website www.soziale-verteidigung.de/.

REDAKTION
Kai-Uwe Dosch

HERAUSGEBER
Bund für Soziale Verteidigung e.V.
Schwarzer Weg 8
32423 Minden
Tel. 0571 29456
Fax 0571 23019

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