NEWSLETTER MAI 2008

BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.

 

INHALT


- Sicherheitsstrategie der CDU/CSU - nur grober Unfug
- Militär keine Lösung bei Umweltkonflikten
- Tagung zum Frieden in Sudan
- Studie: Zivilgesellschaft und Friedensförderung
- Afghanistan-Kongress am 7./8. Juni 2008 in Hannover
- Friedensteuer-Petition abgelehnt
- Neues Infoblatt: Backfire
- Zentrum Gewaltfreies Leben auf Katholikentag
- Neuer Kurs des Schalomdiakonats
- Seminar "Mit dem Herzen zuhören"
- Spendenbarometer


SICHERHEITSSTRATEGIE DER CDU/CSU - NUR GROBER UNFUG?

Die neue "Sicherheitsstrategie" der CDU/CSU ist von der Mehrzahl aller Kommentatoren kritisiert und zurückgewiesen worden. Auch die Vorsitzende des BSV Ute Finckh hat das Papier gelesen und dabei festgestellt, "dass der Text noch nicht einmal eine konsequente rechte Planung für die Militarisierung unserer Gesellschaft ist, sondern über weite Strecken einfach grober Unfug. Dagegen hilft am ehesten Ironie."
Ute Finckhs Kommentar finden Sie auf der Webseite des BSV unter
www.soziale-verteidigung.de/index.php/Nachrichten-Home/080508UF.html
Zur inhaltlichen Kritik der Strategie siehe auch
www.imi-online.de/download/IMI-Analyse2008-018.pdf


WISSENSCHAFTSBEIRAT: MILITÄR KEINE LÖSUNG BEI UMWELTKONFLIKTEN

(Lena Hantelmann) In seinem Jahresgutachten 2007 "Sicherheitsrisiko Klimawandel" beschreibt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung (WBGU) die sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Gefahren des Klimawandels, zu nennen sind hier neben Umweltkatastrophen wie dem steigenden Meeresspiegel und den daraus resultierenden Überflutungen hauptsächlich  Konflikte um Ressourcen sowie Anpassungsschwierigkeiten besonders schwächerer Staaten und Entwicklungsländer an veränderte Umweltbedingungen, welche zu großflächigen Konflikten führen können. Nach Meinung des WBGU werden diese jedoch weniger zu "klassischen zwischenstaatlichen Kriegen führen, sondern vielmehr zu einer Zunahme von Zerfalls- und Destabilisierungsprozessen mit diffusen Konfliktstrukturen und Sicherheitsbedrohungen in politisch und ökonomisch überforderten Staaten und Gesellschaften", welche "ohne die Unterstützung durch polizeiliche und militärische Kapazitäten kaum zu bewältigen" seien. In erster Linie seien jedoch eine wirksame Klimapolitik, eine bestmögliche Anpassung an den Klimawandel sowie eine internationale Zusammenarbeit notwendig, da die "klassische, militärgestützte Sicherheitspolitik" überfordert wäre. www.wbgu.de/wbgu_jg2007.html


TAGUNG ZUM FRIEDEN IN SUDAN

(Jürgen Menzel) Unter der Überschrift "Der andere Sudan - Friedensakteure und -chancen in einem Land im Umbruch" findet am 6./7. Juni 2008 in Würzburg eine spannende Tagung zu einer vergessenen Konfliktregion statt. Kaum beachtet von der Öffentlichkeit hat sich im Sudan ein aktives Netz zivilgesellschaftlicher Organisationen entwickelt, die sich für einen demokratischen und friedlichen Sudan einsetzen. Sie wollen das Friedensabkommen in der Übergangszeit von 2005 bis 2011 verwirklichen und Veränderungen zu einem zivilen, gerechten und demokratischen Staat hin bewirken. Hierzu brauchen sie internationale Solidarität und Unterstützung, denn die Hardliner in dem vom Bürgerkrieg geschüttelten Land haben weiter Einfluss und andere Pläne. Nicht nur Blauhelme und Nothilfe sind gefragt, sondern eine aktive Zusammenarbeit und Solidarität mit der lokalen Zivilgesellschaft. Wie kann Zivilgesellschaft in Deutschland/Europa den Friedensprozess im Sudan unterstützen? Welche Projektpartner bieten sich an? Wie kann sich Solidaritätsarbeit gestalten?
Weitere Infos und Anmeldung: www.act4-transformation.net Tel.: 07361 9751045, info(at)act4transformation.net


STUDIE: ZIVILGESELLSCHAFT UND FRIEDENSFÖRDERUNG

Auf der Tagung der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung hat Thania Paffenholz erste Ergebnisse ihres großangelegten internationalen Forschungsprojekts zur Rolle der Zivilgesellschaft bei der Friedensförderung vorgestellt:
Die Zivilgesellschaft gilt bei bewaffneten Konflikten als einer der Hoffnungsträger, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Aber was können zivilgesellschaftliche Organisationen wirklich leisten? Und wie kann die internationale Gemeinschaft dieses Engagement fördern? Das laufende Forschungsprojekt widmet sich der Frage, ob und unter welchen Bedingungen die Zivilgesellschaft zur Friedensförderung beitragen kann. ... [Fortsetzung auf: www.soziale-verteidigung.de/index.php/Nachrichten-Home/080423NGO.html ]


AFGHANISTAN-KONGRESS AM 7./8. JUNI 2008 IN HANNOVER

(Reiner Braun) Die Bundesrepublik Deutschland versinkt immer tiefer im Sumpf des grausamen Afghanistan-Krieges. Im Sommer diesen Jahres wird erstmals eine Schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr die dort bereits stationierten ISAF-Verbände verstärken. Und in Berlin pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass bei der Verlängerung des Einsatzmandats im Herbst eine massive Truppenaufstockung vorgenommen werden soll.
Wir laden ein zum Internationalen Afghanistan-Kongress am 7./8. Juni 2008 in Hannover. Der Kongress steht unter dem Motto: "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan!" Mit Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland, mit Betroffenen aus Afghanistan, mit Kriegsverweigerern und FriedensaktivistInnen aus Europa und Übersee wollen wir den Unwahrheiten und
Verdrehungen der herrschenden Politik von Washington bis Berlin entgegen treten und dem weltweiten Widerstand gegen den Krieg eine Stimme verleihen.
Information und Anmeldung: Afghanistankongress c/o IALANA, Tel. 030 20654857, Fax  030 21234057, kontakt(at)afghanistan-kongress.de, www.afghanistan-kongress.de


FRIEDENSTEUER-PETITION ABGELEHNT

(Friedrich Heilmann) Im Juni 2005 hat das Netzwerk Friedenssteuer dem damaligen Bundestagspräsidenten 12.000 Unterschriften für unsere Erklärung übergeben: "Ich trete für eine gesetzliche Regelung ein, nach der niemand gegen sein Gewissen gezwungen werden darf, durch Steuern und Abgaben zur Finanzierung von Militär und Rüstung beizutragen. Stattdessen ist die Verwendung dieser Zahlungen für
zivile Aufgaben sicherzustellen."
Durch Neuwahlen 2005 und offensichtlich gründliche Bearbeitung unseres Anliegens kam es erst im März 2008 zur Abstimmung darüber im Petitionsausschuss und dann im Bundestag. Die Petition wurde abgelehnt, die neunseitige Antwort liegt dem Netzwerk vor. Infos: www.netzwerk-friedenssteuer.de/


INFOBLATT: BACKFIRE - WANN GEHT EIN ANGRIFF NACH HINTEN LOS?

Wenn politisch aktive Gruppen oder Einzelpersonen von den Mächtigen im Lande als bedrohlich empfunden werden, sind sie - auch in demokratischen Ländern - gelegentlich massiven Angriffen oder Übergriffen ausgesetzt. Verleumdung, Bespitzelung mit nachrichtendienstlichen Mitteln, Drohungen oder tatsächliche physische Angriffe - die Liste der unfairen oder illegalen Mittel, die eingesetzt wurden oder werden, ist lang. Aber es gibt Fälle, in denen derartige Angriffe buchstäblich nach hinten losgehen.
Der australische Bewegungsforscher Brian Martin hat untersucht, in welchen Fällen Angriffe nach hinten losgehen" können und verwendet dafür einen Begriff, der eigentlich aus der Technik stammt: "Backfire" - zu deutsch: Fehlzündung.
In seinem Text "Backfire basics" schildert er, wie rechtswidrige bzw. unfaire Angriffe typischer eise ablaufen und wie die Angreifer zu verhindern versuchen, dass die Angegriffenen sich erfolgreich zur Wehr setzen. Und stellt dann dar, was gewaltfreie AktivistInnen jeder der fünf typischen Methoden der Angreifer entgegensetzen können. (kostenloses Infoblatt des BSV, 4 Seiten, 2008)
Download & Bestellung: www.soziale-verteidigung.de/index.php/Pazifismus-und-Militarkritik/Infoblatt-Backfire-Wann-geht-ein-Angriff-nach-hinten-los-/detailed-product-flyer.html


BSV & VERSÖHNUNGSBUND AUF DEM KATHOLIKENTAG VOM 23.-24.APRIL IN OSNABRÜCK

Anlässlich des Katholikentages organisiert der deutsche Zweig des Internationalen Versöhnungsbunds mit dem BSV ein Zentrum "Gewaltfrei Leben und handeln in Palästina, Israel und hier". Wir wollen ein weites Spektrum gewaltfreien Lebens und Handelns in Wort und Bild darstellen. Dazu bieten wir Andachten am Morgen, Vorträge, Ausstellungen und Infotische, sowie die Möglichkeit zu gemeinsamen Gesprächen bei Kaffee und Tee an - bei gutem Wetter auf der Dachterrasse. Insbesondere wird am Freitag um 14 Uhr Anna Crummenerl vom Projekt des BSV mit den Jahalin-Beduinen berichten.
Programm: http://versoehnungsbund.de/archiv/2008/kt08-programm.pdf


SEMINARE:

NEUER KURS DES SCHALOMDIAKONATS
(Jutta Boysen) Gewaltfrei streiten - ein GEWINN für beide Seiten - so steht es über dem nächsten berufsbegleitenden Kurs für gewaltfreie Konfliktbearbeitung des Oekumenischen Dienstes Schalomdiakonat (OeD), der Ende Oktober 2008 beginnt. Gesucht werden Menschen, die Lust haben, sich auf ein gemeinsames Lernen in einer Gruppe zum Thema Konflikte einzulassen und die eine gewaltfreie
Haltung einüben möchten.
Kursausschreibung: www.schalomdiakonat.de/aktuelles/Gewaltfrei%202008.pdf
Kontakt: OeD, Tel. 05694 8033, boysen(at)schalomdiakonat.de,


SEMINAR "MIT DEM HERZEN ZUHÖREN"
Ein Weg Bewusstheit mit der Weisheit des Herzens zu verbinden. Die Teilnehmenden lernen und wenden die Werkzeuge des tiefen Zuhörens an. Bringen Sie die Fähigkeit des einfühlsamen Zuhörens in zwischen-menschliche Beziehungen und in den Umgang mit Gruppen ein. Kursleiterinnen: Christel Könemund und Kersti Schittko; Einführungswochenende 07.-08 Juni 08, Vertiefender Praxisblock 02.-05. Oktober. Anmeldung & Infos: CK.WeiseKreise(at)web.de


SPENDENBAROMETER
Friedensarbeit kostet Geld. Damit wir unabhängig arbeiten und Druck auf die Politik ausüben können brauchen wir ihre Hilfe. Für 2008 benötigen wir 95.000 Euro. Das ist eine leichte Steigerung gegenüber unseren Einnahmen im letzten Jahr.
Bis Ende April haben wir Spenden über 24.150 Euro erhalten. Das entspricht ca. 25%.



NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN    Der Newsletter erscheint am Monatsanfang v.a. mit kurzen Meldungen. Wenn diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken Sie / schickt ihr sie bitte bis Monatsende an die Redaktion: mailto:kai-uwe.dosch(at)hammkomm.de.
Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletters genügt eine E-Mail an die Geschäftsstelle: info(at)soziale-verteidigung.de.
Längere Texte kommen in die Mailinglist bsv-diskussionsforum(at)yahoogroups.com.
Zum Bestellen einfach eine leere E-Mail schicken an: bsv-diskussionsforum-subscribe(at)yahoogroups.com.
Weitere Informationen gibt es im Rundbrief "Soziale Verteidigung" und auf der Website www.soziale-verteidigung.de/.

REDAKTION
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