NEWSLETTER JUNI 2007

BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.

 

INHALT


- BSV auf dem Kirchentag
- Totalverweigerer braucht Solidarität
- NP-Aktive in Guatemala mit Tode bedroht
- Training zur NP-Friedensfachkraft 02.-30.August
- Drei neue IFGK-Projekte
- Neuer Friedenssteuer-Prozess
- US-Liedermacher plant Konzerte in Deutschland
- Spendenbarometer


07.-09.Juni außerhalb des Kirchentagsgeländes in Köln
ZENTRUM GEWALTFREI LEBEN UND HANDELN - HIER UND IN NAHOST

Versöhnungsbund und BSV sind in diesem Jahr nicht mehr wie üblich auf dem Markt der Möglichkeiten präsent, stattdessen haben wir ein eigenes Programm auf die Beine gestellt und können jetzt im Katholischen Gemeindezentrum St. Marien ein gemeinsames Zentrum "Gewaltfrei Leben und Handeln" bestreiten.
Höhepunkte sind:

Donnerstag 07.06.: 14.00 Uhr
BREAKING BARRIERS
mit Khalil Toama von der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft
und Rüdiger Pusch von der Aktion Ferien vom Krieg

Freitag 08.06.: 14.00 Uhr
FRIEDENSARBEIT IN PALÄSTINA
Natasha Aruri vom Peace & Freedom Youth Forum

Freitag 08.06.: 18:30 Uhr
DIE MACHT DER VERGEBUNG
Michael Henderson liest (auf deutsch) aus seinem frisch erschienen Buch "Die Macht der Vergebung" (www.soziale-verteidigung.de/aktuell-42.htm)

Samstag, 09.06.: 11.00 Uhr
NÄCHSTENLIEBE? ANTISEMITISMUS
Prof. Dr. Rolf Verleger, Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland.

Daneben finden Morgenandachten, Ausstellungen und zahlreiche Workshops statt. Mit Kaffee, Tee und Essensangeboten im ruhigen Innenhof des Gemeindezentrums St. Marien wollen wir mit dem Zentrum Gewaltfrei Leben auch einen Treff- und Ruhepunkt schaffen. Wir freuen uns auf Euren Besuch.
Programm: www.soziale-verteidigung.de/aktuell-41.pdf


TOTALVERWEIGERER BRAUCHT SOLIDARITÄT
(Birgitta Meier) Jonas Grote aus Minden studiert in Karlsruhe Informatik im 2. Semester. Derzeit sitzt er allerdings in einer Bundeswehr-Arrestzelle. Sein Vergehen: Er widersetzt sich aus Gewissensgründen der Wehrpflicht, ist in seiner freikirchlichen Gemeinde stark engagiert. Deswegen ist es ihm auch nicht möglich, dieser Wehrpflicht als Zivildienstleistender Genüge zu tun. Er lehnte die Musterung als menschenunwürdig ab. Darauf wurde er nach Augenschein für tauglich erklärt und schließlich zur Bundeswehr einberufen. Seiner Einberufung kam er nicht nach. Feldjäger suchten ihn - sogar auf dem Gelände der Universität. Schließlich stellte er sich in einer Aktion des zivilen Widerstands: Am internationalen Tag des Kriegsdienstverweigerers, am 15. Mai kettete er sich vor einer Karlsruher Kaserne an.
Nach seiner Verhaftung und der erneuten Aufforderung, zum "Dienst" anzutreten wurde er zu Arrest verurteilt. In den letzten Jahren hatte es die Bundeswehr vermieden, Totalverweigerer  einzusperren. Sie wollte wohl kein Aufsehen erregen. Wenn sie jetzt gegen Jonas wieder mit aller Härte vorgeht, heißt das, dass sie nicht mit einer öffentlichen Solidarisierung rechnet.
Beweisen wir das Gegenteil! Überschütten wir Jonas im Bundeswehrarrest mit unseren Postkarten und Briefen. Zu sehen, dass jemand an ihn denkt, tut ihm gut. und es ist ein starkes Signal an die Oberen bei der Bundeswehr und auch an die sogenannten Kameraden, dass da draußen jemand aufpasst!
Kontakt: Jonas Grote, Heeresfliegerstaffel 269, Otto-Lilienthal-Kaserne, 91154 Roth, www.jonasgrote.de


NP-AKTIVE IN GUATEMALA MIT TODE BEDROHT
Im März 2007 beantragte Claudia Samayoa bei Nonviolent Peaceforce eine Begleitung für sich selbst und ihre Mitarbeiter vor, während und nach den nächsten Wahlen über zehn Monate. Noch im März stellte NP einen Projektkoordinator ein, warb mehr als 10.000 US-Dollar zum Projektstart ein und suchte Freiwillige für die Begleitung in Guatemala. Im April kam die erste Gruppe dort an and begann ihre Arbeit. Nie zuvor konnte NP einen Hilferuf so schnell beantworten.
Unter anderem untersuchten Claudia und ihre Mitarbeiter die Menschenrechtslage boten Aktiven Schutz nach einem Krieg und Völkermord in Guatemala in den 80ern, als 200.000 Menschen starben. Sie müssen jetzt ihre Arbeit in einem neuen repressiveren politischen Klima fortsetzen.
Claudia schreibt: "Nachts am 3. Februars 2007 wurden unsere Büros überfallen und ein Computer gestohlen. Andere Büros im selben Gebäude wurden auch überfallen und Computer und Videoequipment wurde ebenso gestohlen. Am Türknauf unseres Büros wurde eine Todesdrohung hinterlassen." Diese Drohung am Türknauf war eine Galgenschlinge.
Aufgrund dieses steigenden Drucks trat Claudia im März als NP-Vorsitzende zurück. Sie bat NP um Hilfe. Internationale Begleitung kann helfen ihr Leben zu schützen und ihre wichtige Arbeit fortzusetzen.
Information: www.nonviolentpeaceforce.org. NP bittet um Hilfe bei der Einwerbung von 30.000 US-Dollar in den nächsten zehn Monaten zum Schutz von Claudia und ihren Mitarbeitern in Guatemala. NP setzt seine schnelle Notfall-Eingreif-Gruppe erstmals ein.


TRAINING ZUR NP-FRIEDENSFACHKRAFT IN RUMÄNIEN
Vom 02.-30. August organisiert Nonviolent Peaceforce das europäische Core-Training für potenzielle Friedensfachkräfte der Nonviolent Peaceforce. Interessierte am Training und einer potenziellen Entsendung durch die Nonviolent Peaceforce sollten sich bis zum 15. Juni bewerben. Benötigt wird zudem eine Empfehlung durch eine Mitgliedsorganisation der Nonviolent Peaceforce, wie das Forum ZFD oder den Bund für Soziale Verteidigung, die wir auf Grundlage des Lebenslaufs und eines Gespräches erteilen.
Mehr Infos unter: www.nvpf.org/np/english/help/trainingromania.htm


DREI NEUE IFGK-PROJEKTE
(Achim Schmitz) Im Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK) gibt es drei neue wissenschaftliche Projekte, für die (v.a. finanzielle) Unterstützung gesucht wird.

Das IFGK ist mit dem Projekt "Regionale Friedensarbeit stärken" von Barbara Müller (Projekt-Nr. 6.001-2007)im Hunsrück und der weiteren Region mit spezifischen Angeboten und Dienstleistungen präsent, arbeitet mit lokalen Kooperationspartnern, füllt spezifische Rollen und stärkt somit die regionale Infrastruktur der Friedensarbeit.

Das Projekt "Friedenswissen Online" von Reinhard Eismann (Projekt-Nr. 6.002-2007) will bislang nur schwer oder gar nicht zugängliche Literatur aus Friedenswissenschaft und Friedenspraxis durch Aufbereitung für Online-Recherchen der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich machen. Damit sollen Themen wie Gewaltfreiheit oder Zivile Konfliktbearbeitung aus ihrem Nischen-Dasein herausgeholt, Friedenswissen über die Fachkreise hinaus verbreitet und die Kultur der Gewaltfreiheit gestärkt werden.

Das IFGK bringt mit "Gewaltfreiheit trainieren" von Achim Schmitz (Projekt-Nr. 6.003-2007) Trainings in gewaltfreier Aktion mit spezifischen Angeboten in den friedenswissenschaftlichen Diskurs und bietet sozialen Bewegungen einen wissenschaftlich fundierten Reflexionsrahmen für die Trainingsarbeit.
Diese drei wissenschaftlichen Projekte können unter der Angabe der jeweiligen Projektnummer finanziell unterstützt werden.

Spendenkonto: IFGK, Kreissparkasse Rhein-Hunsrück, BLZ 560 517 90, Konto-Nr. 140 124 88 oder IFGK, Volksbank Hunsrück eG, BLZ 560 614 72, Konto-Nr. 720 47 51, Verwendungszweck: Projekt-Nr. (s.o.) Das IFGK ist als gemeinnütziger Verein beim Amtsgericht Bad Kreuznach unter der Nr. 1867 eingetragen. Zuwendungen sind als Spende für wissenschaftliche Zwecke absetzbar.


NEUER FRIEDENSSTEUER-PROZESS
(Friedrich Heilmann) Wolf-Dieter Wiebach aus Berlin hat vor 1 1/2 Jahren Klage eingereicht und nun seinen Prozesstermin erhalten am Dienstag, 21. August 2007 beim Finanzgericht für Berlin-Brandenburg in COTTBUS.
Die Sitzung beginnt um 9.15 Uhr im Sitzungssaal A, Von-Schön-Str. 10, 03050 Cottbus. Berlin und Brandenburg haben seit dem 1. Januar 2007 nur noch ein gemeinsames Finanzgericht in Cottbus. Cottbus liegt zwar am Rand von Deutschland, doch besonders deswegen ergeht die herzliche Einladung und dringende Bitte, ihn an dem Tag zu begleiten. Von Berlin fahren stündlich RE-Züge.


US-LIEDERMACHER PLANT KONZERTE IN DEUTSCHLAND
(Kristin Flory) Michael Stern ist ein Folksinger und Liedermacher und hat sich sein ganzes Leben lang in den USA (Seattle) für den Frieden engagiert. Michael plant, im Sommer 2008 Deutschland zu besuchen und möchte gerne Konzerte in Gottesdiensten und/oder Schulen sowie im Rahmen von Folkfestivals geben. Wenn Sie Interesse an einem Konzert in Ihrer Gemeinde oder Schule haben, können Sie ihn und seine Frau Carol in Ihre Gemeinde einladen.
Dazu bräuchte er erstens Unterkunft für die Nacht oder Nächte an den Tagen, an denen das Konzert stattfindet, zweitens ein minimales Honorar von 200 US-Dollar, um einen Teil seiner Kosten zu decken (Dafür gibt er ein Konzert, das mindestens eine Stunde dauert.) und drittens eine adäquate Anlage mit 2 bis 3 Mikrofonen für akustische Gitarre, Banjo und Gesang.
Information und Kontakt: www.mikesongs.net, mikesongs(at)earthlink.net
Michael hat viele Friedenskonzerte, sowohl in weltlichem Rahmen, als auch in fortschrittlichen Kirchengemeinden gegeben - immer zur Freude und Dankbarkeit seiner Zuhörer. Seine Themen handeln von Frieden, Liebe und Weltoffenheit. Sie sind provokativ, aufregend und regen Diskussionen und Austausch zwischen Generationen und über unterschiedliche politische Ansichten an.


TERMINE

18.-19.Juni 07, Wiesbaden (Rhein-Main-Hallen, Rheinstr. 20)
12. Deutscher Präventionstag
Der BSV wird dort mit einem Infostand und einem Workshop zum Thema Mobbing teilnehmen.

26. Juni 07, 20 Uhr, Karlsruhe (JUBEZ, Am Kronenplatz 1)
"USA - Hüter der Menschenrechte ?"
mit Sumit Bhattacharyya, USA-Experte der deutschen ai-Sektion

5. Juli 07, 20 Uhr, Karlsruhe (Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Gartenstr. 29a)
"Gewaltfrei gegen Hitler ? - Gewaltloser Widerstand gegen den Nationalsozialismus und seine Bedeutung für heute"
mit Christoph Besemer, Werkstatt für Gewaltlose Aktion

9. Juli 07, 20 Uhr, Karlsruhe (JUBEZ, Am Kronenplatz 1)
"Checkpoints unter Beobachtung"
mit Roni Hammermann, israelische Menschenrechtsaktivistin

SPENDENBAROMETER
Friedensarbeit kostet Geld. Nachdem im letzten Jahr unsere Spenden enorm
eingebrochen sind, brauchen wir in diesem Jahr 100.000 Euro, um unsere
Arbeit nicht einschränken zu müssen.
Bis Mai haben wir leider erst Spenden über 38.000 Euro erhalten.

NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN
Der Newsletter erscheint am Monatsanfang v.a. mit kurzen Meldungen. Wenn diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken Sie / schickt ihr sie bitte bis Monatsende an die Redaktion: kai-uwe.dosch(at)hammkomm.de.
Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletters genügt eine E-Mail an die Geschäftsstelle: info(at)soziale-verteidigung.de.
Längere Texte kommen in die Mailinglist: bsv-diskussionsforum(at)yahoogroups.com.
Zum Bestellen einfach eine leere E-Mail schicken an: bsv-diskussionsforum-subscribe(at)yahoogroups.com.
Weitere Informationen gibt es im Rundbrief "Soziale Verteidigung" und auf der Webseite: www.soziale-verteidigung.de/.

REDAKTION
Kai-Uwe Dosch
Fangstr. 118
59077 Hamm
Tel. 02381 404253
Fax 02381 404917

HERAUSGEBER
Bund für Soziale Verteidigung e.V.
Schwarzer Weg 8
32423 Minden
Tel. 0571 29456
Fax 0571 23019

Bürozeiten: montags bis freitags 9.00-15.00 Uhr