NEWSLETTER FEBRUAR 2005

BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.

 

IN EIGENER SACHE

Liebe Freundinnen und Freunde,


Aus aktuellem Anlass gebe ich hier ein provozierendes Zitat einer noch
provozierenderen Autorin wieder: "Wenn es eines Beweises bedürfte, daß
es den gerechten Krieg nicht gibt - Dresden wäre der Beweis. Wenn es
einen Beweises bedürfte, daß der Verteidigungsfall zwangsläufig zu
Aggression entartet - Dresden wäre der Beweis. Wenn es einen Beweises
bedürfte, daß die Völker von den kriegsführenden Regierungen selbst
mißbraucht werden - Dresden wäre der Beweis." (Ulrike Marie Meinhof,
Dresden, zuerst veröffentlicht in: konkret, Nr. 3, 1965, wiederaufgelegt
in: Die Würde des Menschen ist antastbar. Aufsätze und Polemiken.
Berlin, 1986.)

i.A. des BSV

Kai-Uwe Dosch


INHALT

1. Geschäftsstelle

2. Weiterbildung
Interreligiöses Training in Gewaltfreiheit

3. Israel/Palästina


4. Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK)
Workshop: "Gütekraft-Forschung auf dem Prüfstand"

5. Friedenssteuer

6. Konfliktbearbeitung im Kommunalen Zusammenhang (KKK)

7. Ziviler Friedensdienst (ZFD, EN.CPS)

8. Friedensbewegung
Internationale Konferenz: Frieden und Gerechtigkeit gestalten!

9. Materialien
Ausstellung "Hiroshima mahnt: Nie wieder Krieg"

10. Termine



2. WeiterbildungWEITERBILDUNG

Voll_KlasseGrundkurs_KonfliktbearbeitungInterreligiöses Training in
Gewaltfreiheit

Unter dem Titel "Konflikt - Gefahr oder Chance?" wird in diesem Jahr zum
ersten Mal in Deutschland ein interreligiöser Trainingskurs in
gewaltfreier Konflikttransformation angeboten. Im Auftrag des Projekts
"christlich-islamische Friedensarbeit", an dem auf christlicher Seite
Pax Christi und die AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden)
maßgeblich beteiligt sind, wurde dieser Kurs von einer
christlich-muslimischen Arbeitsgruppe entwickelt.

Der geplante Kurs richtet sich an Christinnen und Christen, Muslimas und
Muslime und will dazu anregen,
*       sich mit den Grundlagen gewaltfreier Konflikttransformation
auseinander zu setzen;
*       Zusammenhänge zwischen gewaltfreier Konflikttransformation und
den eigenen religiösen Traditionen im Christentum oder Islam
herzustellen sowie die jeweils anderen Traditionen kennen und
wertschätzen zu lernen;
*       das Gelernte während des Kurses und danach in die Praxis
umzusetzen, insbesondere im Umgang mit gesellschaftlichen
Spannungsfeldern.

Veranstalter sind der Oekumenische Dienst Schalomdiakonat (OeD) als
erfahrener christlicher Träger von Trainings in gewaltfreier
Konfliktbearbeitung und das Institut für Interreligiöse Pädagogik und
Didaktik (IPD) als anerkannte muslimische Bildungseinrichtung. Kreative
Methoden wie Rollenspiele, Textarbeit, Gruppendiskussionen und
Praxisübungen haben Vorrang vor theoretischen Vorträgen. Der Kurs wird
geleitet von Eva-Maria Wilkomm, Hilal Kurt und Hagen Berndt. Dieses
christlich-muslimische Team verfügt über langjährige Erfahrungen in der
Bildungs- und Trainingsarbeit.

Vor Beginn des Kurses steht ein Orientierungsseminar am 21./22. Mai 2005
in Petershagen (bei Minden / Westfalen); der Kurs selbst findet an
folgenden Wochenenden ebenfalls dort statt: 15.-18.9.05 / 28.-31.10.05 /
8.-11.12.05 /
19.-22.1.06 / 2.-5.3.06. Anmeldeschluss ist am 10. Juli 2005.

Weitere Angaben finden sich auf unserer Website www.schalomdiakonat.de
unter "Kurse".
Oekumenischer Dienst Schalomdiakonat, Tel. 0228 9359077,
michael.steiner(at)schalomdiakonat.demichael.steiner(at)schalomdiakonat.de

Michael Steiner


4. IFGKGewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK)

WorkshopWorkshop: "Gütekraft-Forschung auf dem Prüfstand"


Wie passen 30 Personen auf 25 Quadratmeter und erleben einen
interessanten, intensiven Lern-Tag? In der Jugendherberge Marburg beim
dritten Forschungstag Gütekraft der IFGK in Marburg am 16.10. 2004, der
von der Deutschen Stiftung Friedensforschung gefördert wurde, war es
möglich. Barbara Müller moderierte meisterhaft. Jörgen Johansen,
norwegischer Friedensforscher, skizzierte den derzeitigen Rahmen
internationaler Forschung zur Gewaltfreiheit. Kenntnis und Anwendung von
Gewaltfreiheit seien offensichtlich politisch nicht gewollt, so
formulierte er provokant, denn wie sei es zu verstehen, dass es in
keinem Land der Welt konstruktive Konfliktaustragung im Lehrplan in
Schulen gebe? Die vielfältigen gewaltfreien Formen, die
Konfliktgeschehen häufig über lange Phasen kennzeichneten, würden nicht
zur Kenntnis genommen. In einem Nachgespräch kommentierte er Vorschläge
für Forschungsthemen, nachzulesen unter www.guetekraft.net.
Martin Arnold informierte über seine Arbeit "Die Wirkungsweise
gewaltfreier Praxis. Zentrale Konfliktaustragungskonzepte im
interkulturellen Vergleich", eine qualitative Forschung mit weitgehend
interpretativen Methoden, siehe www.martin-arnold.de.vu.

Als "Advocati Diaboli" nahmen Regine Mehl (Arbeitsstelle Friedensforschung Bonn) und Dieter Lünse (Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation, Hamburg) dazu Stellung.
Doris Heimann legte den Stand ihrer psychologischen Arbeit "Merkmale
gewaltfreier Konflikttransformation - Systematisierung und quantitative
Erfassung der Prozessdarstellung" (Universität Konstanz) dar. Sie
wertete Texte quantitativ nach bestimmten Merkmalen und einem
Kategoriensystem aus; Burkhard Bläsi erwiderte. Die intensiven
Diskussionen erbrachten wichtige Erkenntnisse sowohl für die einzelnen
Projekte als auch darüber hinaus. (Ausführlicher Bericht von Barbara
Müller siehe  http://www.guetekraft.net/www.guetekraft.net  
Gütekraft-Forschung)

Achim Schmitz


8. FriedensbewegungFRIEDENSBEWEGUNG

KonferenzInternationale Konferenz: Frieden und Gerechtigkeit gestalten!

Internationales Forum am Freitag, 11.02.05, ab 19.30 Uhr, Festsaal Altes
Rathaus, Marienplatz 15
Schirmherr und Grußwort:  Prof. Hans-Peter Dürr
I.  Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter (Psychoanalytiker und
Mitbegründer der Internationalen Ärztevereinigung zur Verhinderung des
Atomkrieges, IPPNW): Feindbild Islamismus
II. Dr. Balkrishna Kurvey (Indien, Historiker, Präsident des Indischen
Instituts für Abrüstung und Umweltschutz): Perspektive globale
Gerechtigkeit
III. Mag. Gerald Oberansmayer (Friedenswerkstatt Linz): Europa - eine
neue Supermacht?
Wir bitten um einen Kostenbeitrag von 5 bzw. 3 Euro

Diskussionsforen und Workshops am Samstag, 12.02., 9.15 bis 11.45 Uhr,
im Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstr. 80
1.  Workshop: Sicherheitspolitik verändern
2.  Informationsforum: Lage in Tschetschenien
3.  Diskussionsforum: Feindbild Islamismus
im Gewerkschaftshaus, Schwanthalerstr. 64
4.  Workshop: Atomwaffenfrei bis 2020
5.  Diskussionsforum: EU-Verfassung, EU-Militär und Referendum
6.  Diskussionsforum: Globalisierung und Krieg

Interreligiöses Friedensgebet am Sonntag 13.02.05 , 11.30 Uhr, Pfarrsaal
St. Ursula, Kaiserplatz

Veranstaltung am Donnerstag, 10.02.05, 19.00 Uhr, Gewerkschaftshaus
München, Schwanthalerstr. 64
Diskussion "Peacemaker Europa - Was suchen wir am Hindukusch?" und Film
"no man's land"
weitere Informationen www.siko05.de

Wir bitten um Spenden für die Finanzierung der Friedenskonferenz an
Friedensbüro München e.V., Konto-Nr. 41039801, Postbank München, BLZ 700
100 80, Stichwort "Friedenskonferenz" (Spenden steuerlich absetzbar)

Trägerkreis der Friedenskonferenz:
Münchener Friedensbündnis und Münchener Friedensbüro  e.V.; DFG-VK
Landesverband Bayern; Christen in der Region München, Pax Christi
München; NaturwissenschaftlerInneninitiative Verantwortung für Friedens-
und
Zukunftsfähigkeit; Kreisjugendring München.
Kontakt: Koordinationsbüro des Trägerkreises, c/o DFG-VK Bayern,
Kirchenstr. 68, 81675 München, Tel. 089 89623446,
Fax 089 8341518, E-Mail  muenchen(at)dfg-vk.demuenchen(at)dfg-vk.de,
aktuelle Informationen
http://www.dfg-vk.de/sicherheitskonferenzhttp://www.dfg-vk.de/sicherheitskonferenz

Thomas Rödl


9. MaterialienMaterialien

AusstellungAusstellung "Hiroshima mahnt: Nie wieder Krieg"

Die DFG-VK Baden-Württemberg bietet zum 60. Jahrestag der
Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki eine Ausstellung zum
Verkauf an. Die 23 Plakate der Serie dokumentieren mit großformatigen
Bildern (DINA 2) und Texten die Folgen dieses schrecklichen Ereignisses
vom August 1945. Sie können als eigenständige Ausstellung gezeigt
werden, eignen sich aber auch für die Gestaltung von Mahnwachen und zur
Ergänzung anderer Aktionen. Ein kleiner Leitfaden gibt Hinweise auf
weitere Einsatzmöglichkeiten der Ausstellung sowie auf zusätzliche
Materialien zu diesem Themenbereich.
Der Verkaufspreis für diese Hiroshima-Ausstellung beträgt 25 EUR + 5 EUR
Versandkosten.
Bestelladresse: PAZIFIX-Materialvertrieb der DFG-VK, Alberichstr. 9,
75185 Karlsruhe, Tel. 0721-552270, Fax -558622,
E-Mail: pazifix(at)dfg-vk.de> mailto:pazifix(at)dfg-vk.de

Sonnhild und Ulli Thiel


10. TermineTermine



NEWSLETTER UND ANDERE MEDIEN

Der Newsletter erscheint am Monatsanfang v.a. mit kurzen Meldungen. Wenn
diese hier veröffentlicht werden sollen, schicken Sie / schickt ihr sie
bitte bis Monatsende an die Redaktion: kai-uwe.dosch(at)hammkomm.de .
Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletters genügt eine E-Mail an die
Geschäftsstelle: soziale_verteidigung@t-online.de .
Längere Texte kommen in die Mailinglist
bsv-diskussionsforum(at)yahoogroups.com.
Zum Bestellen einfach eine leere E-Email schicken an:
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Weitere Informationen gibt es im Rundbrief "Soziale Verteidigung" und
auf der Website www.soziale-verteidigung.de.


REDAKTION

Kai-Uwe Dosch
Fangstr. 118
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Fax: 02381-404917


HERAUSGEBER

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