NEWSLETTER APRIL 2003

BUND FÜR SOZIALE VERTEIDIGUNG E.V.

Liebe Friedensfreundinnen und Freunde!

nachdem wir zuerst erleben mussten, wie unsere Friedenshoffnungen mit
einem Handstreich weggeschoben wurden, sehen wir nun täglich in den
Nachrichten, wie die Gewalt- und Allmachtsphantasien der Militärs von
der Wirklichkeit entlarvt werden. Wir haben uns einzurichten auf einen
längeren Krieg und unsere Solidarität gilt der irakischen Bevölkerung.

In dieser Situation setzen wir weiter auf Aktionen und Protest in der
Zusammenarbeit mit der "Kooperation für den Frieden" einerseits und der
kontinuierlichen Arbeit an der Entwicklung und Einrichtung gewaltfreier
Alternativen andererseits. Die neue und starke Bewegung gegen den Krieg
wird vom BSV insbesondere durch unsere Geschäftsführerin Kathrin Vogler
unterstützt. Neben der Arbeit in der "Kooperation für den Frieden" und
der "resist"- Kampagne, beteiligt sie sich an der morgigen Organisation
der Menschenkette zwischen Münster und Osnabrück (Infos:
www.friedenskette.de <http://www.friedenskette.de>).
Bei diesen Aktionen werden auch viele neue Leute einbezogen, die sich
bisher nicht zur Friedensbewegung zählten und die sich in den Aktionen
nun viel intensiver als über Zeitung und Fernsehen mit der politischen
Lage auseinandersetzen.

Heute erfahren wir gemeinsam, wie schwer es ist die militärische Lawine
wieder aufzuhalten. Nun brauchen wir den langen Atem, um dem Frieden
wieder einen Weg zu bahnen.

Herzliche Grüße
Berthold Keunecke und Björn Kunter
für das Team des Bunds für Soziale Verteidigung

P.S.: In unserer Geschäftsstelle ist seit den ersten Bomben das
E-mail-Aufkommen auf über 100 täglich angestiegen. Zugleich wächst das
Interesse der Medien, so dass wir im Schnitt alle 2 Tage eine
Presseerklärung veröffentlichen und viele Anfragen am Telefon
beantworten können. - Wir bitten daher um Entschuldigung, falls etwaige
Anfragen einmal etwas länger liegen bleiben.


INHALT
BSV fordert UNO-Initiative der Bundesregierung
ErstunterzeichnerInnen gesucht: Offener Brief zur NATO
resist: Mitfahrbörse für Demonstranten
Irak Peace Team vor Ort
Nonviolent Peaceforce: Vorbereitung mit ruhiger Hand
Plattform Zivile Konfliktbearbeitung: Jahrestagung
Ausbildung in Mediation
Termine
Spendenbarometer

BSV FORDERT NEUE UNO-INITIATIVE DER BUNDESREGIERUNG
In der gemeinsam mit dem Versöhnungsbund herausgegebenen Presseerklärung
vom 20. März heißt es:
"Für den Bund für Soziale Verteidigung erklärt Kathrin Vogler, die UNO
habe durch ihre Ablehnung der US-Kriegspläne keineswegs an Bedeutung
verloren. Im Gegenteil, habe sie sich noch nie in ihrer Geschichte so
überzeugend und nachvollziehbar für eine friedliche Lösung eines hoch
eskalierten Konflikts eingesetzt. Die Verantwortung für die wohl
schwerste Völkerrechtsverletzung nach dem Ende des Kalten Krieges trügen
nun ausschließlich die Regierungen, die den Krieg gegen den Irak
rechtfertigten und vorbereiteten. "Die Chance einer zivilen Lösung wurde
von den Regierungen Bush und Blair vorsätzlich vertan. ...
Die vollständigen Texte aller Presseerklärungen der letzten Tage finden
sich unter www.soziales-verteidigen.de <http://www.soziales-verteidigen.de>

ERSTUNTERZEICHNERINNEN GESUCHT: OFFENER BRIEF ZUR NATO-FRAGE:
In einer neuen Unterschriftensammlung versucht der BSV, mit Hilfe eines
offenen Briefes an die Bundesregierung die NATO- Frage neu aufzuwerfen.
Die Situation, dass Völkerrecht von den führenden NATO- Staaten
gebrochen wurde, so dass sie deutlich als Kriegsverbrecher zu bezeichnen
sind, wirft die Frage auf, ob eine militärische Zusammenarbeit mit
diesen Staaten noch denkbar ist. Der Offene Brief soll hierzu eine neue
Diskussion anstoßen. Natürlich sehen wir die Diskussion der NATO-
Mitgliedschaft nur als einen Schritt auf dem Weg, Krieg als Mittel der
Politik abzuschaffen.

In der ersten Phase bis zum 7. April werden nun ErstunterzeichnerInnen
gesucht. Dann wird der Brief an die Regierung und die einzelnen
Bundestagsabgeordneten abgeschickt, während zugleich weitere
Unterschriften gesammelt werden, um diese zu einem späteren Zeitpunkt zu
überreichen.
Der komplette Brief findet sich am Ende dieser Mail - zusammen mit dem
Formular für ErstunterzeichnerInnen.

RESIST - SICH DEM IRAKKRIEG WIDERSETZEN
Im Rahmen des resist-Netzwerkes wird am 29. März eine weitere große
Sitzblockade an der Airbase stattfinden. Inzwischen füllt sich auch die
resist-website mit Leben. Neben Infos über dezentrale Aktionen,
resist-Gruppen und einer Karte der Standorte der US-Armee findet sich
dort auch die bewährte Mitfahrbörse zu den Aktionen.
Infos: www.resistthewar.de <http://www.resistthewar.de> .

IRAK PEACE TEAM WEITER VOR ORT
Solange die Telefone halten kann sich die Presse auch weiterhin ein
unabhängiges Bild von der Situation im Irak machen. 27 AktivistInnen des
Iraq peace team sind weiterhin vor Ort. Ihre sehr persönlichen
Eindrücken von Besuchen in Krankenhäusern, von Gesprächen mit
Bombenopfern und normalen IrakerInnen sind auch im Internet zu finden,
unter www.iraqpeaceteam.org <http://www.iraqpeaceteam.org>

NONVIOLENT PEACEFORCE: VORBEREITUNG MIT RUHIGER HAND
Die Nonviolent Peaceforce bereitet zur Zeit das Pilot-Projekt in Sri
Lanka vor. Während die Zentrale in St. Paul (USA) zusammen mit den
lokalen Partnern versucht alle Konfliktparteien zu identifizieren und
einen "richtigen" Plan für das Projekt zu entwerfen, versuchen die
europäischen Partner die Unterstützung für das Projekt zu organisieren.
Im Spendenmailing des BSV in der Woche vor Ostern wird es eine Beilage
der Nonviolent Peaceforce geben, in der wir Menschen suchen, die für die
NP nach Sri Lanka gehen. Am 27.3.03 findet in Graz ein Treffen der
europäischen Unterstützergruppe der NP statt, an dem Helga und Konrad
Tempel sowie Peter Betz teilnehmen. Am 15.4. findet das nächste Treffen
der deutschen Unterstützergruppe statt.
Kontakt konrad.tempel(at)gmx.de <mailto:konrad.tempel(at)gmx.de>

Im Rahmen des Modellprojekts in Sri Lanka wird die Nonviolent Peaceforce
zwischen 2003 und 2005 ein Team von 50 internationalen Friedensarbeitern
ausbilden und entsenden. Aufbauend auf den Erfahrungen des Pilotprojekts
soll die Peaceforce bis 2010 auf 2.000 Friedensarbeiter anwachsen, die
auch in anderen Konfliktregionen tätig werden können.
Mehr Infos hierzu unter: www.nonviolentpeaceforce.org
<http://www.nonviolentpeaceforce.org>

PLATTFORM ZIVILE KONFLIKTBEARBEITUNG:
TREFFEN ZWISCHEN NEIN ZUM KRIEG UND JA ZU DEN ALTERNATIVEN
Wie die Vereinigten Staaten es wollten, fand die Jahresversammlung der
Plattform Zivile Konfliktbearbeitung zeitgleich zum Kriegsbeginn im Irak
statt. Die 45 Teilnehmenden beschlossen daher, dass die Plattform ihr
NEIN stärker artikulieren soll. Daneben ging die Arbeit an ziviler
Konfliktbearbeitung weiter. In intensiven Arbeitsgruppen planten die
Teilnehmenden der Plattform unter anderem parallel zum
interministeriellen Aktionsplan Krisenprävention Bundesregierung eine
Bestandsaufnahme der Zivilgesellschaft zu erheben und bis zum Herbst in
mehreren Studientagen mit der Regierung in einen kritischen Dialog zu
grundlegenden Fragen der Friedenssicherung einzutreten. Des weiteren
beschäftigten sich Arbeitsgruppen mit einer Studie zu erfolgreicher
Netzwerkarbeit (zur Erdölförderung in Tschad-Kamerun) zu
Präventionsmöglichkeiten im südlichen Afrika.
Infos: www.konfliktbearbeitung.net <http://www.konfliktbearbeitung.net>

AUSBILDUNG IN MEDIATION AB HERBST 2003
Im Sommer 2003 startet die 2jährige berufsbegleitende Ausbildung in
Mediation als Kooperationsprojekt zwischen dem Bund für soziale
Verteidigung und FairAEnd, Praxis für Konfliktberatung, Mediation,
Supervision und Weiterbildung. Die Ausbildung orientiert sich an den
Ausbildungsrichtlinien des Bundesverbands Mediation und bietet die
Voraussetzungen für die Anerkennung als MediatorInnen.
Inhaltlicher Rahmen:
* Ausbildung in Mediation
* FachreferentInnen für spezifische Anwendungsfelder der Mediation
* Supervision von Praxisfällen
* Begleitung bei der Praxisentwicklung
* Intervision (selbstorganisierte Lerngruppen)
Umfang: 10 dreitäge Blöcke (Zeitraum Herbst 2003 - Sommer 2005);
zusätzlich 20 Stunden Intervision
Termine in 2003/2004
11.-13.09.03; 13.-15.11.03; 05. 07.02.04; 25.-27.03.04; 03.-05.06.04;
23.-25.09.04; 02.-04.12.04
Kosten: 2.880; Euro (Ratenzahlung möglich; 24 Raten à 120 Euro)
Kontakt und Information in der Geschäftstelle des BSV oder bei den
ReferentInnen:
Heike Blum, Tel: 02236-379179, email: heikeblum(at)aol.com
<mailto:heikeblum(at)aol.com>
Detlef Beck, Tel: 05731-798425, email: detlefbeck(at)t-online.de
<mailto:detlefbeck(at)t-online.de>

TERMINE

29. März, Frankfurt
Gewaltfreie Blockade der Rhein-Main-Airbase von resist
Infos: www.resistthewar.de <http://www.resistthewar.de>

29. März, Münster-Osnabrück
Von 13.00 bis 15.00 Bildung einer Menschenkette zwischen dem
Friedenssaal Münster und dem Friedenssaal Osnabrück
Anmeldung: 0251/793007 und 0541/9989838
Infos: www.friedenskette.de <http://www.friedenskette.de>

1. - 4. Mai, Berlin
"Kultur des Friedens" 2.Öffentlicher Kongress der Deutschen Sektion der
Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer
Verantwortung(IPPNW)
Infos: www.kultur-des-friedens.de <http://www.kultur-des-friedens.de>

28. Mai - 1. Juni, Berlin
Auf dem 1.Ökumenischen Kirchentag werden die Themen und Mitglieder des
BSV vielerorts präsent sein. Zum Beispiel:
- Werkstatt "Flucht-Asyl" in Berlin-Kreuzberg Zossener Str.65
- "Konstruktive Konfliktbearbeitung" Infos:
AnneDietrich(at)umbruch-bildungswerk.de
<mailto:AnneDietrich(at)umbruch-bildungswerk.de>

10.-12. Oktober 2003 in Bad Boll
Tagung: Menschenrechte und Konfliktbearbeitung.
Kontakt: sekretariat(at)konfliktbearbeitung.net
<mailto:sekretariat(at)konfliktbearbeitung.net>

BSV INTERN: SPENDENBAROMETER
Friedensarbeit kostet Geld. Nachdem wir den Spendeneinbruch nach der
Überschwemmungskatasrophe des letzten Jahres durch Einsparungen
überwinden konnten, brauchen wir diese Jahr wieder Spendeneinnahmen von
97.000 Euro.
Im Januar und Februar haben wir Spenden über 13.737 Euro erhalten. (14%)
Vielen Dank für Deine Unterstützung.


ALLGEMEINES / ABO & KÜNDIGUNG
Der Newsletter erscheint monatlich. Hinweise auf Termine und Neuigkeiten
schicken Sie / schickt Ihr bitte bis Monatsende an bkunter(at)gmx.de
Zum Bestellen oder Kündigen des Newsletter reicht eine Mail an die
Geschäftsstelle: soziale_verteidigung(at)t-online.de
<mailto:soziale_verteidigung(at)t-online.de>

Im Newsletter gibt es kurze Infos. Längere Artikel kommen ins
bsv-diskussionsforum(at)yahoogroups.com
<mailto:bsv-diskussionsforum(at)yahoogroups.com>.
Wie kommt mensch an das Diskussionsforum? Einfach eine leere Email
schicken an:
bsv-diskussionsforum-subscribe(at)yahoogroups.com
<mailto:bsv-diskussionsforum-subscribe(at)yahoogroups.com> .

HERAUSGEBER
Bund für Soziale Verteidung e.V.
www.soziale-verteidigung.de <http://www.soziale-verteidigung.de>
Schwarzer Weg 8
32423 Minden
Tel. 0571/29456
Fax 0571/23019
E-Mail: soziale_verteidigung(at)t-online.de
<mailto:soziale_verteidigung(at)t-online.de>
Bürozeiten montags bis freitags 9.00 - 15.00 Uhr

SPENDENKONTO:
Sparkasse Minden/Lübbecke BLZ 49050101 Kontonr. 89420814


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OFFENER BRIEF AN DIE BUNDESREGIERUNG

Militärische Zusammenarbeit mit Völkerrechtsbrechern einschließlich
NATO-Vertrag aufkündigen!


Sehr geehrter Herr Schröder, sehr geehrter Herr Fischer,
sehr geehrte Damen und Herren im Kabinett!

Seit dem 20. März diesen Jahres führt eine Koalition unter Führung der
USA ganz offen einen Krieg, der in keiner Weise durch das Völkerrecht
abgedeckt ist. Es stellt die Völkergemeinschaft und insbesondere unser
Verhältnis zu den USA, Großbritannien und Spanien auf ganz neue
Grundlagen, wenn die Stärke des Rechts durch das Recht des Stärkeren
ersetzt wird.
Sie haben auf vielfältige Weise versucht, diesen Krieg zu verhindern.
Nun ist es an der Zeit, entsprechende Konsequenzen zu ziehen: Die
militärische Zusammenarbeit mit den kriegführenden Mächten muss
aufgekündigt werden, damit Sie sich nicht dem Vorwurf aussetzen, einen
strafbaren Völkerrechtsbruch zu unterstützen.

Wir, als Menschen, die in der Sicherheit des Rechts leben wollen, bitten
Sie deshalb eindringlich, eine Erklärung abzugeben,
* in der die Völkerrechtswidrigkeit des Krieges gegen den Irak
festgestellt wird,
* in der die Erlaubnis für die Nutzung der Militärbasen auf deutschem
Boden und des deutschen Luftraumes zurückgezogen wird, und
* in der die Zusammenarbeit mit der NATO, die bekanntlich von den
USA dominiert werden, in Frage gestellt wird.

Wir streben eine Welt an, in der kein Konflikt mehr mit militärischen
Mitteln ausgetragen wird - und in unserer Situation, nämlich keine
militärischen Gegner zu haben, wäre Abrüstung durchaus möglich. Solange
jedoch hochtechnisierte Armeen zur Konfliktaustragung bereitstehen, muss
unbedingt auf die Einhaltung des Völkerrechts bestanden werden. Um für
die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Ländern
eine tragfähige Rechtsgrundlage erhalten zu können, ist die Aufkündigung
der militärischen Zusammenarbeit mit den Völkerrechtsbrechern nötig.

Ich unterstütze den obigen offenen Brief
und stimme einer Veröffentlichung meiner Daten als ErstunterzeichnerIn zu

Name:
ggf. Initiative / Organisation:
Anschrift: