Nonviolent Peaceforce arbeitet unparteiisch und unbewaffnet mit ausgebildeten Friedensfachkräften aus der ganzen Welt. In Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft vor Ort wenden die Einsatzteams erprobte gewaltfreie Methoden an, um Menschenrechte zu schützen und Gewalt zu verhindern. Nonviolent Peaceforce schafft Raum, in dem lokale Friedensstifter*innen wirken können.

Die Arbeit der Nonviolent Peaceforce beinhaltet folgende Methoden

  • Begleitung von zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sich für Menschenrechte und Frieden einsetzen
  • Präsenz zum Schutz bedrohter Gruppen, Gemeinschaften und Einzelpersonen
  • Beobachtung von Waffenstillständen und anderen prekären Situationen
  • Nationale und internationale Vernetzung bedrohter Gruppen der Zivilgesellschaft und lokaler Akteure für eine gewaltfreie Konfliktbearbeitung
  • Bereitstellung sicherer Treffpunkte für einen Dialog der Konfliktparteien

Zusammen mit lokalen Partnern sorgt die Nonviolent Peaceforce für

  • erhöhte Sicherheit für örtliche FriedensarbeiterInnen und ihre Familien
  • mehr Schutz und Stärkung der lokalen Zivilgesellschaft bei der Bewältigung von Konflikten
  • Mechanismen zur frühzeitigen Reaktion auf potenzielle Gewalt
  • die Einleitung von Verhandlungen zur Rückkehr von Flüchtlingen in ihre Heimatorte
  • die Rückführung von entführten Kindersoldaten und Unterstützung für die Familien von vermissten und entführten Kindern

Im Südsudan

Während des 21jährigen Bürgerkriegs hat die Sudan People’s Liberation Army/Movement aus dem Süden des Landes für die Unabhängigkeit von der Republik Sudan gekämpft, die ihren Regierungssitz im nördlichen Khartoum hat. Obwohl der Krieg 2005 offiziell beendet wurde und Süd Sudan 2011 tatsächlich unabhängig wurde, war der Frieden von Anfang an sehr instabil. Zwei Jahre nach der Staatsgründung kam es zu einem neuen Bürgerkrieg, dem viele Tausend Menschen zum Opfer gefallen sind. 2017 und 2018 kam es zudem zu schweren Hungersnöten, die von Krieg und von Klimawandel verursacht werden..
Das Süd Sudan Projekt von Nonviolent Peaceforce, das 2009 startete, ist sehr schnell gewachsen. NP unterhält derzeit (2018) Teams an neun Orten.

Mehr Informationen (auf Englisch) gibt es auf der Website von NP, http://www.nonviolentpeaceforce.org/what-we-do/2014-09-19-15-18-31/south-sudan

In Myanmar

Zu einer englischsprachigen Darstellung des Projekts, das seit 2012 läuft, geht es hier: http://www.nonviolentpeaceforce.org/what-we-do/2014-09-19-15-18-31/myanmar

Auf den Philippinen

Der Bürgerkrieg auf der südlichen Insel Mindanao hat binnen 30 Jahren mehr als 120.000 Menschenleben gekostet. Ein NP-Team ist seit Mai 2007 vor Ort.

Nonviolent Peaceforce ist Mitglied im offiziellen Internationalen Beobachterteam, das den Friedensprozess zwischen der Philippinischen Regierung und dem Moro Islamic Liberation Force überwacht. Zusammen mit örtlichen Partnern hat NP  in vier Regionen der Insel in den 16 am meisten betroffenen Orten ein Frühwarnsystem aufgebaut, um schnell auf lokale Eskalationen reagieren zu können.

Damit hat NP einen Beitrag dazu geleistet, dass 2012 ein Abkommen zwischen der MILF und der Regierung der Philippinen geschlossen werden konnte.

NP hat über 250 Menschenrechtsaktivisten trainiert, die dann in den laufenden Aktivitäten der Konfliktprävention eingesetzt wurden. NP Teams besuchen Flüchtlingslager und Wohnungen in gefährdeten Regionen, um die Situation zu beobachten und um für die Sicherheit der Menschen zu sorgen.

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Nonviolent Peaceforce, http://www.nonviolentpeaceforce.org/what-we-do/2014-09-19-15-18-31/philippines

In Syrien

Seit 2012 organisiert Nonviolent Peaceforce vom Libanon aus Trainings für Zivilist*innen und Aktivist*innen in Syrien. Mehr Infos (in englischer Sprache) finden sich auf der Seite von Nonviolent Peaceforce: http://www.nonviolentpeaceforce.org/what-we-do/2014-09-19-15-18-31/syria

Im Irak

Die Arbeit im Irak ist das jüngste Projekt von Nonviolent Peaceforce. Sie startete 2017 und fokussiert sich in erster Linie auf Flüchtlinge und Vertriebene. Mehr Infos (auf Englisch) gibt es auf der Website von Nonviolent Peaceforce: http://www.nonviolentpeaceforce.org/what-we-do/2014-09-19-15-18-31/iraq

Abgeschlossenes Projekt: Sri Lanka

NP-Mitarbeiter mit einem Jungen aus Sri Lanka

Dort startete 2003 das erste NP-Projekt und bis 2011 arbeiteten dort in den letzten Jahren über 80 MitarbeiterInnen in 4 Standorten.
Seit 1983 tobte ein Bürgerkrieg, in dem etwa 70.000 Menschen getötet wurden. Im Mai 2009 verkündete die Regierung den Sieg über die tamilischen Rebellen, doch die Kriegsfolgen sind noch nicht überwunden.
NP-Fachkräfte waren in einigen der am schwersten betroffenen Gebiete im Einsatz. In den achten Jahren hat NP viele Menschenrechtsaktivisten begleitet, den Aufbau von Friedenskomitees auf lokaler Ebene unterstützt, Kinder vor Entführung geschützt und mit Angehörigen von entführten Kindern gearbeitet. NP konnte auch die Befreiung von KindersoldatInnen unterstützen und sichere Orte für zurückkehrende Kinder schaffen. Vor der Beendung des Einsatzes hat NP lokale Organisationen trainiert, damit sie diese Arbeit fortsetzen können.

Abgeschlossenes Projekt: Südkaukasus

Das neueste Projekt im Südkaukasus, zunächst in Georgien an der Grenze zu Südossetien ist noch in der Aufbauphase. Seit Anfang 2012 arbeitet und lebt das erste Team in der Grenzregion und baut Kontakte auf, um Vertrauen für weitere Aktivitäten zu gewinnen. Eine Ausweitung in benachbarte Länder ist in der Planung.

Abgeschlossenes Projekt: Guatemala

In diesem befristeten Projekt hat die Nonviolent Peaceforce vor der Präsidentenwahl im September 2007 MenschenrechtlerInnen begleitet, die von Todesschwadronen bedroht waren.

Ein internationales Netzwerk

NP-Team bei der Wahlbeobachtung in Sri Lanka

Die Idee der Nonviolent Peaceforce (NP) entstand auf der Friedenskonferenz 1999 in Den Haag. Die Gründungsversammlung fand 2002 in Indien statt.

Viele der Organisationen, die NP gründeten, wirken heute in der "NP Alliance" zusammen. Das Ziel der Alliance ist die Unterstützung von NP. Der BSV ist einer ihrer Gründungsmitglieder.
 NP arbeitet mit internationalen Organisationen und Zusammenschlüssen zusammen, etwa mit dem Europäischen Verbindungsbüro für Friedensarbeit (EPLO), den Vereinten Nationen, dem UNHCR, mit UNICEF in Sri Lanka und Organisationen der Entwicklungshilfe.
NP besitzt Beraterstatus beim UN-Wirtschafts- und Sozialrat.

Viele FriedensnobelpreisträgerInnen erklären ihre Unterstützung für die Leistung der Nonviolent Peaceforce: Oscar Arias, der Dalai Lama, Adolfo Pérez Esquivel, José Ramos Horta, Mairead Maguire, Rigoberta Menchú Tum, Desmond Tutu und Lech Walesa.

"Ich setze große Hoffnungen in die Arbeit der Nonviolent Peaceforce - ein kleines Samenkorn, das rund um die Welt zu einem wunderschönen Wald heranwächst."
Mairead Maguire, Friedensnobelpreisträgerin, Nordirland

"Das Ziel dieses kleinen Teams aus ausländischen und lokalen Friedensarbeitern besteht darin, sich sichtbar auf die Seite von Gewaltopfern zu stellen. Dies verdient Anerkennung."
Duleep de Chickera, Anglikanischer Bischof von Colombo, Sri Lanka

Die Nonviolent Peaceforce ist eine internationale Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Brüssel. Deutsche Mitgliedsorganisationen sind das Forum Ziviler Friedensdienst e.V., Bonn, und der Bund für Soziale Verteidigung e.V., Minden.

Internetseite: http://www.nonviolentpeaceforce.org