Stark gegen Diskriminierung und Gewalt

Die Welle rechtsextremer Gewalt und Hassreden gegen Migrant*innen, Geflüchtete, Schwarze und People of Colour (PoC) ist in Deutschland nach wie vor ein ernstes Problem - der Angriff auf eine Shisha-Bar in Hanau im Februar 2020 ist der jüngste dieser Art. Viele aus den genannten Gruppen sind zudem mit verschiedenen Formen von Alltagsrassismus konfrontiert

Körperliche Angriffe, Gewalt und Erniedrigungen geschehen meist unerwartet, und innerhalb kurzer Zeit entstehen enorme seelische und körperliche Schäden. In einer solchen Situation bleibt meist wenig oder gar keine Zeit, darauf zu reagieren oder sich damit auseinanderzusetzen. Deshalb ist es für Menschen, die von rechter Gewalt (aber auch von anderen Formen des Rassismus) bedroht sind, essenziell, sich mit möglichen Wegen auseinanderzusetzen, wie man dagegen vorgehen kann. Es ist es sehr wichtig, einen sicheren Raum für diese Gruppen zu schaffen, in dem sie ihre eigenen Strategien und Schutzmechanismen entwickeln können, um angemessen mit rassistischer oder anders motivierter Gewalt, sei sie physisch oder nicht, umzugehen.

Im Rahmen „Stark gegen Diskriminierung und Gewalt“ geht es um eine Durchführung von Workshops zur Selbstermächtigung von Menschen, die sich nicht sicher fühlen, rassistisch diskriminiert werden oder aber mit direkter Gewalt konfrontiert sind. Inhalt der Workshops wird sein, die Teilnehmer*innen mit einer Analyse von Gefahrenlagen und Bedrohungen anzuleiten und konkrete gewaltfreie Handlungsmöglichkeiten vor Ort für die gegebenen Situationen zu entwickeln. Gemeinsam mit den Betroffenen, sowie freiwilligen und hauptamtlichen Unterstützer*innen, werden die verschiedenen potentiellen Gefahrenlagen und Bedrohungen analysiert und gewaltfreie Handlungsmöglichkeiten dagegen entwickelt. Dabei sehen wir die Betroffenen und ihre Unterstützer*innen als Expert*innen, die mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Situationen blicken, aber gemeinsam handeln können und wollen. Wir wollen über die Workshops und deren Nacharbeit den Raum und die Methoden zur Verfügung stellen, um wirksame Strukturen und Netzwerke des Schutzes und der Bewältigung der Bedrohungslagen aufzubauen und die Betroffenen und ihre freiwilligen und hauptamtlichen Unterstützer*innen stärken.

Das Projekt und die Durchführung der Workshops werden von Tejan Lamboi geleitet. Er ist seit März 2020 beim Bund für Soziale Verteidigung als Bildungsreferent angestellt. Tejan Lamboi hat mehrjährige Erfahrung als Interkultureller und – Antidiskriminierungstrainer, Mediator und Open Space Begleiter in Europa und West Afrika.

Kontakt:

Tejan Lamboi

Bildungsreferent, Stark gegen Diskriminierung und Gewalt
Email: lamboi(at)soziale-verteidigung.de

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI); für die Teilnehmer*innen und die Träger fallen deshalb keine Kosten an.