Einladung zu einem Training zu „Genderkompetenz“

Geschlechterverhältnisse in Krieg und Frieden


Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht,
Universität Bochum



Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Friedensfreundinnen und -freunde,


eine gendersensible Perspektive auf Friedens- und Konfliktarbeit trägt wesentlich dazu bei, dass Spannungsfelder, Konflikte und Kriege sowie ihre Mechanismen in ihrer Komplexität erfasst und konstruktiv bearbeitet werden können. Sie ist die Grundlage dafür, dass die z.T. unterschiedlichen Auswirkungen auf die Geschlechter bei der Analyse und bei der Entwicklung von Strategien zur Konflikttransformation sowie bei Friedens- und Versöhnungsprozessen angemessen berücksichtigt werden. Geschlechterzuschreibungen, Rollen- und Selbstbilder wie z.B. die Militarisierung von Männlichkeit tragen dazu bei, dass gewalttätige Konfliktlösungsstrategien vielfach favorisiert werden. Friedens- und Versöhnungsprozesse bieten deshalb einen guten Ansatzpunkt für strukturelle Veränderungen und Geschlechtergerechtigkeit. Dies muss auch in der Friedens- und Konfliktforschung (noch) stärker berücksichtigt werden. Genderkompetenz zählt somit zu den Schlüsselkompetenzen von Menschen, die sich in der Friedensarbeit und -forschung engagieren. Einen Einblick in diese Thematik bietet das eintägige Training Genderkompetenz. Es wird organisiert von der Arbeitsgruppe „Gender und Frieden“ im Bund für Soziale Verteidigung (BSV), die anknüpfend an die BSV-Jahrestagung „Vater im Krieg – Mutter in Pommerland? Geschlechterverhältnisse in Krieg und Frieden“ im Jahr 2012 gegründet wurde.

Wir laden alle Interessierten herzlich zu diesem Training ein!

 
Zielsetzung

Die Teilnehmer_innen haben Gelegenheit,

• sich mit eigenen und fremden Geschlechterkonstruktionen und mit damit
   zusammenhängenden Erwartungen an das eigene und an andere
   Geschlechter auseinander zu setzen,
• zu reflektieren, wie diese Bilder ihren Zugang zur Friedensarbeit prägen und
   beeinflussen,
• sich mit der Kategorie Gender als gesellschaftsstrukturierender Kategorie zu
   befassen und zu analysieren, inwiefern damit ungleiche Zugänge zu Macht
   und Ressourcen verknüpft sind – gerade auch in der Friedens- und
   Konfliktarbeit,
• erste Überlegungen darüber anzustellen, wie sie eine Genderperspektive in
   ihre haupt- und/oder ehrenamtliche Tätigkeit in der Friedensbewegung, der
   Friedensforschung und in der Praxis der Friedensarbeit einbringen und die
   Sensibilisierung für eine Genderperspektive fördern können.

Inhalte des Trainings

• Definition von Gender und Entwicklung des Genderbegriffs
• Konstruktion und Dekonstruktion von Gender
• Gender als gesellschaftsstrukturierende Kategorie
• Transfer: Gender in der Friedens- und Konfliktarbeit

 

Methoden

• Theoretische Impulse
• Erfahrungsorientierte Übungen
• Biographiearbeit
• Plenumsdiskussionen
• Praxistransfer

Für eine Teilnahme wird die Bereitschaft zur Selbstreflexion vorausgesetzt.


Zielgruppen


Haupt- und ehrenamtlich Tätige in der Friedensarbeit, Studierende und Dozierende der Friedens- und Konfliktforschung, Interessierte aus der Friedensbewegung.

 

Trainingsteam:

Sabine Fründt
ist freiberufliche Beraterin, Trainerin und Evaluatorin in entwicklungs- und friedenspolitischen Kontexten sowie in der Frauenrechtsarbeit. Studium der Islamwissenschaft, Ethnologie und Germanistik, Ausbildungen in Gender & Diversity, Organisationsentwicklung und im Transcend-Verfahren. Langjährige Projekterfahrung zu den Themen Gender bzw. Frieden und Gewalt gegen Frauen, u.a. in Afghanistan und Liberia. Mitinitiatorin von ProRespekt – einem Stadtteilprojekt zur Förderung eines besseren Miteinanders von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund (www.prorespekt.de). Vorstandsmitglied im Fachverband GenderDiversity e.V. und im Verein Dialog Orient-Okzident e.V.

Hans-Joachim Lenz
ist Sozialwissenschaftler und Geschlechterforscher, Fortbildung in Gestalttherapie und Themenzentrierter Interaktion (TZI). Er betreibt in der Nähe von Freiburg i.Br. "Forsche Männer & Frauen – Beratung, Bildung und Forschung“ (siehe: www.geschlechterforschung.net). Neben der Tätigkeit als Dozent für Soziale Arbeit und Geschlechterforschung an (Fach-)Hochschulen und an Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung zahlreiche Veröffentlichungen zur Männerbildung, zur Männergesundheit, zu männlichen Gewalterfahrungen und zur Neugestaltung des Geschlechterverhältnisses. Mehrjährige Vorstandstätigkeit beim Fachverband Gender Diversity e.V.

Anmeldung und weitere Informationen:
Bund für Soziale Verteidigung,
Schwarzer Weg 8,
32423 Minden,
Tel. 0571-29 456
Email: office@soziale-verteidigung.de

Anmeldefrist:
Sonntag, 16. März 2014

Teilnehmendenzahl:
10 - 16 Personen

Teilnahmebeitrag:
45,- Euro inkl. Verpflegung; ermäßigter Teilnahmebeitrag von 25,- Euro für Studierende, Arbeitslose und Geringverdienende nach Absprache möglich.

Eine PDF-Version der Einladung ist ebenfalls vorhanden.