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07.09.2011
Kategorie: Israel Palästina Irak

Israelisches Militär: „Wir können kein Gandhi“

"Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela" auf einer Demo in Bilin. Offensichtlich ist das israelische Militär damit überfordert.


Eine von wikileaks veröffentlichte Depesche vom Februar 2010 zeigt: Die israelische Militärführung fühlte sich angesichts der gewaltfreien Demonstrationen gegen den Mauerbau überfordert und kündigte härtere Maßnahmen an.

Die US-Quelle zitiert den im Verteidigungsministerium zuständigen General Amos Gilad mit den Worten „we don't do Gandhi very well“. Entsprechend verstärkte die Militärführung den Druck auf die Palästinensische Autonomiebehörde, die gewaltfreien Demonstrationen zu unterbinden. Andernfalls werde man, nach Angabe des Oberbefehlshabenden Avi Mizrachi diese selber unterbinden.

Neben einer bereits in Kraft getretenen Einschränkung der Visavergabe für ausländische Mitarbeiter von NGOs, die mit den Demonstrationen verbunden werden, droht der Mizrachi mit deutlich härteren Maßnahmen. So sollen die palästinensischen Organisatoren der friedlichen Proteste verhaftet und „Schwarzes Wasser“ (mit Chemikalien versetztes Wasser, das die Wirkung von Tränengas verdoppelt) eingesetzt werden.

Zurückblickend hat das Israelische Militär den Worten Taten folgen lassen. Die Bevölkerung der widerständigen Dörfer Budrus, Nilin und Bilin wurde systematisch eingeschüchtert und ihre Anführer verhaftet (Der BSV berichtete). Toxische Reaktionen auf das „extra-aggressive“ Tränengas führten zu schweren Verletzungen und mindestens einem Todesfall.

Dennoch gehen die Proteste weiter und die Menschen haben in mehreren Gerichtsverfahren erreichen können, dass der Verlauf der Mauer verändert wurde. Die Nervosität des Israelischen Militärs belegt daher vor allem: Gewaltfreiheit wirkt.


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