< Aktivisten von Unser Haus Belarus unter Anklage
21.04.2011
Kategorie: Belarus

Erste Urteile gegen belarussischen AktivistInnen

Pawel Lewinow (Foto: charter97.org)


Einen Tag nach ihrer Verhaftung wurden heute die Urteile gegen die vier verhafteten AktivistInnen von Unser Haus Belarus gesprochen. Alle AktivistInnen wurden erstmal nur wegen Hooliganismus angeklagt. Olga Karatsch wurde zu einer Geldstrafe von 700.000 Belarussischen Rubel (etwa 160 Euro) verurteilt.Pawel Lewinow und Oleg Borschtschewskij erhielten je 10 Tage Haft. Der Fall von Pawel Stanewskij wurde zur Überarbeitung an die Staatsanwaltschaft zurückgegeben.

Wie Olga Karatsch berichtete versuchte die Polizei Borschtschewski und Lewinow mit den Bombenanschlägen in Verbindung zu bringen. Ihr selber wurde vorgeworfen bei der Verhaftung geschrien zu haben und dass 8 (acht!) Polizisten sie [eine eher zierliche Frau] bei der Verhaftung festhalten mussten. Wie Karatsch weiter erzählte war sie nach der Verhaftung von den anderen getrennt und von einem Polizeibeamten namens Linkus dreimal ins Gesicht geschlagen und mit Vergewaltigung bedroht worden. Die beistehenden Kollegen hätten dazu nur gelacht und ihr dann erklärt, dass "er einfach keine Frauen möge".

Unklar ist, ob nach der Verurteilung wegen Hooliganismus noch Anklagen wegen der behaupteten Verbindung zum Bombenanschlag folgen werden, oder ob es sich dabei nur um Drohungen handelte, um die Aktivisten einzuschüchtern.

Nachtrag [02.05.2011]:

Inzwischen sind alle Verhafteten wieder aus der Haft entlassen worden. Die Terrorvorwürfe sind scheinbar fallengelassen worden. Wir bedanken uns bei allen, die ihnen in dieser Zeit beigestanden, Briefe geschrieben oder die Nachricht sonstwie verbreitet haben.

 


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