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15.02.2012
Kategorie: Belarus

Erfolg für „Unser Haus“: Polizisten auf die Anklagebank gebracht

Aufkleber und Postkarte mit dem Portrait von Dinas Linkus und Zeilen eines Liedes von Valentina Strykalo: „Ich schlage Frauen und Kinder, weil ich ein schöner Kerl bin, weil ich stärker bin und sie sich nicht wehren können.“

Aufkleber und Postkarte mit dem Portrait von Dinas Linkus und einigen Zeilen eines Liedes von Valentina Strykalo: „Ich schlage Frauen und Kinder, weil ich ein schöner Kerl bin, weil ich stärker bin und sie sich nicht wehren können.“

Der Polizist, der im April 2011 Olga Karatsch schlug und ihr Vergewaltigung androhte, wurde nun angeklagt.


Am Montag den 13. Februar wurde in der belarussischen Stadt Grodno der Prozess gegen den ehemaligen Polizei Major Dinas Linkus aufgenommen. Ihm drohen drei bis zehn Jahre Freiheitsentzug.

„Wir sind selbst fast überrascht über den Erfolg unserer Kampagne“, berichtet Olga Karatsch. „Dass es nur einen Monat organisierten öffentlichen Drucks bedarf, bis eine offizielle Person von ihrem Amt entbunden wird, ist in Belarus sehr selten.“
Im April 2011 hatte die Polizei die Geburtstagsfeier des Rechtsschützers Valerij Schukin gestürmt und mehrere AktivistInnen festgenommen. Zwei der festgenommenen Aktiven von „Unser Haus“ wurde die Mitwirkung an den Terroranschlägen in der Minsker Metro im selben Monat vorgeworfen. Gegen Olga Karatsch wurde Dinas Linkus im Verhör handgreiflich. In einem Nebenraum schlug er die Koordinatorin des BürgerInnenrechtsnetzwerkes „Unser Haus“ drei Mal ins Gesicht und drohte ihr an sie zu vergewaltigen. Seine anwesenden Kollegen amüsierte dies nur.

Beschwerdebriefe der RechtsschützerInnen von „Unser Haus“ an die Polizeibehörde und die Staatsanwaltschaft blieben unbeantwortet. Erst die Kampagne „Achtung, Polizei“ einiger junger Frauen die tausende Aufkleber mit dem Portraits des Peinigers von Olga Karatsch im Bezirk des Minsker Polizeipräsidiums verteilten, brachte die Behörden zur Reaktion. Innerhalb von kurzer Zeit wurde Linkus in eine unbedeutende Position versetzt und muss sich nun zudem vor Gericht verantworten. „Viele Zeitungen haben über unsere Kampagne und den Erfolg berichtet“, sagt Olga Karatsch. „Hoffentlich werden durch die Erfolge unserer Kampagnen andere Polizisten abgeschreckt, weitere Frauen zu misshandeln und zu bedrohen.“ Das Urteil gegen Linkus wird bereits für den 16. Februar erwartet.


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