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26.05.2011
Kategorie: Israel Palästina Irak

Gewaltfreier Widerstand als Vorbild - Die 6. Bil'in Konferenz

Zahlreiche palästinensische und internationale PolitikerInnen nahmen an der Konferenz teil

Die Eltern der ermordeten Aktivistin Rachel Corrie

Abdallah Abu Rahma, einer der Anführer des gewaltlosen palästinensischen Widerstands, und Luisa Morgantini, Abgeordnete EU-Parlament


Das BSV-Büro wird in diesem Jahr unterstützt durch den Freiwilligen Hamdi Abu Rahma aus dem palästinensischen Dorf Bil’in im Westjordanland.

2004 ließ die israelische Regierung dort einen Sperrwall errichten, der die BewohnerInnen Bil’ins von mehr als der Hälfte ihrer Ländereien abschnitt. Seitdem organisieren die DorfbewohnerInnen wöchentlich  gewaltfreie Demonstrationszüge und protestieren gegen die illegale Konfiszierung ihres Landes und die israelische Militärbesetzung der palästinensischen Gebiete.

Vom 20. bis 23. April 2011 fand nun in Bil’in die sechste „Bil’in Konferenz für Volkswiderstand statt“, bei der ParteivertreterInnen des gesamten palästinensischen politischen Spektrums, diplomatische VertreterInnen aus aller Welt und hunderte palästinensische, israelische und internationale zivilgesellschaftliche AktivistInnen und VertreterInnen von Organisationen zusammenkamen. Sie forderten die nationale und internationale Gemeinschaft auf, sich vereint hinter den „gewaltlosen Volkswiderstand zur Befreiung“ zu stellen.

Während der Eröffnungsrede appellierte der palästinensische Premierminister Salam Fayyad an die internationale Gemeinschaft, sich für eine palästinensische Selbstbestimmung stark zu machen: „Die internationale Gemeinschaft muss sich dazu verpflichtet fühlen, für einen palästinensischen Staat innerhalb der Grenzen von 1967 zu werben und die für kommenden September geplante Unabhängigkeitserklärung zu unterstützen.“ Er forderte die internationale Gemeinschaft außerdem dazu auf, den palästinensischen gewaltlosen Widerstand zu unterstützen, und machte vor allem auf die kürzlich erfolgte Verhaftung zweier Aktivisten vom „Nabi Saleh Bürgerkomitee“ aufmerksam.

Gewidmet wurde die Konferenz den getöteten AktivistInnen Rachel Corrie, Vittorio Arrigoni, Bassem und Jawaher Abu Rahmah sowie Juliano Mer-Khamis. Cindy Corrie, Mutter der ermordeten „International Solidarity Movement“-Aktivistin Rachel Corrie, redete über die Tragödie, die alle Mütter, sowohl israelische als auch palästinensische, im Laufe dieses Konflikts durchleben müssten. Sie forderte die Zivilgesellschaft beider Seiten auf, auf Gewalt zu verzichten.

Inspiriert sahen sich die TeilnehmerInnen von den aktuellen Demokratisierungsschüben, welche die arabische Welt überrollt haben. Insbesondere die Rolle der Frau und sozio-politische Dynamiken der tunesischen und ägyptischen Revolutionen könnten auch auf Palästina angewendet werden. Gleichzeitig betonten anwesende ägyptische AktivistInnen, dass die Revolution ihres Landes ihrerseits vom palästinensischen Widerstand inspiriert gewesen sei.

Abschließend vereinbarten die TeilnehmerInnen der Bil’In Konferenz zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung und Verbesserung der Koordination der palästinensischen Zivilgesellschaft für den gewaltlosen Volksaufstand.

Die Bil’in Konferenz endete mit einer gewaltfreien Demonstration von Delegierten und EinwohnerInnen aus Bil’in. Dieser wurde von israelischer Seite mit Militär begegnet, wobei nach Angaben der VeranstalterInnen 15 Menschen, einschließlich drei internationaler AktivistInnen und eines Journalisten, verletzt, sowie vier Protestierende verhaftet wurden, drei davon internationale MenschenrechtsaktivistInnen.

Weitere Informationen zu Bil'in, dem gewaltlosen Widerstand, der Konferenz sowie den dort getroffenen Vereinbarungen im Einzelnen finden Sie auf der Homepage Bil'ins.


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