Ausbildung von Friedensfachkräften für Aktive aus Israel und Palästina - Das BSV-Stipendium für Zivile Konfliktbearbeitung

Aus den Kontakten mit Menschen aus Israel und Palästina, die mit enormem Einsatz und unter großem Druck in den schwierigen Zusammenhängen vor Ort arbeiten, entwickelte sich die Idee, solchen Leuten eine "Auszeit" in Europa zur persönlichen und fachlichen Stärkung zu ermöglichen. Dazu bot sich an, einzelne Friedensaktivistinnen und -aktivisten die Teilnahme am viermonatigen Lehrgang zur Friedensfachkraft zu ermöglichen, die das Forum Ziviler Friedensdienst (www.friedenbrauchtfachleute.de) in Walberberg bei Bonn anbietet.

Kaum war die Idee geboren, fand sich eine palästinensische Friedensorganisation, die stark an einem solchen Stipendium interessiert war, so dass die Arbeitsgruppe die Idee konkretisierte und nun vorschlug, jeweils ein Stipendium für eine Person aus der israelischen und aus der palästinensischen Friedensarbeit zu organisieren. Der Vorteil einer Ausbildung in Deutschland besteht gerade darin, dass hier möglich ist, was den Friedenskräften in der Region selbst durch das System der Checkpoints, Grenzzäune und Militärpatrouillen verwehrt wird: sich zu treffen, miteinander und voneinander zu lernen und so die Voraussetzungen für eine Annäherung zu schaffen.

Beim Forum ZFD stieß das Vorhaben unmittelbar auf Unterstützung, es war bereit, auf die Hälfte der Kursgebühren zu verzichten.

Nach einem Aufruf des BSV haben sich auch schnell lokale deutsche Friedensinitiativen gefunden, die jeweils für eine Person die „Patenschaft" übernehmen wollten.

Wir haben mehreren Israelis und Palästinensern den Ausbildungskurs von Februar bis Juni 2004 und im Jahr 2006 in Ziviler Konfliktbearbeitung finanziert, den das Forum Ziviler Friedensdienst erstmals in englischer Sprache angeboten hat:

Salah Abu Hatap war Mitarbeiter der palästinensischen Umweltbehörde und engagierte sich im Rahmen seiner Arbeit für einen gerechten Frieden in Israel/Palästina. Lael Kline kam aus der Initiative „Breaking Barriers“, die gemeinsame Workshops und Treffen für israelische und palästinensische Jugendliche durchführte.
"Paten"-Gruppen für die Stipendiaten waren das Friedensbüro Braunschweig, welches das Stipendium für Lael Kline finanzierte und die Gruppe Ökopax aus Würzburg, die dasjenige für Salah Abu Hatap unterstützte.

Lael Kline bei einer Öffentlichkeitsveranstaltung

Im Jahr 2006 konnten wir dem Palästinenser Khaldoun Fraijat das Stipendium für einen weiteren Vier-Monats-Kurs fest zusagen!

Khaldoun freute sich, dass er diese Chance bekam und wir sind stolz, dass wir ihm dieses tolle Angebot machen konnten.

Zur Zeit gibt es keine Anfragen von interessierten Stipendiaten. Sollten Sie das Projekt dennoch unterstützen wollen, wenden Sie sich bitte an die BSV-Geschäftsstelle.