| BSV-Expertin will ins Verteidigungsministerium |
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Friedensorganisation
bietet Minister Jung Personalentsendung an
Diese
Organisation hat nun einen ungewöhnlichen Schritt getan und ihre
Geschäftsführerin dem Verteidigungsminister als kostenlose Arbeitskraft für
sein Ministerium angeboten. Dort soll sie den Minister beraten und an der
Erabeitung von Gesetzen und Verordnungen mitwirken.
„Wenn es
tatsächlich gang und gäbe ist, dass Wirtschaftsunternehmen und
Interessenverbände unmittelbar in den Ministerien die Politik mitbestimmen,
dann sind wir als Friedensorganisation in der Pflicht, hier für ein
Gegengewicht zu sorgen“, erklärt Kathrin Vogler ihre Bewerbung. Zwar seien sie und ihre Organisation
grundsätzlich dafür, Lobbyisten den Zugang zu den Ministerien zu verbieten,
aber solange dies nicht der Fall sei, dürfe man das Verteidigungsministerium
auf keinen Fall allein der Rüstungsindustrie überlassen.
„Seit 1990
erleben wir einen mehr oder weniger kontinuierlichen Anstieg der
Rüstungsexporte aus Deutschland. Der Endverbleib vieler Rüstungsgüter liegt im
Dunkeln. Die Bundeswehr wird von der Politik in immer weitere, inhaltlich,
räumlich und zeitlich immer weniger begrenzbare Einsätze geschickt, ohne dass
es eine Vorstellung davon gibt, wie man sie wieder herausbekommt. Die
Militarisierung der Politik nach innen und außen schreitet immer weiter voran.
Die Handschrift der Rüstungslobby ist in dieser Politik deutlich erkennbar und Herr
Jung wäre gut beraten, deren Einfluss zurückzudrängen.“
Der BSV
bietet dem Minister seine umfangreichen konzeptionellen und methodischen
Erfahrungen im Aufbau nichtmilitärischer Verteidigungsstrukturen und bei der
Entwicklung ziviler Konfliktbearbeitung an und möchte dem Ministerium behilflich
sein, den aus Sicht der Pazifisten überfälligen gesellschaftlichen Dialog über die
aktuellen Bundeswehreinsätze zu organisieren.
Über die
Chancen ihrer Bewerbung macht sich Kathrin Vogler keine Illusionen: „Es ist
extrem unwahrscheinlich, dass der Minister sich jemand mit meinem
friedenspolitischen Hintergrund ins Haus holt. Trotzdem ist unser Angebot ernst
gemeint, denn wir halten den Dialog, den die Politik in dieser Frage
verweigert, für absolut notwendig und sind überzeugt, dass wir gute Argumente
haben.“
Und weil
die Pazifistin aus Westfalen ein optimistischer Mensch ist, hat sie auch schon
ein Zimmer in Berlin: „Sollte der Minister zustimmen, kann ich sofort
anfangen.“
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Mitgliedschaften
Deutscher Koordinationskreis Palästina Israel (KoPI)
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Kooperationspartner
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